pretrash_psychopathDer Thrash Metal Underground lebt und gedeiht. Eine hoffnungsfrohe Aussage, wenn man bedenkt, dass das vor einigen Jahren noch ganz anders aussah. Von dem neuen Interesse an Thrash Metal kann man halten, was man will, dem Untergrund tut es allemal gut, wenn es auch bedeutet, dass es viele bis sehr viele Bands gibt, die im Laufe der Zeit ausgesiebt werden. Denn Masse ist nicht gleich Klasse.

Die Ruhrpottler PRETRASH geben mit „Psychopath" ihr Bestes, zu ersterem gezählt zu werden.

Mit dem völlig nichtssagenden, belanglosen Intro steigen die Jungs allerdings schlimmstmögliche in ihre neue Scheibe ein. Der folgende Track „Fight terror" zeigt dann aber gleich, dass PRETRASH doch was auf dem Kasten haben. Wenn auch mit über 6 Minuten überraschend lang als erster richtiger Track des Albums, kann „Fight terror" mit gutem Sound und guten Riffs überzeugen.
Generell haben die jungen Thrasher wohl eher einen Hang zu harten Groove denn zu rasender Geschwindigkeit, wie man es vielleicht von anderen Thrash Underground-Bands gewohnt ist. Das sorgt natürlich für Abwechslung und das ist auch die große Stärke von PRETRASH.

Die Jungs können allerdings leider auf lange Sicht keine besonderen Akzente setzen, was das Songwriting betrifft. Die Songs haben alle gute Ansätze, aber irgendwie will der Funke nicht langfristig überspringen. Dafür fehlt einfach ein bisschen mehr Pepp, ein bisschen mehr Aggression und Direktheit, die im Thrash Metal unabdingbar notwendig sind. Man hat zu oft irgendwie das Gefühl, dass sich die Jungs zurückhalten und nicht alles raus lassen, was möglich wäre.

Die angesprochen Abwechslung lässt aber die Zukunft für die Truppe durchaus offen. Hier mal ein paar vertrackte Rhythmen („Fight terror"), da mal ein wenig mehr Melodie („Funeral Master") und ein Wechsel aus ein paar flotten Passagen und zwingendem Groove („Black widow").

Es mag ein wenig einseitig klingen, aber PRETRASH hauen für ihr Genre einfach nicht oft genug auf die Mütze. Wenn man Thrash Metal macht (man erinnere sich: thrash = prügeln), dann müssen die Haare fliegen können, da muss die Lutzi abgehen! Das Gefühl, dass PRETRASH nicht alles geben, was drin wäre, zieht sich durch die ganze CD und versaut ein wenig den Hörgenuss. Natürlich bleibt das absolute Geschmackssache und einigen wird gerade gefallen, dass sich die Jungs auf das Midtempo konzentrieren. Wenn man aber im Thrash Metal Boot sitzt, dann muss man auch damit rechnen, verglichen zu werden und da sitzen PRETRASH gegen Truppen wir HATRED oder CRIPPER noch weit hinten. Heißt ja nicht, dass das so bleiben muss, denn Abwechslung ist wie gesagt das A und O und wenn ein Stück mehr Aggression und Wut ins Spiel kommt, könnte bei der nächsten Platte durchaus ein Überholungsmanöver gestartet werden. (Bernie)

 

Bewertung: 6,5 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 58:38 min
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichungstermin: 01.03.2010

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