Noch ein paar mehr Besucher als 2004 kamen zum dritten Rock Hard Festival. Um die 6000 Besucher sorgten für eine stattliche Kulisse und auch schon am frühen Nachmittag für eine durchaus volle Tribüne. Inzwischen hat sich also der gute Ruf dieses Fesivals rumgesprochen und für viele hat die Veranstaltung bereits einen festen Platz im Festivalkalender gefunden. Auch wenn in diesem Jahr das Wetter eher durchwachsen war, wobei sich der Regen glücklicherweise in Grenzen hielt. (Tutti)

alle Fotos innerhalb des Berichts vom Rock Hard Festival 2005 von Tutti



Live Reviews vom Rock Hard Festival 2005 (13.05.)

Regicide:
Das Rock Hard Festival eröffnen durften REGICIDE. Live ist mir die Band bis dato noch nicht vor die Flinte gekommen. Was nicht weiter schlimm ist, denn so sehr konnte mich die Formation mit ihrem Gothic Rock mit Keyboard und Geige nicht überzeugen. Ein paar brauchbare Melodie können die Norddeutschen sicher auffahren und so gehen einige im Publikum auch schon ganz gut mit ... aber auch erst nach Aufforderung. Naja... (Tutti)

Sunride:
Stilistisch in eine ganz andere Richtung ging es dann mit SUNRIDE. Die Finnen haben mich auch nicht völlig umgehauen, aber das Quintett gab auf der Bühne ordentlich Gas und der Stoner Rock kam schon ganz gefällig aus den Boxen. Entsprechend war auch erstmals einiges an Bewegung in den ersten Reihen vor der Bühne auszumachen. Ganz ok, aber nicht unbedingt mein Ding. (Tutti)

Abandoned:
Um die dritte Position des Freitags zu belegen, hatte der Festival-Sponsor SIMeVIL einen Band-Contest für Nachwuchs-Combos ins Leben gerufen, bei denen sich die Teilnehmer über die Anzahl verkaufter Downloads und nach Juryentscheid für die Co-Headliner-Rolle vor GIRLSCHOOL qualifizieren konnten. Dass diese Aktion in erster Linie weniger der Förderung des Metal-Nachwuchses als der Promotion des neuen Onlinemusik-Portals dienen sollte, dürfte die wenigsten ernsthaft erschüttern, aber so ist es halt heutzutage im Metal-Marketing. Gewonnen haben letztlich die Thrash Metaller ABANDONED, und nach deren Auftritt gehe ich mal davon aus, ohne ihre Konkurrenten im Contest zu kennen, dass sie verdient gewonnen haben. Die vier Hessen wussten mit ihrem aggressiven old School-Gebolze im Stile der 80er Bay Area-Helden absolut zu überzeugen. Definitionsgemäß ist diese Musik alles andere als innovativ, aber das spielt dabei überhaupt keine Rolle, hier steht der Spaß im Vordergrund, und den hatten hier sowohl Band als auch Zuschauer. Um mal einfach den ABANDONED-Fronter zu zitieren: "Hut ab!" (Kai)

Girlschool:
Headliner am ersten Tag waren GIRLSCHOOL. Die Band hat ihre große Zeit nun schon ein paar Jahre hinter sich. Aber an diesem Abend durften die vier Damen sich nochmal an die für sie erfolgreichen 80er Jahre zurück erinnern. Denn das Publikum feierte die Band reichlich ab. Etwas überraschend, dürften doch die wenigsten Anwesenden ein paar Scheiben der Band im Schrank stehen haben. Klassiker wie "Hit And Run" und "Race With The Devil" können aber auch so zünden und so erntet die Band am Ende langen Beifall. Deshalb geht der Daumen auch nach oben. (Tutti)



Live Reviews vom Rock Hard Festival 2005 (14.05.)

