20131001 vorbericht powerwolfNachdem schon die Wolfsnächte-Tour 2012 ein Erfolg war, setzen die Wölfe dies im Jahr 2013 mit neuen Bands fort. Mit wachsendem Erfolg und Platz 1 der deutschen Charts im Rücken läßt es sich auch leicht in größeren Hallen als im letzten Jahr spielen, und die sind dann auch öfter mal ausverkauft. So auch das LKA in Stuttgart, das ausverkauft oder kurz davor ist, so kuschelig, wie es darin zugeht. Ich bin eigentlich ganz froh, mal wieder ein Konzert im LKA zu besuchen, immerhin war ich schon seit 7 langen Jahren nicht mehr. Dafür ist die Hinfahrt dank Nebel, Regen, Baustellen und diversen Staus die reinste Tortur, aber dafür können ja die Wölfe nix.

ASHES OF ARES
Auf die erste Band bin ich besonders gespannt: ASHES OF ARES bestehen zu drei Fünftel aus ehemaligen Mitgliedern zweier meiner Lieblingsbands: Matt Barlow und Freddie Vidales von ICED EARTH und Van Williams von NEVERMORE. Freddie Vidales, der bei ICED EARTH für den Bass zuständig war, hat bei seiner neuen Band die Gitarre umgeschnallt, die zweite Gitarre und der Bass werden von zwei mehr oder weniger Unbekannten gespielt, die in der Band auch irgendwie untergehen, da jeder doch nur auf die berühmteren Mitglieder schaut. Die, die ja eigentlich gewohnt sind, als Headliner aufzutreten, scheint es überhaupt nicht zu stören, daß sie hier den Opener machen müssen. Sänger Matt Barlow freut sich wie ein Schneekönig und meint „It’s good to be back in Duitsland!“ Auch hat er wohl irgendwie einen Clown gefrühstückt, animiert er doch das Publikum nach „Move The Chains“ gemeinsam mit ihm den POWERWOLF anzuheulen. „Aaaaa-uuuuuuh!“ Prost Mahlzeit. Da die Band erst ein Album auf dem Markt hat, schafft sie es, fast alle ihre Songs in der Setlist unterzubringen. Die werden auch von den Fans begeistert abgefeiert, dazwischen gibt es immer wieder „Matt!“-Sprechchöre. Das selbstbetitelte Album „Ashes Of Ares“ konnte mich nicht so ganz überzeugen und ich muß sagen, live ist die Band auf jeden Fall besser. Die Songs kommen hier einfach knackiger und härter rüber und Matt Barlow kann stimmlich auch voll überzeugen. Allein, es fehlt den Songs das gewisse Etwas, der letzte Kick, die Eigenständigkeit, die Wiedererkennungsmerkmale. ASHES OF ARES sind weit davon entfernt, schlecht zu sein; leider sind die Songs jedoch auch nicht wirklich herausragend. Es ist eben schlicht Allerweltspowermetal. Zwar gut, aber eben gewöhnlich.

Setlist ASHES OF ARES:
The Messenger
Move The Chains
Dead Man's Plight
This Is My Hell
Chalice Of Man
The One-Eyed King
What I Am

live 20131005 0102live 20131005 0101


BATTLE BEAST
BATTLE BEAST sind die zweite nichtdeutsche Band des Abends. Aus Finnland kommt der Sechser, der mit Sängerin Noora Louhimo auch die einzige Frau unter den Bands stellt. Ich habe die Band mit der alten Sängerin Nitte Valo bereits zweimal gesehen, jetzt bin ich mal gespannt, wie sich die neue so macht. Und auch wenn das jetzt vielleicht fies klingt: Auf jeden Fall sieht sie schonmal besser aus und – was noch wichtiger ist – sie hat eine wesentlich einnehmendere Bühnenpräsenz. Und ein Organ, das sich sehen lassen kann. Dabei erinnert sie ein klein wenig an Doro, wobei ihre Stimme eigentlich sogar noch kräftiger ist. Und sie spart sich die theatralischen Ansagen. Bzw. spart sie sich eigentlich die meisten Ansagen, denn die kommen in der Regel von Bassist Eero Sipilä. Irgendwie etwas seltsam, denn eigentlich sollte die Dame am Mikro, die einen leicht furchteinflößenden Touch hat, das doch auch alleine hinbekommen. Wie auch immer, BATTLE BEAST haben in den letzten Jahren ihre Fangemeinschaft stetig vergrößern können und so findet man auch heute so einige Fans in Shirts der Band und nicht nur die singen die Songs der Finnen lauthals mit. Dass BATTLE BEAST so gut ankommen, hätte ich nun nicht unbedingt erwartet. Auch die diversen Mitsingspielchen werden willig mitgemacht. Die Musik selbst ist eigentlich ziemlich gewöhnlicher Power Metal, der hier zwar mit Inbrunst zelebriert wird, ich persönlich würde mir das zu Hause im stillen Kämmerlein aber nicht anhören.

