Mesopotamischer Metal, bzw. Sumerischer Thrashing Black Metal hört sich als Stil Beschreibung schon etwas wüst an. Wer MELECHESH allerdings kennt, wird da durchaus zustimmen können, auch wenn er von diesen Völkern keine Ahnung hat. Die in Jerusalem beheimateten Black Metaller waren immer schon ein Garant für etwas andere Musik und zeigen dies auch wieder mit dem neusten Output „Emissaries“. Wie ein Schlag mit dem Vorschlaghammer direkt durch die Kauleiste beginnt der Opener „Rebirth of the nemesis“, brutal schnell und direkt. Hyperspeed Black Metal der Moderne mit orientalischen Melodien. Die Geschwindigkeit wird wie auf dem ganzen Album immer wieder variiert, aber trotzdem hat man stets das Gefühl, so richtig verprügelt zu werden. Der Sound tut sein Übriges und schafft ordentlich Druck, „Emissaries“ wurde im deutschen Woodhouse aufgenommen.

MELECHESH sind eine der Bands, die sich nicht mit Blut-, und Splattertexten zufrieden geben und etwas tiefer in die okkulte Materie eintauchen. Hier werden Texte verarbeitet, die teilweise über 5000 Jahre alt sind (sic!). Und diese lyrische Ausrichtung schlägt sich auch in der Musik wieder. Man hat das Gefühl, dass hier alte, große Geschichten erzählt werden. Das macht MELECHESH irgendwo einzigartig.

Trotz allen Lobes muss man hier aber auch anmerken, dass kein Song wirklich die oberste Qualitätsmarke erreicht. Power und Druck haben alle Songs und die Ausrichtung auf orientalische Melodien und damit verbunden die faszinierende Mystik des Morgenlandes lässt „Emissaries“ zu einem guten Album werden. Allerdings wird man das Gefühl nicht los, dass es manchmal am letzten Biss fehlt, der letzte Sprung in die Oberliga. Genug Licks sind vorhanden und auch die technische Umsetzung lässt in Verbindung mit der knallharten Produktion keine Wünsche offen. Aber die letzte Stufe verpassen MELECHESH leider.

Hört einfach mal in diese Platte rein, die mit „Rebirth of the nemesis“ oder „Touching the spheres of Sephiroth“ auf der einen Seite pfeilschnelle moderne Black Metal Knaller bietet, verziert mit cleanen, mystischen Chören, auf der anderen Seite aber auch eher Old Schoolige Songs wie „Leper Jerusalem“ beinhaltet.
Gute Platte einer guten Band, die vielleicht mit der nächsten eine ganze Kante aufsteigen könnten! Auf geht’s! (Bernie)

Bewertung:7,5 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 55:34 min
Label: Osmose Productions
Veröffentlichungstermin: 28.10.2006
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