Über 25 Jahre auf dem Buckel und über ein Dutzend Alben im Gepäck haben die „Teutonenmetaller“ von GRAVE DIGGER mittlerweile. Und auf einmal kommen sie auf die Idee, dass ein zweiter Gitarrist vielleicht nicht schlecht wäre. Flugs werden ex-RUNNING WILD-Axtmann Thilo Herrmann rekrutiert – und eine Minitour mit drei Dates ankgekündigt. Der erste Auftritt als Sextett findet am Halloweenabend 2007 in der Zeche Bochum statt. Die Location blieb bei den letzten Touren außen vor – jetzt ist man wieder „mitten im Pott“ – und hat die Newcomer von POWERWOLF als Anheizer mit dabei.

Klingt nach einem vielversprechenden Abend – wenn da nicht das Verkehrschaos auf den Autobahnen gewesen wäre…

…diverse Staus und Autounfälle haben nämlich dafür gesorgt, dass ich für eine Strecke, die normalerweise problemlos in etwas mehr als 30 Minuten zu bewältigen ist, satte 3 (drei!!!) Stunden benötigt habe. Wohlwissend, dass die Shows in der Zeche gerne mal früher als angegeben beginnen, rechtzeitig losgefahren – und pünktlich zu den letzten Klängen von POWERWOLF´s „Lupus Dei“ um 20:15 Uhr in die Halle gekommen. Aber offenbar ging es mir da nicht als Einzigem so – der Parkplatz vor der Halle war vielleicht halbvoll und auch wenn POWERWOLF augenscheinlich eine große eigene Fanschar mitgebracht hatten, war die Halle auch nur sehr locker gefüllt.

Schade, denn auch auf POWERWOLF war ich sehr gespannt gewesen – und das, was ich vom letzten Song mitbekommen habe, konnte sich durchaus hören lassen. Die Herren waren zwar ein wenig seltsam gewandet und Sänger Attila Dorn wedelte ausgiebig mit seinem goldenen Kelch durch die Gegend – aber der Sound stimmte. Nach den beiden gelungenen Alben und der Bühnenperformance wird man von den Jungs sicher noch einiges zu erwarten haben.

Powerwolf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vielleicht standen ja auch die Herren von GRAVE DIGGER noch irgendwo im Stau – denn obwohl für 22:30 Uhr bereits die „größte Halloween-Metal Party in NRW“ für die Zeche angekündigt war und somit eine Deadline zu existieren schien, liess sich die Band ordentlich Zeit. Erst um 20:50 Uhr wurde es wieder dunkel – und zu den Klängen zum „Tunes Of War“-Dudelsackintro „The Brave“ betrat der als Reaper verkleidete Keyboarder H. P. Katzenburg die Bühne. 

Danach legt die Band – passend zum riesigen Backdrop – mit dem Titelsong des aktuellen Albums los. Das rumpelt mächtig und legt fast die Bühne in Schutt und Asche – und die nun doch deutlich vollere Halle ist von Anbeginn begeistert dabei, ja auch der fast obligatorische Moshpit in den ersten Reihen ist sofort aktiv. Während Frontmann Chris „der Reaper“ bei bester Laune ist und ins Publikum grinst, Gitarrist Manni auch post, was das Zeug hält – wirkt Neuzugang Thilo Herrmann (verständlicherweise) bei seinem ersten Auftritt zunächst noch etwas steif. 

gravedigger_chris30.jpgMit zunehmender Dauer löst sich das aber weitgehend – und während Chris vor „Son Of Evil“ freudestrahlend verkündet „Wir wollen heute rocken – nicht labern“ ist die Halle schon wild beim Feiern.

Das von Chris ebenfalls angekündigte „wir spielen heute ein Best-Of“ beschränkt sich allerdings nur auf die neuere Hälfte der GRAVE DIGGER-Historie – „The Grave Dancer“ vom 95er-Output „Heart Of Darkness“ hält dabei lange Zeit die Position des ältesten Songs.

