interview TheTreatment 20140303 00THE TREATMENT haben 2014 mit "Running With The Dogs" ihr zweites Album veröffentlicht, dabei zeigt sich die Band deutlich gereifter zum Vorgänger "This Might Hurt". Wir hatten Schlagzeuger Dhani für euch im Interview, wobei sich herausstellte, dass diese Band genau weiß was sie will. Des Weiteren scheinen die Jungs einen guten Sinn für Humor zu haben, aber lest selbst.

Pascal: Wer hatte die Idee für den Titel des Albums?

Dhani: Dafür übernehme ich die Verantwortung (lacht)! Wobei wir alle fanden, dass er sehr gut zum Sound der Platte und zur Handlung der Songs passt. Es geht darum, Zeit mit einer Gruppe zu verbringen, in der jeder die gleiche Leidenschaft hat. Außerdem dachten wir, dass es auf eine coole Art zum Artwork passt, wir sind wirklich sehr zufrieden mit dem finalen Cover. Es ist die Art von Bild geworden, welches man möglicherweise auf dem Rücken einer Lederjacke sieht. Vielleicht sollten wir welche machen lassen?!

Pascal: Wie viel Zeit beanspruchte die Produktion und die Aufnahmen zum Album?

Dhani: Ach weißt du, rückblickend dauerte es insgesamt ein Jahr. Wir waren ständig auf Tour in dieser Zeit, in vielen unterschiedlichen Teilen der Welt. Darum konnten wir nur richtig an den Songs arbeiten, wenn wir mal nicht unterwegs waren. Zum Glück haben wir ein kleines Studio in der Nähe von Cambridge, wo wir ja alle leben. Wenn wir also zuhause waren, konnten wir uns von der Außenwelt abschneiden und komplett auf das Album konzentrieren. In Anbetracht der Stärke und der Qualität der Songs und auch den vielen Details der Produktion denken wir, dass "Running With The Dogs" ein sehr wichtiger Schritt nach vorne für uns ist. Das entspricht auch überwiegend den Rückmeldungen, welche wir zum Album erhalten. Auch die Resonanz auf die ruhigeren Songs fiel sehr positiv aus, besonders in Japan. Wir müssen auf jeden Fall die Akustikgitarren einpacken, wenn wir im Frühling dort hinfahren.

interview TheTreatment 20140303 02Pascal: Seid ihr mit dem Sound der Platte zufrieden? Für mich klingt es moderner als "This Might Hurt".

Dhani: Ja, wie ich eben bereits sagte, lieben wir den Sound der Platte. Wir sind wirklich keine großen Fans moderner Platten. Die sind oft zu digital oder überproduziert, und dann klingt es nicht länger nach einer richtigen spielenden Band. Wir haben versucht so wenig wie möglich nachzubearbeiten, um die Energie, das Gefühl und das Feuer zu erhalten. Wenn du die Songs zu sehr polierst, wird die Platte nur zu Vanillebrei. Ich finde außerdem, dass unser Basissound dieses Mal wesentlich stärker ist – wir hatten einfach besseres Equipment und mehr musikalische Erfahrung ... Ich meine, ich war gerade mal 16, als wir die Tracks für das erste Album aufnahmen.

Pascal: Welcher ist dein Lieblingssong auf dem Album?

Dhani: Hmmm ... das ist schwierig. Gezwungenermaßen würde ich sagen „I Bleed Rock + Roll", dicht gefolgt von „The Outlaw", „Emergency" und „Running With The Dogs". Oh, und auch „Cloud Across The Sun" und „Unchain My World", die ruhigeren Songs mit größerer Atmosphäre, welche ich eben bereits kurz erwähnte. Wir haben zu „Emergency" in Großbritannien zurzeit ein klein wenig Airplay. Ein DJ hat es als „the lovechild of AC/DC and QUEEN" bezeichnet! Da habe ich nichts einzuwenden! Auch „The Outlaw" kommt live wirklich gut an – wir behalten dazu auch das Intro. Wir möchten irgendwann ein Video zu dem Song machen. Aber dann werden sich sicher alle Männer als Cowboys verkleiden wollen (lacht)!

