toto 40tripsaroundthesunSeit nunmehr vierzig Jahren treiben sich die US-Amerikaner in der Szene herum, wobei sie im Gegensatz zu ihren Genregenossen wie JOURNEY oder BOSTON ihre größten Erfolge auf dem alten Kontinent gefeiert haben. Nun will dieses Jubiläum ja auch gefeiert werden, zumal die Truppe auch heute noch Massen bewegen kann. Gerade lief die Welttournee an, die auch in Europa beginnt und dieses Mal länger dauern soll, die die Truppe seit der Reunion Blut geleckt hat. Obendrein spendieren uns TOTO noch eine neue Scheibe, doch aus dem ursprünglich angekündigten Solowerk ist leider nur eine Best Of mit neuen Songs geworden, allzu produktiv war man in den letzten drei Jahren wohl nicht. Dennoch gibt es ein paar nette Zugaben zu den Evergreens, die wirklich den Test der Zeit bestanden haben. Nun erinnert mich "40 Trips Around The Sun" dann doch an etwas.

In der Tat haben die Herren das selbe Konzept schon einmal verwirklicht, schon auf "Past To Present 1977-1990" gab es eine Sammlung ihrer größten und schönsten Lieder mit ein paar unveröffentlichten Kompositionen. Natürlich dürfen die Welthits "Rosanna", "Africa" und "Hold The Line" nicht fehlen, doch hier sind alle neun Klassiker vertreten, die schon vor 28 Jahren die Tracklist zierten. Dabei sind diese meiner Meinung nach nicht unbedingt gesetzt, einer der größten Erfolge, das mit tollen Vokalharmonien versehene "Stranger In Town" fehlte schon damals. Vielleicht hatte man an das schwächere "Isolation" auch keine so guten Erinnerungen mehr, die Zusammenarbeit mit Fergie Frederiksen war nicht so einfach.

Der Fokus lag damals klar auf den drei Standardwerken mit den Schwertern und von den fünf Outtakes aus dem Backkatalog schafften es zwei weitere auf die Compilation. Der Soulrocker "I´ll Supply The Love" vom Debüt kommt mit funkigem Rhythmus daher und ist klar von der seinerzeit populären Discowelle geprägt, inklusive cooler Handclaps. Damit gibt die Nummer ein Musterbeispiel für die Verquickung von Black Music-Elementen und sehr eingängigem Rock, wie ihn so nur TOTO hinbekamen. Kaum eine Band pflegt Anspruch mit so einer Leichtigkeit rüber zu bringen, wie auch das Synthiesolo bezeugt. "Afraid Of Love" vom Standardwerk "IV" fällt da her simpler aus, rockt aber prima auf den Punkt.

Wenn es denn schon eine weitere Ballade neben dem unvermeidlichen "I´ll Be Over You" von "Fahrenheit" sein musste, dann hätte ich "Somewhere Tonight" gewählt. Das hier enthaltene "Lea" ist schon etwas arg lahm und so brillante Power Pop-Hymnen wie "Can´t Stand Any Longer" oder "Could This Be Love" finden erneut keine Berücksichtigung. Von den relevanten ersten sieben Platten, die schon zur Zeit von "Past And Present 1977-90" erschienen waren, bleibt "Turn Back" erneut außen vor, auch wenn ich die Scheibe besser finde als ihr Ruf. Aus der Ära danach hat es lediglich ein Stück auf "40 Trips Around The Sun" geschafft, dabei dürfte das jazzige Instrumental "Jake To The Bone" vom 92er "Kingdom Of Desire" vor allem auf den Wunsch von Gitarrist Steve Lukather darauf gelandet sein.

Bleibt die Frage, was die Neukompositionen an Mehrwert bringen, allerdings muss man gleich vorweg nehmen, dass ein Hit wit "Out Of Love" auf der ersten Best Of dieses Mal nicht gelang. Allerdings gibt es auch keine Ausfälle wie "Love Has The Power" und "Animal" zu verzeichnen. "Alone" leitet das Album mit coolen Licks über Keyboardschwaden ein und ist sofort als TOTO zu identifizieren. Vor allem in der Bridge zeigt Joseph Williams, dass er immer noch über diesen unglaublichen Schmelz in der Stimme verfügt, während der weite Refrain nicht so zünden will. "Spanish Sea" ist eigentlich nicht neu, sondern wurde bereits bei den "Isolation"-Sessions begonnen, aber wohl verworfen, weil der Einstieg zu sehr nach "Africa" klingt. Für das ruhige und dennoch beschwingte Stück konnte man die Rhythmusspuren von Mike und Jeff Porcaro sichern, während ihr Bruder Steve an den Tasten glänzt.

Zu guter Letzt hat sich die Truppe mit "Strucked By Lightning" noch an ein ungewohnt rockiges Stück gewagt, welches sogar auf dem Prog Metal-Flirt "Falling in Between" seine Berechtigung gehabt hätte. Zwar leidet die Melodieführung unter den druckvollen Duellen aus Gitarre und Schlagzeug, doch die haben es in sich, die abgestoppten Riffs über den Shuffle-Groove, der plötzlich ausbricht lassen aufhorchen und zeugen von der hohen Musikalität, welche die Band auch heute noch besitzt. Natürlich stehen die aktuellen Titel etwas hinter den Klassikern zurück, doch insgesamt ist "40 Trips Around The Sun" eine tolle Ansammlung von Songs, die vor allem Einsteigern zu empfehlen ist. (Pfälzer)


Bewertung:

Pfaelzerl8,0 8 / 10


Anzahl der Songs: 17
Spielzeit: 79:50 min
Label: Legacy/Sony
Veröffentlichungstermin: 09.02.2017

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Maiks Avatar
Maik antwortete auf das Thema: #22439 3 Monate 3 Wochen her
Bei einem Best-Of Album, das sich "40 Trips Around The Sun" nennt, erwarte ich eigentlich dann auch 40 Songs und nicht nur 17...
Ich finde, wenn Bands "neue" Songs auf eine Best-Of packen, ist das immer so ein zweischneidiges Schwert, dabei braucht eine Band wie TOTO gar keine neue Veröffentlichung um einen Grund für eine Tour zu finden.

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