Communic:
Nach dem Vorspiel auf der kleinen Bühne ging es am Samstag dann richtig los und da dann gleich mit COMMUNIC. Für die Norweger ist dies die Open Air Premiere und dafür schlagen sie sich ganz achtbar. Es schien aber auch, als wären einige im Publikum mit dem technisch starken und progressiven Power Metal sehr vertraut. Und alle anderen wurden bei Stücken wie "Ocean Bed", "Silence Surrounds" und "Conspiracy In Mind" einfach mitgerissen. (Tutti)

Heaven Shall Burn:
Die führenden Vertreter des deutschen Metalcore sind ohne Zweifel HEAVEN SHALL BURN, und sie sind auch eine der wenigen Bands, auf die dieser Ausdruck passt wie die Faust aufs Auge. Denn HEAVEN SHALL BURN verbinden in perfekter Weise stampfenden Midtempo Death Metal a la BOLT THROWER und BENEDICTION mit aggressivem New School HC. Mit ihrer letzten Platte "Antigone" dürften sie den ganz großen Durchbruch geschafft haben, was unter anderem mit einem Platz im Billing des Rock Hard Festivals belohnt werden sollte. Zwar zogen HEAVEN SHALL BURN zur Mittagszeit nicht die Massen ins Amphitheater, der Zuspruch war dennoch recht gut und die Band, die aufgrund einer Erkrankung des etatmäßigen Sängers Marcus (Gute Besserung vom NB-Team an dieser Stelle) auf den MAROON-Sänger Andre zurückgriffen, heizte dem Publikum ordentlich ein. Los ging es mit "The Weapon They Fear", einem ordentlichen Nackenbrecher, bei dem der Ersatzmann am Mikro noch etwas unsicher wirkte, was das Publikum natürlich mit gemischten Gefühlen aufnahm. Doch bei "The Fire" und "Bleeding To Death" wurden Andre sowie die Stimmung in der Bude immer besser. Mit "Architects Of The Apocalypse", "Voice Of The Voicless" und "The Only Truth" wurden dann weitere starke Nummern vom aktuellen Album gespielt, bevor beim Klassiker "The Martyr's Blood" und der Zugabe "To Harvest The Storm" sogar stellenweise der Circlepit tobte. Am Ende stand unter dem Strich ein ordentlicher Auftritt, auch mit Ersatzsänger. (Thomas)

Ensiferum:
Voller Vorfreude warteten viele auf den Auftritt von ENSIFERUM. Entsprechend groß war der Andrang vor der Bühne. Angespornt durch den guten Publikumszuspruch legten die finnischen Krieger dann auch einen sauberen Auftritt hin (wobei ich bisher sowieso noch keinen schlechten Gig von denen gesehen habe), sogar Keyboarderin Meiju stand nicht nur still rum, wie man es sonst oft bei anderen Bands sieht. Frenetischen Beifall gab es zu Stücken wie "Token of Time", "Iron" und "Hero in a Dream". Für viele sicher einer der Höhepunkte des Festivals. (Tutti)

The Haunted:
Wenn es an dem Wochenende Kilometergeld gegeben hätte, wären THE HAUNTED alleine schon wegen der von Sänger Peter Dolving auf der Bühne zurücklegten Wegstrecke als reiche Männer nach Schweden zurückgekehrt. Der Mann stapfte unentwegt hin und her. Ruhig bleiben kann man bei dem gewaltigen Thrash Metal der Schweden aber auch nur schwer. Nicht umsonst gehört die Band inzwischen zu den angesagtesten Bands dieses Genres. Bei Stücken wie "Undead", "Godpuppet" etc. tickte dann auch einige im Publikum aus. Guter Gig mit mächtiger Thrash Wand. (Tutti)

Samael:
SAMAEL das bedeutet eigentlich "nur" eine riesige dicke Soundwand ... wenn der Sound denn auch stimmt und das war an diesem Spätnachmittag schon so ziemlich der Fall. Präzise wie ein schweizer Uhrwerk spulten die Eidgenossen ihr Programm ab. Wobei sich vor allem Bassist Christophe als äußerst bewegungsfreudig heraustellte. Dem wollte Xy an dem Keyboards und(!) Percussion aber nicht nachstehen und legte sich im Hintergrund ebenfalls mächtig ins Zeug. Bei gutem Sound sind die Jungs live einfach nicht zu toppen. Die Soundwalze rollt wahrscheinlich immer noch irgendwo durch Gelsenkirchen. (Tutti)

