KALMAH sind eine Band aus Finnland, die auf dem Cover ihres neuen Albums ein seltsam anmutendes Wesen darstellt. Man könnte es durchaus als eine Mischung aus Troll und Gnom bezeichnen, womit man allerdings „The black waltz“ ungehört in eine bestimmte Schublade stecken würde, die mit Bands wie FINNTROLL und THYRFING Rand gefüllt ist. Wäre diese Einschätzung denn voreilig oder trifft man damit voll ins Schwarze? Tja, Volltreffer!
Tatsächlich bewegen sich KALMAH in der Schnittmenge von FINNTROLL, ein wenig THYRFING und ENSIFERUM (Chöre) und aber auch einen ganzen Batzen CHILDREN OF BODOM, der sich vor allem in dem melodischen Zusammenspiel zwischen Gitarre und Keyboard manifestiert.
KALMAH sind aber keinstenfalls als Klon der genannten Bands zu verstehen. Auch wenn die Finnen mit ihren Landsmännern im gleichen oder ähnlichen Fahrwasser schwimmen, erarbeiten sich KALMAH ein wenig Eigenständigkeit, in dem sie um einiges mehr Breitseite geben als viele der verspielten Konsorten. Die Melodie-, Lead- und Spielwut kommt auch hier ganz deutlich zum Tragen, aber Thrash und Death Metal Einsflüsse sind hier angenehm stark vertreten. Die Mehrheit der Songs liegen im oberen Bereich der Geschwindigkeits - Skala und bei Songs wie "Defeat", "Man of the king" oder "Mindrust" kann man gepflegt die Birne kreisen lassen.

KALMAH beweisen auf "The black waltz" vor allem ein Händchen für gute Riffs und Melodien. Kreativität wird gross geschrieben, da könnten sich einige der Landsmänner ein Scheibchen von abschneiden. CHILDREN OF BODOM zum Beispiel sollten sich Songs wie "With terminal intensity" oder den Titeltrack mal anhören. Über die musikalischen Fähigkeiten im Allgemeinen brauch man bei finnischen Bands meist kein Wort mehr zu verlieren, wie auch hier.

Der Troll traf also ins Schwarze. Mit "The black waltz" wird die Welt nicht neu erfunden, die Finnen bedienen sich aber auf durchaus kreative Art und Weise an bestehenden und etablierten Stilrichtungen. Allerdings die etwas unvariable Stimme des Sängers könnte noch verbessert werden. Ansonsten ist die Platte durchaus zu empfehlen, vor allem für Fans der obig genannten Bands. (Bernie)

Bewertung: 8,0 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 47:29
Label: Spinefarm
Veröffentlichungstermin: 31.03.2006
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