Pascal: Wie viele der Songs von "Running With The Dogs" werdet ihr auf der kommenden Tour spielen?

Dhani: Momentan spielen wir insgesamt acht Songs des neuen Albums, plus einer guten Auswahl von unserem Debüt "This Might Hurt". Allerdings muss ich dazu sagen, dass das neue Material live wie ein Blitz einschlug, wir haben es da bereits vorher auf Tour ein paar Mal getestet. Ich meine, „World On Fire" ist seit der KISS/MÖTLEY CRÜE-Tour, welche wir Ende 2012 in den USA gemacht haben, im Set. Außerdem können wir mittlerweile selbst als Headliner spielen, und damit können wir mit einem längeren Set experimentieren. Manchmal ist sogar noch Zeit einen Coversong zu spielen, wie zum Beispiel „The Seeker" von THE WHO – du kannst dazu eine Studioversion auf der Deluxe Edition von "Running With The Dogs" finden. Ich weiß nicht ob dir das schon bekannt ist, aber wir haben eine EP voll mit Coversongs veröffentlicht. Das Teil heißt „Then & Again" und kam in Großbritannien 2012 auf den Markt.

Pascal: Der Anfang von "The Outlaw" ist wirklich cool, wer hatte die Idee dafür?

Dhani: Das war Dante Bonutto von unserem Label Spinefarm. Er kennt Hank Williamson von THE BOSS HOSS und Hank hat es für uns in Berlin zusammengestellt. Es ist ein großartiges Intro und passt perfekt zum Song.

Pascal: Wer schreibt die Texte für die Songs?

Dhani: Momentan machen wir das alle zusammen.

Pascal: Wie viel Einfluss hatte der Produzent auf das Album?

Dhani: Na ja, Laurie Mansworth ist unser Produzent und Manager und er kennt jede Schraube dieser Art von Musik. Er hat einen Beitrag an dem, was wir tun. Da er selbst Gitarrist ist und in einigen Bands spielte (MORE, AIRRACE), wird es niemals passieren, dass er eine schlechte Performance auf einem Album zulässt. Wenn wir aufnehmen, stellen wir sicher, dass wir die Herrscher über das Spiel sind, ansonsten ... glaub mir, würden Federn fliegen! Lauries Standards sind wirklich hoch, und wir lieben das an ihm.

Pascal: Ihr habt bereits viele Shows mit großartigen Bands wie KISS, ALICE COOPER oder MÖTLEYC RÜE gespielt. Habt ihr diese Konzerte genossen?

Dhani: Das waren alles unglaubliche Konzerte, aber die KISS / MÖTLEY CRÜE Tour 2012, einfach nur „The Tour" genannt, war die Spitze des Eisberges! Alle Mitglieder beider Bands haben THE TREATMENT wahnsinnig unterstützt. Vor allem Gene (KISS-Basser, Anm. d. R.) um einen herum zu haben war super, er hatte immer seinen Spaß mit uns, er ist wirklich cool. Dasselbe gilt für Alice, es war eine Freude mit ihm zu touren, und er hat uns sehr gut behandelt. Und „last, but not least", Nikki Sixx ist ein guter Freund für THE TREATMENT, es war Nikki, der uns die Tour ermöglichte. All diese Jungs haben eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Musik, welche wir lieben, gespielt. Also wer eignet sich besser als Unterstützung und Beratung? Um wirklich erfolgreich in dem Geschäft zu sein, musst du auf jeden Fall Talent und eine Vision haben. Aber du musst auch auf die Arbeit vorbereitet sein und das Geschäft verstehen, und diese Jungs kennen ihr Zeugs in- und auswendig.


"Wenn wir dieses Gefühl in Flaschen füllen könnten, wären wir größer als „Coca-Cola...""