Setlist BATTLE BEAST:
Let It Roar
Cyberspace
Out On The Streets
Neuromancer
Kingdom
Black Ninja
Enter The Metal World
Out Of Control

live 20131005 0209live 20131005 0207


MAJESTY
Das gilt auch für die nachfolgenden MAJESTY. Die sind noch jünger als BATTLE BEAST und zelebrieren ihren epischen Power Metal mit noch mehr Inbrunst. Aber auch die sind äußerst beliebt beim Publikum und haben keinerlei Probleme, die Zuschauer zum Mitmachen zu animieren. Aber im Grunde machen es MAJESTY ihren Fans auch leicht. Die Songs sind eingängig - catchy, wie man heutzutage sagt - und die Texte so simpel, daß man sie schon nach dem ersten Hören mitsingen kann. Da stellt es kein großes Problem dar, die ganze Halle zum Mitsingen zu bringen. Allerdings machen die Leute auch wirklich bis in die hinteren Reihen begeistert mit, wenn Sänger Tarek Maghary  die Faust reckt, recken sich ihm mindestens 1000 Fäuste entgegen. Und irgendwie haben die Songs von MAJESTY auch eine leichte Unbeschwertheit, so daß es einfach Spaß macht, ihnen zuzusehen und zuzuhören. Wie ernst man das Ganze dann nimmt, ist ja jedem selbst überlassen. MAJESTY haben Spaß gemacht. Dem Publikum und wohl auch sich selbst und damit sollten dann alle glücklich sein.

Setlist MAJESTY:
Metal Law
Make Some Noise
Into The Stadiums
Thunder Rider
Heavy Metal Battlecry
Metal Union

live 20131005 0310live 20131005 0307


POWERWOLF
Und damit geht es dann jetzt auch zum Finale des heutigen Abends. Nun betritt – zu den Klängen von „Lupus Daemonis“- das Wolfsrudel die Bühne – die Band, auf die alle schon den ganzen Abend warten. 1200 Leute konnten die Wölfe in das LKA locken und es ist ordentlich voll. Durchkommen relativ unmöglich. Vom ersten Song an ist Stimmung in der Bude und Sänger Attila Dorn kann neben seiner Stimme auch mit seinen Ansagen punkten („Haben wirrr ess den Poppern mal gezeigt, ha?!“). Den einzigen ernsthaften Moment gibt es, als die Band den Song „Sacred & Wild“ dem vor kurzem verstorbenen Michael Trengert (Mitbegründer von Summer Breeze und Metal Blade) widmet. Aber ich glaube, das feierwütige Publikum hat das gar nicht so richtig realisiert. Dafür gibt es aber im Anschluß mit „Resurrection By Erection“ und „Coleus Sanctus“ die geballte Dosis Humor. Und seit Roel van Helden in der Band ist, „beglücken“ uns auch POWERWOLF regelmäßig mit einem Drumsolo. Hätte ich jetzt nicht wirklich gebraucht (und jetzt mal im Ernst: Warum eigentlich immer Drumsoli? Braucht das irgendwer? Will das jemand hören? Warum nicht mal ein Gitarrensolo?). Zu „Kreuzfeuer“ gibt es dann leider nicht wie auf dem Summer Breeze ein brennendes Kreuz, sondern nur kleinere Feuerschalen, die aber auch was daher machen. Und vor dem genialen „Werewolves Of Armenia“ zelebrieren Sänger Attila Dorn und Keyboarder – oh, nein, Organist! – Falk Maria Schlegel noch eine Jubelbattle mit dem Publikum. Eine Überraschung gibt es bei der Ansage von „Lupus Dei“. Hat der Attila doch glatt seine Ansage seit der letzten Tour geändert. Und behauptet jetzt, die metallische Gemeinde habe sich hier versammelt, weil sie vom Heavy Metal besessen sei. „Seid ihr besessen?“ ist da nur noch eine rhetorische Frage. Und natürlich sind wir vom Heavy Metal besessen. Sonst würden wir ja nicht stundenlang durch die Gegend gurken um uns dann in heiße, stickige Hallen zu quetschen und die Haare zu schwingen bis der Nacken ächzt. Denn das kann bei den mitreißenden Melodien der „Rumänen“ leicht passieren. Und deshalb (oder trotzdem?) ist das Publikum auch arg traurig, als der Wolf schon viel zu früh zurück in die transilvanischen Wälder will. Aber im Grunde seines Herzens ist der Wolf ja ein ganz lieber und deshalb kommt er nochmal für gleich 3 Zugaben zurück. Da lacht des Wolfsfans Herz. Und trotzdem ist das Konzert viel zu schnell vorbei gegangen. Und außerdem bemängele ich hier mal, daß das erste Album immer so ignoriert wird. Songs wie „Mr. Sinister“ oder „Kiss Of The Cobra King“ würde ich schon gerne mal wieder live erleben. Aber auch so war es wieder ein tolles Konzert, so wie die Wölfe eigentlich fast immer toll sind. Mit dem Konzert im vollen LKA konnten sie einen würdigen Abschluss für den ersten Part der Wolfsnächte-Tour zelebrieren. Leider ist jedoch gerade Neumond, so dass mit dem Wolf heulen irgendwie sinnlos erscheint. Doch schon in zwei Wochen geht es ja wieder weiter mit Part 2 der Tour. Und dann ist auch Vollmond. (Anne)

Setlist POWERWOLF:
Lupus Daemonis (Intro)
Sanctified With Dynamite
Prayer In The Dark
Amen & Attack
All We Need Is Blood
Sacred & Wild
Resurrection By Erection
Coleus Sanctus
Drumsolo
Kreuzfeuer
Werewolves Of Armenia
Dead Boys Don't Cry
We Drink Your Blood
Lupus Dei
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Opening: Prelude To Purgatory
Raise Your Fist, Evangelist
Saturday Satan
In The Name Of God (Deus Vult)

live 20131005 0409live 20131005 0404



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