Sonata Arctica:
Einen Tick ruhiger wurde es dann mit SONATA ARCTICA. Ruhiger auch vor der Bühne, denn zu Beginn des Gigs war der Publikumszuspruch eher nicht so doll. Das änderte sich aber im weitere Verlauf und das spricht letztlich einfach für die Finnen. Mit dafür verantwortlich ist auch der überraschend wuchtige Sound ... ganz im Gegensatz zum dünnen Süppchen in Wacken 2003, als ich die Band zuletzt sah. Bei der Auswahl der Songs griff die Band auf Stücke wie "Blinded No More", "Victoria's Secret", "Don't Say A Word" und "The Cage" zurück. Guter Gig, wenn auch sicher nicht der Höhepunkt des Wochenendes. (Tutti)

Amon Amarth:
Auch wenn meiner Meinung nach das letztjährige fünfte Album „Fate Of Norns“ nicht unbedingt zu den Highlights in ihrer Discographie zählt – live sind AMON AMARTH nachwievor eine Macht. Die fünf Schweden um Frontwikinger Johan Hegg hatten das vollbesetzte Amphitheater von der ersten bis zur letzten Minute fest im Griff und das Publikum feierte die Midtempo-Death Metal-Walzen enthusiastisch ab. Songs wie "Bloodshed", "Death In Fire" oder die inoffizielle Bandhymne "Victorious March" vom nach wie vor überragenden Debüt "Once Sent From The Golden Hall" fanden ohne Umwege den Weg in die Nackenmuskulaturen der Zuschauer, und deren Spaß am Gig schien die Nordmänner noch mehr zu motivieren, so dass sie letztlich einen mitreißenden und absolut überzeugenden Auftritt absolvierten, der nicht sonderlich weit von der deathmetallischen Perfektion entfernt war. Es fehlten wirklich nur noch, dass Drachenboote den Rhein-Herne-Kanal langzuckelten, aber an solchen Kleinigkeiten kann man ja in Zukunft noch feilen... (Kai)

Children Of Bodom:
Sollten sich die Security Menschen im Graben bis hierhin über zu wenig Arbeit beklagt haben, spätestens jetzt war damit Schluss. Gleich im Dutzend steuerten die Crowdsurfer Richtung Bühne. Auf der stand mit CHILDREN OF BODOM natürlich auch nicht irgendeine Band. Die Finnen gaben 75 Minuten lang Vollgas und die Menge nahm Stücke wie "Silent Night, Bodom Night", "Chokehold (Cocked'N'Loaded)", "Every Time I Die", "Needled 24/7", "Bodom After Midnight", "Deadnight Qarrior", "Hate Crew Deathroll" und "Kissing The Shadows" dankbar auf und feierten die Band entsprechend ab. Ein Gig bei dem die Finnen einerseits ihren Ruf als starke Live Band untermauern konnten und andererseits sich Alexi Laiho einmal mehr als klasse Frontmann bewiesen hat. (Tutti)

Jon Oliva:
Wie nicht anders zu erwarten war, der Auftritt von JON OLIVA wurde eine einzige SAVATAGE-Show. Sonderlich viel aus dem JON OLIVA'S PAIN Repertoire sollte man an diesem Abend nicht zu Ohren bekommen. Was sonst hätte man im Anbetracht der Ausnahmestellung von SAVATAGE in der Geschichte des Heavy Metal dem Publikum auch bieten sollen? Los ging's mit "Gutter Ballet", und das Publikum begann zu feiern. Der Sound und die Lightshow waren großartig. Danach gab es dann "The Dark", ein Song vom neuen JON OLIVA'S PAIN Album "Tage Mahal", der irgendwie keinen interessiert hat, denn die Leute wollten SAVATAGE hören. Und die Leute bekamen was sie wollten. Es kamen "Hounds", "City Beneath The Surface" sowie mit "Jesus Saves" und "Tonight He Grins Again" zwei Nummern vom "Streets" Album, während ein grandios dargebotenes "Believe" für Gänsehaut sorgen konnte. Ein großes Konzert war es bis dato, und es sollte noch besser werden, das Publikum trug jedenfalls seinen Teil dazu bei. Es gab einzig und allein einen Wermutstropfen, der einige Leute vergraulte, nämlich wann immer JON OLIVA zwischen den Liedern den Mund für Ansagen aufmachte (und das tat er oft und augenscheinlich mit wachsender Begeisterung), kam totaler Blödsinn dabei raus. Er versuchte das Publikum zu animieren, klang aber mit seinem Gesabbel eher wie ein Drogendealer aus der Bronx als eine Ikone des Heavy Metal. Man mochte irgendwann denken, der Kerl hat sie nicht alle, und war froh, wenn das nächste Lied begann. Das tat es indes, es ging weiter mit "Ghost In The Ruins" und einem fast zehnminütigen Gitarrensolo zum Gedenken an Criss Oliva, der mittlerweile leider schon seit über 10 Jahren nicht mehr unter uns weilt. Zum Schluss wurde mit den Klassikern wie "The Dungeons Are Calling", "Sirens" und "Power Of The Night" sowie "Thorazine Shuffle" alles in Grund und Boden gerockt, bevor mit der letzten Zugabe, natürlich "Hall Of The Mountain King", ein großartiges Konzert einen würdigen Abschluss fand. (Thomas)