Wahre Worte über die Gefühle bei Konzerten!


Pascal: Konntest du die Musiker dieser Bands treffen?

Dhani: Ja, wir haben alle getroffen. Sie waren alle sehr offen und freundlich – wir sind sehr gut mit ihnen und ihrer Crew ausgekommen. Im Musikbusiness ist es der Headliner, der alles einteilt – sie sind für den Ticketverkauf verantwortlich, es ist ihre Tour, und sie haben das Vorrecht darauf, Dinge so zu tun wie sie es für richtig halten. Also war es für uns als neue Band wichtig, diese Dinge zu respektieren und unseren Teil dazu beizutragen, sodass die Tour gut läuft. Wenn wir Party machen oder wenn das Ende einer Tour erreicht ist, sind wir froh, uns ein paar Drinks zu genehmigen und das Leben zu genießen. Aber wenn wir auf Tour sind, sind wir zu 100% bei der Sache, da wird nicht getrunken. Es ist einfach nur fair für die Fans, die das Ticket für die Show bezahlt haben. Denen wollen wir die beste Show bieten, die sie sehen können – und das jeden Abend!

Pascal: Welche Erfahrungen habt ihr aus diesen Konzerten mitgenommen?

Dhani: So großartig diese Bands bereits sind, du musst ständig an dir selbst arbeiten und konstant dein Material und deine Bühnenshow verbessern, worauf dein Hauptaugenmerk liegen sollte. Wenn du dich nicht darum kümmerst, bewegst du dich effektiv rückwärts.

Pascal: Wie gefällt dir das Leben auf Tour?

Dhani: Es ist großartig! Wir sind aktuell alle gut befreundet, wie eine Familie, und wir sind am glücklichsten, wenn wir unterwegs sind. Man neigt normalerweise dazu, in seiner eigenen Luftblase zu sein, aber hier macht jeder Tag Spaß. Es ist schon etwas schwieriger, wenn wir zu Hause sind, man ist schnell gelangweilt und hat Hummeln im Arsch. Glücklicherweise haben wir den gesamten Sommer noch vor uns, viele großartige Festivals kommen auf uns zu, und darauf freuen wir uns bereits jetzt. Wir werden in Kürze jede Menge neue Shows bekannt geben, inklusive dem „Download"-Festival in England... Oh und auch „Graspop" in Belgien ist bestätigt. Außerdem noch das „Impact"-Festival im Juni in Polen. AEROSMITH und BLACK SABBATH werden dort spielen, wir sind also in exzellenter Gesellschaft!

interview TheTreatment 20140303 03Pascal: Bist du lieber auf Tour oder lieber im Studio?

Dhani: Wir ziehen auf jeden Fall das Touren vor. Im Studio zu sein ist zwar schön, aber bei der Rockmusik geht es hauptsächlich um die Liveatmosphäre. Die Power, die Leidenschaft, das Gebrüll des Publikums, all das eben – das sind Erfahrungen, die du nicht „herunterladen" kannst, du musst dabei sein. So etwas hält am längsten! Momentan gibt es jede Menge Gespräche darüber, dass Rock tot sei oder zumindest Probleme hat, zu den Leuten durchzukommen. Aber wir glauben nicht daran! Solange es gute Rockbands da draußen gibt, die Konzerte geben, wird diese Musik nicht aussterben! Es spielt dabei keine Rolle, wie alt oder von welchem Geschlecht du bist, es gibt keine bessere Abendbeschäftigung als einer Rockband dabei zuzusehen, wie sie das Publikum zum Ausrasten bringt. Wenn wir dieses Gefühl in Flaschen füllen könnten, wären wir größer als „Coca-Cola"- Rock ist echt, und das sollte niemand vergessen! (Notiz an mich: Als Zitat raus holen!)

Pascal: Werdet ihr für "Running With The Dogs" erneut mit einer großen Band unterwegs sein, oder spielt ihr eigene Headlinershows in kleineren Clubs?

