rso radiofreeamericaDas Kürzel RSO steht schlicht und ergreifend für Richie Sambora und Orianthi, die seit einigen Jahren nicht nur musikalisch, sondern auch privat ein Paar sind. Über Richie Sambora braucht man eigentlich nicht mehr viele Worte zu verlieren. Dieser war 30 Jahre lang der musikalische Sidekick eines gewissen Jon Bon Jovi und veröffentlichte mit BON JOVI Erfolgsalben wie „Slippery When Wet“ (1986), „New Jersey“ (1988) und „Keep The Faith“ (1992). Weiterhin zeichnet er mitverantwortlich für Hits wie „You Give Love A Bad Name“ oder „Livin‘ On A Prayer“. Allerdings machte Sambora in den letzten Jahren mehr durch sein Privatleben als durch seine Musik von sich reden.

Über sein Ausscheiden oder vielleicht auch seinen Rauswurf bei BON JOVI wurde viel geschrieben und genau so viel spekuliert, daher finde ich es vollkommen unnötig sich mit dem Thema weiterhin zu beschäftigen. Orianthi Panagaris, wie Orianthi mit vollem Namen heißt, dürfte den meisten wohl durch ihre Zusammenarbeit mit Michael Jackson und Prince sowie als erstes weibliches Mitglied in der Band von Alice Cooper bekannt sein.

Bei einer Kooperation zweier solch begnadeter Künstler wie Sambora und Panagaris waren meine Erwartungen an „Radio Free America“ ehrlich gesagt relativ hoch. Vor allem weil besonders Richie mich mit seinen bisherigen drei Soloalben „Stranger In This Town“ (1991), „Undiscovered Soul“ (1998) und „Aftermath Of The Lowdown“ (2012) jeweils absolut überzeugen konnte und diese drei Scheiben Blues Rock par excellence boten. Zu den vier Soloalben von Orianthi kann ich nichts sagen, da ich diese nicht kenne.

Ich hatte nun also ein richtig schön rockiges oder zumindest bluesorientiertes Werk aus dem Hause RSO erwartet. Besonders wenn man bedenkt, in welch seichten Gewässern die ehemalige Band von Richie Sambora in den letzten Jahren, ja auch als er dort noch zum Personal zählte, unterwegs war und auch immer noch ist.

Das bereits am 11.05. veröffentlichte „Radio Free America“ geht mit dem Opener „Making History“ dann auch vielversprechend los. Schön krachende Gitarren und ein starker Refrain. So kennt man Sambora. Auch das nachfolgende „We Are Magic“ beginnt vielversprechend, umso größer ist die Enttäuschung, wenn der Song nach wenigen Sekunden in fürchterlich kitschige Pop-Gefilde abdriftet. Und so geht die Scheibe dann munter weiter und man fragt sich, wie jemand, der 30 Jahre lang im Schatten eines deutlich weniger talentierten Musikers stand, es zulassen kann, bei seinem neuen Projekt meist wieder nur die zweite Geige zu spielen. Da mag man dem guten Richie sein privates Glück und seine neue Liebe Orianthi noch so gönnen, aber es fällt auf, dass er bei den meisten der hier enthaltenen 15 Songs, die noch dazu von Produzent Bob Rock zum Großteil völlig überproduzier wurden, nur den Begleitmusiker für Orianthi gibt.

Irgendwie ersaufen fast alle Stücke, bei denen die Dame neben der Gitarre auch den Gesang übernimmt, gnadenlos im Kitsch. Über die RSO Version des SONNY & CHER Klassikers „I Got You Babe“ hülle ich mal besser den Mantel des Schweigens. So gibt es auf „Radio Free America“ viel zu hören, vielleicht sogar zu viel, da RSO sich hier im Pop, Soul, Country und Rock bewegen. Das alles klingt gefällig, aber nicht überragend.

Doch dann tauchen sie doch noch auf. Die Nummern, in denen Sambora seine eigentliche Klasse nochmals unter Beweis stellt. Namentlich „I Don’t Want To Need You Now“, „Blues Won’t Leave Me Alone“ und „Hellbound Train“. Für ein Album mit 15 Songs sind drei bis vier gelungene Lieder jedoch deutlich zu wenig.

Und obwohl ich mir hier vielleicht den Unmut einiger Leute zuziehe, so muss ich ganz offen sagen, dass man sich nach dem Hören des RSO-Debüts von Richie Sambora nur wünscht, dass er, wenn er das nächste Mal im Studio ist, entweder ein neues Solowerk oder das Reunionalbum von BON JOVI einspielt. (Matthias)

Bewertung:

Matthias6,5 6,5 / 10

Anzahl der Songs: 15
Spielzeit: 57:54 min
Label: BMG
Veröffentlichungstermin: 11.05.2018

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