pungentstench smutkingdomPUNGENT STENCH haben eine bewegte Geschichte hinter sich. Nach der ersten Auflösung 1995 erfolgte 2000 die Reunion und 2004 das Album „Ampeauty“, das dann tatsächlich das letzte Album der Band werden sollte. Denn 2007 folgte die nächste Auflösung, und das, obwohl das neue Album schon größtenteils im Kasten war. Statt einer erneuten Wiedervereinigung folgte dann juristisches Kleinklein und Streitigkeiten um die Namensrechte, die dazu führten, dass die Restband nur noch als THE CHURCH OF PUNGENT STENCH und später als MARTIN SCHIRENC PLAYS PUNGENT STENCH unterwegs war. Und bei diesen Auftritten sagte Bandleader Martin Schirenc dann auch: „Wir spielen Songs der Wiener Band PUNGENT STENCH“, was bei so manch unbedarftem Zuschauer zu der Annahme führte, es handele sich um eine Coverband.

Schon immer hatte Martin Schirenc jedoch angekündigt, das damals aufgenommene Album auch veröffentlichen zu wollen. Nun, nach sage und schreibe 11 Jahren, ist es soweit und „Smut Kingdom“ findet doch noch seinen Weg in die Läden. Das Cover lässt zunächst nicht auf allzu viel hoffen. Denn es ist bei weitem nicht so provokativ wie die der früheren Alben. Ein Blick auf die Songtitel lässt einen dann aber schon schmunzeln und erhöht die Erwartungshaltung dann doch etwas.

Und die wird mit dem Opener „Aztec Holiday“ dann auch befriedigt. Der Song groovt sich in guter alter PUNGENT-STENCH-Manier durch die Botanik. Und auch der Text lässt den Schalk nicht vermissen, der den Österreichern doch immer im Nacken sitzt. Auch „Persona Non Grata“ ist mit seiner leicht sperrigen und rohen Art irgendwo ein typischer PUNGENT-STENCH-Song. Aber sie sind doch auch noch für Überraschungen gut. So wird der Hörer von den flimmernden Elektrosounds, die „Brute“ einleiten, etwas verwirrt, bevor man etwas später die Hammondorgel des Todes auspackt. Aber – es passt. Und dann, dann lässt man den Song auch noch so richtig grooven. Ein seltsames Wirrwarr, das am Ende doch ein stimmiges Bild abgibt und richtig Spaß macht.

Und auch beim quasi-Titelsong „King Of Smut“ hat man die ideale Mischung aus Groove und Gerumpel gefunden. Hier und auch bei „Suicide Bombshell“ findet man wieder die typischen STENCH-Texte, die sich irgendwo zwischen Provokation, Witz, Perversion und Nonsense ihren Weg suchen. Zum Ende des Albums hin vollzieht man eine Gradwendung. „Planet Of The Dead“ dröhnt düster, ja, fast schon doomig aus den Boxen, dann findet sich aber gar das ein oder andere progressive Element und damit ist der Song für PUNGENT STENCH dann doch etwas untypisch.

Auf „Smut Kingdom“ hat so mancher Fan Jahre gewartet und wohl kaum noch gehofft, dass dieses Album wirklich noch erscheinen wird. Nun ist es da und – ja, es ist da. Es ist nicht schlecht, aber ganz sicher auch nicht das beste Album, das die Band bisher veröffentlicht hat. Der Groove der früheren Jahre ist etwas verloren gegangen, die Songs sind etwas sperriger geworden. So ein richtiger „Hit“ findet sich hier auch nicht. Irgendwie hört man die Schwierigkeiten, unter denen das Album aufgenommen wurde, heraus. Alles in allem macht „Smut Kingdom“ zwar Spaß, kann aber nicht so überzeugen, wie es z.B. das letzte Album „Ampeauty“ konnte. Nichtsdestotrotz freut man sich als Fan über dieses Lebenszeichen und hofft nun natürlich auf eine Tour. Ich bin gespannt. (Anne)

Bewertung:

Anne7,0 7 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 47:12 min
Label: Dissonance Productions
Veröffentlichungstermin: 13.04.2018

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