Dhani: Sowohl als auch. In England waren wir bereits mit AIRBOURNE auf Tour, nach der wir dann unsere eigenen Headliner-Shows gespielt haben. Momentan haben wir noch Headliner-Shows in Japan und Europa anstehen, aber wir werden auch einige große Bands in Europa supporten. Außerdem hoffen wir im Frühling 2015 in die USA zurückzukehren. Viele Leute die uns online anschreiben, kommen aus den Staaten. Sie erinnern sich an die Konzerte von uns und daran, wie sie uns danach getroffen haben, als wir dort auf Tour waren. Also haben wir definitiv ein paar Samen jenseits des Atlantiks gesät...

Pascal: Ich habe euch 2011 mit ALICE COOPER in Mannheim gesehen, es war damals eine wirklich coole Show. Als ich mir jetzt eure aktuellen Promofotos angeschaut habe, erkannte ich euch auf den Bild zuerst kaum wieder. Euer Styling hat sich total verändert, war das eine bewusste Entscheidung seitens der Band?

Dhani: Nicht wirklich, wir sind jung und experimentieren gerne mit unserem Styling, das hält die Dinge frisch. Es gab nie eine Diskussion darüber, wie wir auszusehen haben oder wie wir nicht auszusehen haben. Wir scheinen alle auf derselben Wellenlänge zu liegen. Ich schätze das wir, als wir alle etwas außerhalb von Cambridge zusammenlebten, erkannt haben, wie wir alle so ticken, und das hat sich auch auf unseren Look übertragen. Für uns geht es bei der Rockmusik eher um den Standpunkt als um das Image. Aber wir fühlen uns sehr wohl mit dem Look, den wir momentan haben – Im Grunde tragen wir die gleichen Klamotten auf der Bühne wie im Alltag. Es ist einfach unsere Art uns zu präsentieren, und unser neuer Gitarrist Jake tickt da genauso. Hoffentlich sehen wir alle so aus, als wären wir aus einer Gang. Allerdings ist das jetzt nichts, was uns schlaflose Nächte bereitet...

Pascal: Welches ist bisher dein bestes Konzert aus Sicht der Band?

Dhani: Die kürzliche Show, bei der wir in der „Islington Academy" in London als Headliner spielten. Das war ein großer Schritt für uns, und in einem vollen Saal zu spielen war großartig. Wir haben die Halle zum beben gebracht!

Pascal: Und dein persönlich bestes Konzertes einer anderen Band? Welches du als Fan gesehen hast?

Dhani: Das müsste AC/DC sein. Wir sahen sie alle zusammen auf dem „Download"-Festival in England, und sie waren wirklich unglaublich.

Pascal: Was sind deine Lieblingsbands?

Dhani: AC/DC, SEX PISTOLS, MÖTLEY CRÜE, LED ZEPPELIN, KISS, DOCTOR FEELGOOD,... da gibt es so viele.

Pascal: Welche Bands hörst du dir aktuell so an? Eher Old-School-Musik oder auch modernere Sachen?

Dhani: Abgesehen von AIRBOURNE hören wir definitiv eher alte Bands – wir haben das Gefühl, dass es von modernen Bands momentan nicht so viele großartige Scheiben gibt. Alles scheint momentan so eine Modeerscheinung zu sein, wo die Musik nur an zweiter Stelle steht, und das kann nicht richtig sein. Die Wahrheit ist, dass du alles erst nachträglich richtig beurteilen kannst, und all diese klassischen Bands haben den Test der Zeit bestanden. Nach wie vor schauen die Leute zu ihnen auf. Wenn du eine Band zum Headlinen eines Festivals benötigst, sind es nach wie vor die klassischen Bands, welche die Ticketverkäufe ankurbeln. Die Loyalität der Fans zu Ihnen ist gewaltig.

Pascal: Vielen Dank für deine Zeit!

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