finaldepravity_nighrmare13FINAL DEPRAVITY hatten bisher ein durchaus erfolgreiches Jahr. Mit niemand Geringerem als Onkel Tom Angelripper als Manager schafften es die Jungspunde bisher auf zahlreiche Festivals und ergatterten einige Slots vor namhaften Bands. Die Krönung der bisherigen Karriere wird aber sicherlich die Tour mit der Thrash Legende ONSLAUGHT gewesen sein, auf der sie als Ersatz für DEBAUCHERY noch im letzten Moment aufspringen konnten. Die Verbindung mit der Szene-Legende Onkel Tom bringt die Band also in Höhen, die sich andere Bands nur wünschen können, es sei ihnen gegönnt. Live scheinen sie Berichten zu Folge durchaus ihren Vorschusslorbeeren gerecht werden. Aber wie sieht das musikalisch aus? Das Debüt „Nightmare 13“ solls zeigen.

 

Tut es aber leider nicht. In einer Welt, in der Vitamin B wichtiger ist als alles andere, bleibt die Qualität leider oftmals auf der Strecke. Dabei ist es ihnen zum einen sicherlich nicht anzukreiden, dass sie die Chance haben, sich öfter live zu präsentieren als jede andere Band in ihrem Alter. Sie wären schön blöd, wenn sie diese Chance nicht voll nutzen würden, denn im Musik Business sind solche Chancen leider sehr spärlich gesät.

Zum anderen ist „Nightmare 13" als Debüt einer jungen Band alles andere als katastrophal schlecht. Dummerweise muss sich eine Band mit solcher Präsenz auch an dieser messen lassen und da klafft leider eine erhebliche Lücke zwischen Live-Aktivitäten und gepresster Musik. Als Debütanten können FINAL DEPRAVITY deshalb in meinen Augen kaum gesehen werden.
Und das wird ihnen zum Verhängnis. Denn hier wird wieder einmal, wie schon zigtausend mal vorher, versucht, eine Band in die abebbende Thrash Metal Welle zu quetschen, die dort nicht hingehört. Beginnend mit dem Gesang, der wunderbar in die Nu Metal und Hardcore-Welt passt, aber nun wirklich nicht in ein Genre, dass in jüngerer Zeit Bands wie WARBRINGER oder EVILE beheimatet. Alleine daran wird der Thrasher bereits scheitern, denn die Screams von Sänger Dennis Baron sind für einen Metaller der alten Schule kaum erträglich, bestes Beispiel hier der Refrain von „Vortex".

Musikalisch wird zwar ordentlich drauf los geholzt und rein spieltechnisch gibt es nichts zu meckern, bei einem Song wie „Persecution" an Thrash Metal zu denken, fällt aber sicherlich nicht als erster Gedanke an.
Grundsätzlich sind durchaus gute Ansätze bei den Jungs zu finden, gar keine Frage. Soundtechnisch klingt alles nach einem Debütalbum und ohne massive Live-Präsenz völlig abseits des Undergrounds könnte man hier auch durchaus ein Auge zudrücken. So aber leider nicht. FINAL DEPRAVITY sind Opfer ihres eigenen Erfolgs. Allerdings beweisen sie hiermit auch, wie sehr sich die Musikwelt verändert hat! Die Jungs scheinen nach wie vor live abzuräumen und die Schlagzahl der Auftritte beizubehalten. Früher wurde die Musik mit den Auftritten beworben, heute macht man Musik, um für Auftritte zu werben. Für die Ruhrpottler scheint es zu funktionieren.

Trotz allem wäre zu wünschen, dass das nächste Album die Qualität inne hat, die live bereits vorgelegt wird. (Bernie)


Bewertung: 5,5 / 10

Anzahl der Songs: 13
Spielzeit: 72:03 min
Label: Nihilistic Empire
Veröffentlichungstermin: 15.10.2010

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