Den Fans macht das augenscheinlich nichts aus – und zugegeben: das „neue“ Material hat ja auch einiges zu bieten. Thilo Herrmann macht sich übrigens recht gut – und an einigen Stellen macht sich eine zweite Gitarre als deutliche Bereicherung des Live-Sounds bemerkbar – zum Beispiel, wenn bei „Excalibur“ ein geniales Doppelgitarrensolo eingestreut wird, oder zu „Rheingold“ das Eingangsriff abwechselnd angespielt wird, dann macht das einiges her.

Chris kündigt jeden Song an, hat merklich Spaß an der ganzen Show – bis auf den Moment, an dem er zwei Streithähne vor der Bühne trennen, ja dafür sogar seinen Einsatz bei „Highland Tears“ auslassen muss. Die Aktion ist goldrichtig und die Ansage nach dem Song glasklar: „Heavy Metal bedeutet Party machen, nicht sich auf die Fresse hauen!“. Und dass die Fans „Party machen“, beweisen sie permanent – sei es durch regelmäßige „Grave Digger, Grave Digger!“-Rufe, oder durch begeistertes Mitklatschen oder Arme hochreißen – insbesondere Letzeres erfolgt immer umgehend, wenn eines der Bandmitglieder das vormacht. Wenn nicht Chris, dann ist es Manni, der auf diese Weise den Animateur spielt – und sowieso gebührt Manni die Goldmedaille als (in positivem Sinne!!!) „Poser“. Der Gute steht keinen Moment still, schneidet Grimassen, grinst, reißt die Arme hoch, winkt – und zockt ein geiles Riff nach dem anderen lässig herunter. gravedigger_manni6.jpg

 

 

Kurz vor halb elf machen GRAVE DIGGER dann mit „Rebellion“ erstmal Schluss – wobei schon klar ist, dass sie nochmal wiederkommen werden. Denn als Chris „DIE GRAVE DIGGER-Hymne schlechthin“ ankündigt und ein Ruf aus dem Publikum kommt „Heavy Metal Breakdown!!!!“, quittiert er den lakonisch mit „jaja, den spielen wir auch noch…“.

 

Gesagt, getan – nur wenige Sekunden nach dem „letzten“ Song steht die Band wieder auf der Bühne und rockt mit „The Last Supper“ und „The Grave Digger“ nochmal so richtig ab. Und dann kommt der einzig im Set verbliebene „alte“ Song, den sich die Band aber wohl auch nicht zu streichen erlauben kann: „Heavy Metal Breakdown“ – und so ist erst um 22:45 Uhr nach gut zwei Stunden Spielzeit das Ende eines überragenden Gigs erreicht. GRAVE DIGGER beweisen es mit jeder Scheibe und mit jeder Show aufs Neue, wie gut sie auch nach der langen Zeit im Geschäft noch rocken. Auf Scheibe ist eine Sache, aber live sind die Jungs eine absolute Wucht.

 

 

 

Die Kurztournee ist jetzt ja schon wieder um – aber Chris hat ja schon die nächste angekündigt… zum nächsten Album „Ende 2008“ gibt´s die nächste Tour „Anfang 2009“. Und er hat auch wieder einen Abend in der Zeche versprochen. Also: Schon jetzt vormerken: PFLICHTVERANSTALTUNG!

Setlist GRAVE DIGGER:

Intro: The Brave
1)      Liberty Or Death
2)      Son of Evil
3)      Valhalla
4)      Scotland United
5)      The Grave Dancer
6)      Lionheart
7)      Grave In The No Man´s Land
8)      Excalibur
9)      In The Dark Of The Sun
10)     The House
11)     Rheingold
12)     Highland Tears
13)     The Roundtable
14)     Morgane Lefay
15)     Silent Revolution
16)     Knights Of The Cross
17)     Rebellion
Zugabe:
18)     The Last Supper
19)     The Grave Digger
20)     Heavy Metal Breakdown

gravedigger_band9.jpg

(Naglagor)

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