Live Reviews vom Rock Hard Festival 2005 (15.05.)

Hellfueled:
Am Sonntag konnte man sich direkt zu Beginn des Festivaltages davon überzeugen, dass die Stimme von HELLFULED-Sänger Andy Alkman auch live eine verblüffende Ähnlichkeit mit der von OZZY OSBOURNE hat. Und da sich auch die Musik der Schweden auf der Schiene des Madmans himself bewegt, ist es kein Wunder dass HELLFULED so gut beim Publikum ankommen. Ihr Können bewiesen die Jungs auf dem Rock Hard Festival eine Dreiviertelstunde lang, es war ihr erster Auftritt in Deutschland. Bei dem guten Zuspruch, den sie vom Publikum bekamen, kann man getrost davon ausgehen dass es nicht ihr letzter gewesen sein wird. In solider Manier promoteten sie ihr Debütalbum "Volume One" und rockten sich von Stück zu Stück, wobei ihre ausgefeilte spielerische Qualität wohl keinem Anwesenden verborgen blieb. Den Abschluss machte natürlich HELLFULED's Paradestück "Midnight Lady", und nein, das ist keine Coverversion von Chris Norman oder Roland Kaiser. (Thomas)

Wolf:
Drei hervorragende Heavy Metal-Scheibletten der alten Schule haben die schwedischen WOLF im Gepäck, aber auf hiesigen Festival-Bühnen haben sie mich bislang nicht so recht überzeugt. Auf dem Wacken 2002 dürfte das in erster Linie an ihrem augenscheinlich hoch alkoholisierten Zustand gelegen haben, auf diesem Rock Hard Festival hingegen war es der angeschlagenen Gesundheitszustand von Frontman Niklas Olsson, der ein wenig die Freude trübte. Denn der auf Platte äußerst charismatische Sänger konnte auf der Bühne an diese Leistungen zu keinem Zeitpunkt ranreichen und musste weitaus tiefer und mit wenigen Gesangslinien arbeiten, um den Gig überhaupt zu überstehen. Dazu kam noch ein ziemlich bescheidener Sound, der es erschwerte, die eigentlich sehr eingängigen Songs wie "Electric Raga", "Demon Bell" oder "Evil Star" gebührend zu würdigen. Aber trotz dieser erschwerten Bedingungen liessen sich die vier jungen Schweden den Spaß nicht verderben, posierten wie die Weltmeister und waren zumindest musikalisch voll auf der Höhe – so viel man es halt bei diesem Soundbrei mitbekommen konnte. Wirklich schade, aber wahrscheinlich sind WOLF eh irgendwie besser in kleineren Clubs mit großer Fannähe aufgehoben als auf ausladenen Festivalbühnen. (Kai)

