mindwork_intotheswirl.jpg Es ist beachtlich, wie allgegenwärtig DEATH auch Jahre nach dem Tod des Masterminds Schuldiner immer noch sind. Chuck mag tot sein, aber seine Musik, seine Vision, seine Art und Weise, den Metal zu zelebrieren, wird für immer in den verschiedensten Bands weiterleben, die ihm immer wieder Tribut zollen. Seither versuchen unzählbare Bands, Aggression mit Melodie, Komplexität mit Eingängigkeit so zu vereinen, wie es nur der Meister konnte und scheitern nicht selten daran. Die Tschechen MINDWORK versuchen sich an dieser schweren Aufgabe mit ihrem Debütalbum „Into the swirl“ und schlagen sich überraschend wacker!

 

Es wäre sogar moralisch durchaus vertretbar, zu versuchen, das musikalische Vermächtnis von DEATH nach dem tragischen Krebstod der Legende Schuldiner weiterleben zu lassen, kurz: den Stil zu kopieren. MINDWORK haben allerdings genug Stolz und stricken trotz der massiven Einflüsse ihren ganz eigenen Stil zusammen. Dabei gehen die Tschechen sogar deutlich progressiver und abwechslungsreicher vor als Chuck selbst in seinen freigeistigsten Zeiten. Der Opener und gleichzeitig Titeltrack wäre bei einer Band mit anderer musikalischer Ausrichtung schlichtweg ein Griff ins Klo geworden. Nicht der Song an sich, die verschiedenen Facetten und Atmosphären, die der Song durchläuft allerdings, passen so ganz und garnicht an den Anfang eines Albums. MINDWORK scheren sich nicht um Konventionen oder Überlegungen zur Songauswahl und ziehen komplett ihr eigenes Ding durch. Mit der hohen Qualität des Albums im Hintergrund ist ihnen das durchaus zu Gute zu halten!

Nach den cleanen Vocals im Refrain von „Into the swirl“ erinnert „Unrecognised entity“ schon eher an die großen Vorbilder, wenn es auch bisher nicht einen Moment der Geschwindigkeit gegeben hat und auch keine eine an einer Hand abzählbare Anzahl von geraden Takten. Genau so geht es auch weiter auf dem Debütalbum der mutigen Tschechen. Immer wieder allerdings wird die von metallischen Riffs durchzogene Taktwirrheit durch ruhige, jazzige Momente unterbrochen, die ein ums andere Mal an kurze Improvisationen erinnern.
Es sollte klar sein, dass MINDWORK hier technisch einiges leisten. Glücklicherweise verlieren sie sich nie in ausufernden Solo-Eskapaden und versuchen stets songdienlich zu frickeln.

Durch den hohen Grad an Abwechslung, der gerade auch durch die bereits erwähnten ruhigen, jazzigen Einspieler in Mitten der Songs gewährleistet wird, wird „Into the swirl“ zu keiner Sekunde langweilig! Leider trauen sich die Jungs nicht, mal etwas öfters die Leine loszulassen und das Gaspedal ein wenig durch zu drücken wie bei „Wretchlessness“. Ein wenig mehr Pfeffer im Hintern würde dem Ganzen hier SEHR gut tun!
Nicht nur musikalisch, sondern auch soundtechnisch können die jungen Tschechen ohne Scham mit den Großen mithalten. Über einen solch differenzierten Sound können sich nur ganz wenige Debütbands freuen. Hier wurde einfach alles richtig gemacht, keinerlei weitere Anmerkungen.

Kurzes Fazit: DEATH -Fans Obacht! Proggies Obacht! Metaller aller Welt Obacht! MINDWORK sind großartig! Lasst diese Band nicht in der Obskurität verschwinden! ANHÖREN, jetzt! Und zwar hier: www.myspace.com/freedomofmentality. (Bernie)


Bewertung: 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 36:18 min
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichungstermin: 04.04.2009

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