Pestilence HadeonWie oft sich diese Band schon mehr oder weniger offiziell aufgelöst hat, soll hier zunächst mal nicht im Mittelpunkt stehen. Fakt ist, dass Bandkopf Mameli immer noch jede Menge Ideen im Kopf herumspuken, die aufgenommen werden wollen. Neben seiner unverkennbaren Stimme ist auch sein Gitarrenspiel für PESTILENCE zu einem Wegweiser geworden, was allerdings nicht heißt, dass immer wieder das ein und selbe Album veröffentlicht wird.

Mamelis Mitstreiter geben sich zwar des Öfteren die Klinke in die Hand, dennoch sucht er sich diese ganz gewissenhaft aus, denn Durchschnitt kommt für ihn nicht in Frage.
Was als Thrash und Death in den späten Achtzigern gestartet ist, entwickelte sich schnell zu einer progressiven und sehr offenen Herangehensweise an brutale Metalmucke. Meines Erachtens ging mit „Testimony Of The Ancients“ die Geschichte von PESTILENCE bereits zu Ende, doch gerade zu dieser Ära hat Mameli Blut geleckt und wollte es wissen, orientierte er sich doch an Stilgrößen wie DEATH und ATHEIST. Dennoch ging das Rezept nicht auf und man verlor sich Mitte der Neunziger in „Spielereien“.

Auch wenn zwischendurch wieder mal ein Funke aufblitzte, so konnten die Holländer einfach nicht an ihre Anfangstage anknüpfen. Das 2013er Werk „Obsideo“ konnte mir so gar nichts sagen, für mich ein reiner Versuch, mit den jungen talentierten Neuzugängen die Muskeln spielen zu lassen. Doch Patrik Mameli gibt nicht auf und möchte seine Vision noch zu Ende denken. Mit „Hadeon“ bringt er nun endlich den eigentlichen würdigen Nachfolger zu „Testimony Of The Ancients“ heraus, wiederum mit neuen Talenten und dem Spirit, den sich so mancher PESTILENCE-Fan erwünscht hatte. Zwar kann das Album der Vorbildplatte nicht ganz entsprechen, aber dennoch kommt es dem roten Faden von damals schon erheblich näher als die Alben dazwischen. Für meinen Geschmack beinhaltet es allerdings etwas zu viele überflüssige Effekte und Spielereien und dafür zu wenig Dämonisches. Es fehlt an Düsternis und Morbidität, die das 1991er Album erfüllte, eben das okkulte Element, das es so besonders machte.

Dennoch ist „Hadeon“ ein gelungenes Album geworden. Nach dem letzten Album der Niederländer wollte ich nun endgültig mit PESTILENCE brechen, aber letzten Endes bin ich froh, ihnen diese Chance noch gegeben zu haben. „Hadeon“ ist zwar leider kein Geniestreich wie die erste Trilogie, aber dennoch auf einem guten Weg, verlorenen Boden wieder gut zu machen. (Jochen)

 


Bewertung:

Jochen7,0 7 / 10


Anzahl der Songs: 13
Spielzeit: 39:17 min
Label: Hammerheart Records
Veröffentlichungstermin: 05.03.2018

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