Threshold:
2003 sollten THRESHOLD schon auf dem ersten Rock Hard Festival spielen und in gewisser Weise haben sie das auch getan ... für ein paar Minuten. Dann kam der große Regen und der Auftritt musste leider abgebrochen werden. In diesem Jahr kam bei den britischen Progis sogar die Sonne raus, vermutlich eine Art Wiedergutmachung. Performancetechnisch stach vor allem Frontmann Mac heraus, der gut zu Fuß war. Der Rest der Band konnte dafür seine technischen Stärken bei Songs wie "Pressure" und "Long Way Home" unter Beweis stellen. Der Auftritt ging schon in Ordnung, auch wenn mir so frickeliges Zeug normalerweise nicht so zusagt. (Tutti)

Unleashed:
Es war mal wieder soweit, die im letzten Jahr gewissermaßen von den Toten auferstandenen UNLEASHED gaben sich die Ehre. Die Schweden boten eine solide und schnörkellose Performance, bei denen eine gut durchdachte Mischung aus Stücken ihrer sieben Alben präsentiert wurde. Von "Before The Creation Of Time" über "Shadows In The Deep", "To Asgaard We Fly", "Victims Of War" und "Death Metal Victory" bis hin zu einigen Songs ihres aktuellen Albums "Sworn Allegiance" war alles dabei. Es war ein Gig ohne Höhen und Tiefen, man bekam das geboten, was man von den Jungs um Sänger Johnny seit Jahr und Tag gewohnt ist. Ein bisschen mehr Abwechslung in der Songauswahl im Gegensatz zu den Festivalauftritten vom letzten Jahr hätte ich mir gewünscht, doch UNLEASHED wichen leider nicht von ihrem Standardrepertoire ab. (Thomas)

Pretty Maids:
PRETTY MAIDS waren für mich an diesem Wochenende DIE positive Überraschung. Ich hatte ehrlich gesagt nicht mit so positiven Reaktionen gerechnet. Anfangs wurde ich auch bestätigt, vor der Bühne war es doch relativ überschaubar. Im weitere Verlauf konnte sich jedoch eine stattliche Menge für die Band begeistern. Verwunderlich ist dies aber nicht, denn gerade in der zweiten Hälfte des Gigs kamen die ganzen Klassiker zum Zuge, wie "Yellow Rain", "Love Games", "Future World" und "Red, Hot And Heavy". Hätten sie doch nur mit "We Came To Rock" eröffnet, oder den Song überhaupt gespielt, es hätte gepasst wie die Faust auf's Auge. Einen eingerosteten Eindruck machte die Band auch nach über 20 Jahren nicht. Stark! (Tutti)

Masterplan:
Auf dem Dynamo Open Air sollen MASTERPLAN eine gradiose Show abgeliefert haben - mag sein, ich war nicht da :-) Auf dem Rock Hard Festival konnte die Band auch tolle Reaktionen ernten, während der Auftritt mich nicht gerade umgehauen hat. Vermutlich ein typischer Fall von zu hoher Erwartung. An den Songs "Enlighten Me" und "Heroes" lang es aber nicht. Die Performance stimmte eigentlich auch und technisch sauber vorgetragen wurden die Stücke von der Formation um die ehemaligen Kürbisköpfe Roland Grapow und Ulli Kusch sowieso. Aus irgendeinem Grund wollte es einfach bei mir nicht zünden, es wurde wohl einfach mal wieder Zeit für was härteres ... :-) Die Fans waren auf jeden Fall begeistert. (Tutti)

Overkill:
Klarer Gewinner des Festivals sind für mich OVERKILL. Das passt auch richtig, denn die Band feiert ihr 20-jähriges Bestehen und aus diesem Anlass wurde der Song "Rotten To The Core" auch einfach mal unterbrochen und der Band wurde von Mitgliedern des OVERKILL Fanclubs Skullkrushers Germany ein Geschenk überreicht. Ansonsten ging es aber eine Stunde lang kräftig zur Sache und nach Stücken wie "Wrecking Crew", "Elimination", "Hello From The Gutter", "Thanx For Nothin'", "Old School", "Necroshine" und "Fuck You" wurde die Band immer wieder mit OVERILL-Sprechchören gefeiert. Verständlich denn Blitz & Co. legten einen Performance hin wie man sie von Herren in dem Alter nun wirklich nicht mehr erwarten darf. Allen voran Frontmann Bobby Blitz war (glücklicherweise) nicht zu halten. Sehr starker Auftritt bei dem die Band auch ohne ein Stück wie "In Union We Stand" einmal mehr ihre herausragenden Stellung als starke Live Band untermauern konnte. (Tutti)

