Mit SWORN ENEMY flattert schon wieder eine so genannte Metalcore Platte auf den Rezensions-Tisch. Mit New York haben sich die vier Jungs grade eine DER Wiegen der Hardcore Bewegung als Geburtsort ausgesucht. Welche Auswirkungen hat das nun auf den Sound von „The beginning of the end“? Sehr, sehr grosse, um nicht zu sagen gigantische Auswirkungen vom berühmten NY – Hardcore lassen sich bei SWORN ENEMY ausmachen. Sänger Sal LoCoco shoutet wie ein Großer, nervt aber überraschenderweise zu keiner Zeit, was man von andern bekannteren Truppen nicht unbedingt sagen kann.
Als Metalcore in dem Sinne, wie er zurzeit fast epidemisch grassiert, kann man die Amis nicht unbedingt bezeichnen. Anstatt IN FLAMES und zweistimmigen Melodien haben SWORN ENEMY Bands wie SLAYER und somit den gepflegten Knüppel im Regal stehen! Von vor Emotionen triefendem, melodiösem Metalcore sind die Jungs meilenweit entfernt, hier regiert das volle Brett!!!

Schon zu Beginn wird mit "Forgotten" klar gemacht, wo der Frosch die Locken hat. Und genauso wild, schnell und brutal geht es in jedem der 11 Songs rund. Hardcore wird hier nicht mit Death Metal vermischt, hier ist Thrash Metal die Inspirationsquelle Nummer eins. Old school Hardcore und Old school Thrash Metal, kaum ein Song geht über 3 Minuten Spielzeit, geben sich hier den Knüppel in die Hand. Trotz aller Aggression gibt es immer wieder Parts im mittleren Tempo, die ordentlich grooven. Hier zeigen auch einmal Jungs von der Basis, wie das mit dem Downbeat richtig funktioniert. Es gibt zwar desöfteren Moshparts zum Nackenwirbel ausrenken, aber die klingen nie so gezwungen wie bei vielen neueren europäischen Bands.
Songs wie "Save Your Breath" oder "We Hate" ziehen dem Zuhörer nen deftigen Scheitel über den Schädel. Letzt genannter ist eine lyrische Hasstirade gegen eine bestimmte Musikrichtung, die hier nicht sehr zart angepackt wird: „We hate your music/we hate you to/we got our reasons for what we do/...you stupid fucks/...your music sucks“. Primitiv, dumm? Nein, hier hört man puren Hass, pure Leidenschaft. Ein großes "Fuck You" an die political correctness. Endlich mal klare Worte, dafür gibs nen Extrapunkt! ;-)

Ok, manche Riffs scheint man bereits in ähnlicher Form gehört zu haben und der letzte Track "Weight Of The World" wird künstlich um einiges länger gezogen um am Ende den Rabauken beim Spaß-Haben zuhören zu können. Aber SWORN ENEMY zeigen, wie man Hardcore mit Metal richtig kombiniert. Solch ein kompromissloses Brett hat man schon eine ganze Weile nicht gehört, da geht einem wahrlich das Herz auf. Die Produktion wurde im Übrigen von AS I LAY DYING Frontmann Tim Lambeis übernommen, womit er sich selbst in Windeseile zu den ganz Großen zählen kann. Dass "The Beginning Of The End" an allen Ecken knallt und mit einem brutalen und dazu transparenten Sound durch die Ohren fönt, hat man auch zusätzlich niemand geringerem als Zeus an den Reglern zu verdanken, der schon HATEBREED oder MADBALL den Feinschliff verpasst hat.
Mit SWORN ENEMY muss in Zukunft gerechnet werden, Obacht im Pit! Hier wird die Meute zum tobenden Mob. Anhören, unbedingt! (Bernie)

Bewertung: 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 49:11 min
Label: Century Media Records
Veröffentlichungstermin: 02.05.2006
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