RedRaven-ChapterOneThePrinciplesRED RAVEN aus Bexbach sind zwar schon seit Oktober 2011 als Band aktiv, weil gut Ding aber bekanntlich Weile haben will, hat es dann doch bis Oktober 2014 gedauert, um das Debüt "Chapter One: The Principles" auf die Beine zu stellen. Das Warten hat sich aber absolut gelohnt, denn Frank Beck (Gesang), Patrick Fey (Gitarre), Martin Reichhart (Bass) und Sascha Waack (Schlagzeug) liefern hier ein verdammt rundes Werk ab. Seit kurzem komplettiert Bernd Basmer (Gitarre) das Line-Up und damit stehen die Zeichen jetzt komplett auf Sturm.

Schon der Opener "Too Late" lässt großes erahnen, mit einem unglaublich mitreißenden Lead-Riff und einem packenden Rhythmus geht der Song direkt durch den Gehörgang ins Gehirn und frisst sich dort fest. Ich habe die Nummer tagelang nicht mehr aus dem Ohr bekommen. Echtes Hitpotenzial! Mit "Planet Fear" folgt ein waschechter Stampfer. Auch "Silent World Of Mine" ist eher im unteren Tempo-Segment angesiedelt und hat einen unglaublich eingängigen Mitsing-Refrain auf.

Bei "Foolsland" wird dann wieder etwas mehr Gas gegeben, der Refrain erinnert mich hier ein wenig an die Songstrukturen von AVANTASIA - und das ist absolut positiv zu verstehen. "Famous" spielt dann ein wenig mit jazzigen Parts rum und demonstriert eindrucksvoll das instrumentale Können der Jungs. "Faraway" entpuppt sich als Stampf-Nummer mit leichten AXEL RUDI PELL-Anleihen, bevor mit "If You Don't Know" wieder ein echter Hit-Kandidat folgt, der auch wieder so einen Refrain aufweist, den man tage- und wochenlang nicht mehr vergisst. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Nummer bestimmt hervorragend zum Mitsingen animiert.

"Walls Around My Chair" macht wieder ordentlich Tempo nach vorne und zeigt meiner Meinung nach die Qualitäten von Gitarrist Patrick am besten. "Another Little While" hat einen fantastischen Chorus-Part zu bieten, der eindrucksvoll die Bandbreite von Sänger Frank demonstriert - meine Fresse, der Mann hat's einfach nur drauf. "I Don't Care" entpuppt sich als schön positive Ballade, und auch das können die Jungs wirklich gut. "Everyday" macht dann nochmal schön Druck und stampft aggressiv vor sich hin, hier glänzt vor allem die Rhythmus-Sektion um Basser Martin und Drummer Sascha, bevor sich mit der Ballade "Angel Of Your Life", die einen rührenden Hintergrund hat, der Kreis schließt und das Album ruhig ausklingt.

Nach mehreren Durchgängen bin ich von RED RAVEN im Allgemeinen und von "Chapter One: The Principles" im Besonderen mehr als begeistert. Es kommt sehr selten vor, dass ich so ein rundes und gelungenes Debüt höre. Das Songwriting besinnt sich auf die Kernstrukturen von ganz klassischem Heavy Metal und Hard Rock zurück und man schenkt sich unnütze Kapriolen, die der Musik mehr schaden als nützen würden. Das heißt aber absolut nicht, dass handwerkliche Langeweile angesagt wäre, im Gegenteil: die Jungs können ihre Instrumente ohne Zweifel spielen, was man zu jedem Zeitpunkt deutlich hören kann und Sänger Frank ist ohne Zweifel einer der besten Sänger der mir je zu Ohren gekommen ist. Soundtechnisch ist hier ebenfalls absolut nichts zu meckern, der Sound ist absolut clean und druckvoll, hier wurde ausgezeichnete Arbeit geleistet.

Wer sich bei all dem Gefrickel heutzutage schon länger nach erdigem und ehrlichem Heavy Metal sehnt, der sollte sich das Debüt von RED RAVEN auf keinen Fall entgehen lassen. Wer sich außerdem gleich noch ein Bild von den Live-Qualitäten dieser großartigen Band machen will, der sollte am 17.01.2015 in den Kleinen Klub der Garage Saarbrücken kommen, da werden die Jungs ihre Release-Party feiern. Neckbreaker wird selbstverständlich auch dort vor Ort sein und einen Konzertbericht machen. (Dennis)


Bewertung: 8 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 55:20 min
Label: q-phonic
Veröffentlichungsdatum: 10.10.2014

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