anvil_juggernautofjusticeEntweder sind ANVIL die ewig zweitklassige Band aus grauer Vorzeit, die durch eine dokumentarische Persiflage auf sich selbst als quasi Nachfolge von SPINAL TAP nach über 30 Jahren ihren zweiten Frühling erlebt oder ANVIL sind die ewig unterbewerteten, missverstandenen Pioniere, die durch eine fantastische Dokumentation endlich ihren längst fälligen internationalen Respekt erhalten.

Muss jeder für sich selbst entscheiden, was er von den ollen Kanadiern hält, für mich ist die Sache allerdings so glasklar wie die Träne, die mir jedes Mal den Backen runter rollt, wenn ich "That's dedication, pal" höre, sehe und fühle.

Man mag von ANVIL halten, was man will, es gibt sie auf keinen Fall ein zweites Mal. Einzigartiger als ANVIL geht nicht. Und dabei ist nicht mal ihr musikalisches Vermächtnis gemeint, dass nun um die vierzehnte Platte "Juggernaut Of Justice" erweitert wird, sondern eher die unnachahmliche Motivation und Hingabe der zwei besten Freunde Lips und Robb. Da dies keine Rezension der „ANVIL - The Story of ANVIL" Dokumention werden soll, sei nur noch eins gesagt: Mucker aller Länder, schaut euch diesen Film an und ihr werdet sehen, wie es um eure eigene Hingabe zur Musik bestellt ist...


Nun zum neuen, 14ten ANVIL Album und Album Nummer 1 nach ihrer "Wiederkehr" in die Köpfe der Rockfans aller Welt. Wie bereits während der Dreharbeiten erwähnt, die nun auch locker um die 4 Jahre zurück liegen, trägt die beschriebene Platte den Namen "Juggernaut Of Justice", ganze getreu der ANVIL'schen Dreifaltigkeit der Albumtitel.
Soweit so traditionell. Das ist aber freilich nicht alles. was als gute alte Tradition zu bezeichnen ist:

Mit einer kompromisslosen Unbekümmertheit machen ANVIL auch 2011 genau das, was sie seit über 30 Jahren machen: Metal straight from the heart! Und das mit einer Treffsicherheit, die man Ü50ern nicht direkt zutrauen würde. Songs wie "On Fire", "When All Hell Breaks Loose" oder "No Afraid" stehen den Klassikern aus den 80ern in nichts nach. Zwischen einem Song wie "Running", der locker hätte auf "Absolutely No Alternative" stehen können, und dem ANVIL typischen Krabben-Walk auf "The Ride" schlagen die Kanadier die Brücke über all ihren Schaffungsphasen.
Wirkliche Füller sind nicht zu finden, wobei "Fuckeneh" und "Conspiracy" ein wenig gegenüber dem Rest abfallen. Neben der Hammond-Orgel auf „Paranormal" gibt es aber am Schluss der CD noch ein ganz besonderes Highlight namens „Swingthing" zu bestaunen, dass ma nicht unbeachtet lassen sollte!!

Einziges Manko ist auch gleich großer Pluspunkt: der Sound. Dadurch, dass ANVIL der wohl besten Sound ihrer Karriere geschustert wurde, verliert Lips' Gesang leider etwas von seiner Kauzigkeit. Ein kleiner Wermutstropfen, der aber nicht wirklich ins Gewicht fällt.
Denn was bleibt ist ein großartiges klassisches Metalalbum! Mit dem richtigen Timing in der richtigen Metal-Ära veröffentlicht, würden jetzt Massen von Bands neben "Balls To The Wall" oder "Run To The Hills" Songs wie "On Fire" oder "Not Afraid" covern!

ANVIL ist nicht die junge, naive Hammerblondine mit einer 10 von 10 auf der Titts'n Ass-Skala, sondern die kecke Mitt-40erin, mit der man so richtig die Sau fliegen lassen kann, wenn man sich nur mal auf sie einlässt!
"Juggernaut Of Justice" ist klassischer Metal in Reinkultur, as ANVIL as possible! Pure Hingabe, unverfälschte Leidenschaft! Die höchst subjektive Bewertung strotzt vor selbiger! ANVIL = METAL! (Bernie)


Bewertung: 9 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 44:55
Label: Steamhammer/SPV
Veröffentlichungstermin: 17.06.2011

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