Sentenced:
Die vor Ewigkeiten als Death Metal Band ins Rennen gegangenen und mittlerweile zum Gothic Rock Orchester mutierten SENTENCED durften das Festival Co-headlinen. Sicher, sie lösen sich diesen Sommer auf und spielen ihre Abschiedstournee, das ist schon ein guter Grund eine verdiente Combo wie SENTENCED im Billing ein paar Plätze nach oben zu hieven. Richtige Metalstimmung erzeugten die Finnen indes nicht, und das ausgerechnet vor dem Reunion-Gig von ACCEPT. Dieser Umstand nahm dem Abend doch ein wenig den Wind aus den Segeln, man hätte ruhig mit OVERKILL die Plätze tauschen können. Nichts desto trotz, SENTENCED machten die Sache für ihre Verhältnisse gut, brachten eine gelungene Auswahl von Songs mit Fokus auf die neueren Alben ab der "Down" Scheibe und haben ihre zahlreich anwesenden Fans sicherlich zufrieden gestellt, denn es herrschte durchweg gute Stimmung während des Auftritts. Sound und Beleuchtung waren an diesem frühen Sonntagabend ebenfalls sehr gut. Wer dem Auftritt von SENTENCED nicht beiwohnte, wird derweil schon eine Beschäftigung gegen die Langeweile gefunden haben. Beim Gig von ACCEPT fanden sich jedenfalls alle Mann wieder im Amphitheater ein. (Thomas)

Accept:
Ursprünglich war ein Auftritt der deutschen 80er Heavy Metal-Legende ACCEPT schon für das erste Rock Hard-Festival geplant, das scheiterte aber genau wie beim zweiten. Bei Nummero 3 hat es dann schließlich geklappt, und die in Ehren ergrauten Herrschaften konnten sich zu einer Reunion in Originalbesetzung durchringen, um den ersten Gig in dieser Besetzung seit 10 Jahren zu spielen. Und wenn man schon mal dabei ist, wurden gleich noch eine ganze Reihe mehr Festivalauftritte, auch auf dem Wacken, gebucht, so viel also zur Exkulsivität. Dass dieses Unterfangen wenig andere Gründe als finanzielle Aspekte gehabt haben dürfte, würden wohl nicht allzuviele Metalheads glauben, in Dimensionen wie ACCEPT ist Musik halt nicht mehr als knallhartes Business. Das mag in einer gewissen Hinsicht disillusionierend sein, aber ein gutes hat es doch: man kann absolute Professionalität auf der Bühne erwarten. Und das bekam man hier auf jeden Fall geboten. Dazu gehört vermutlich auch eine rockstar-gerechte fast halbstündige Verspätung, mit denen es auf der Bühne endlich losging, aber einmal am Gange, waren die Herren Dirkschneider, Hoffmann, Baltes, Frank und Schwarzmann eine Macht. Einstudiert bis in die letzte Pose präsentierten die Idole unzähliger Musiker und Metalheads vor allem Songs der goldenen Anfang-/Mitte-80er Phase, und Hits wie „Metal Heart“, „Breaker“, „Restless And Wild“, „Fast As A Shark“ oder „Balls To The Walls“ saßen einfach perfekt. Auch der mittlerweile auch weit über 50jährige Udo Dirkschneider war ziemlich gut bei Stimme, und einige wohlverdiente Pausen zum Durchatmen baten ihm die - in ihrer Länge und Häufigkeit absolut vertretbaren - Gitarrensoli von Gitarrenheld Wolf Hoffmann. Und als nach unzähligen Pyro- und Knalleffekten nach knapp zwei Stunden ACCEPT fertig waren, muss man konstertieren: auch wenn diese Reunion allein materielle kommerzielle Gründe hatte, hier bekam man als Fan wirklich Value for Money! Ein in dieser Form der Einmaligkeit absolut würdiger Headliner, Respekt! (Kai)


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