pandemia_feetofanger.jpgDeath Metal aus Tschechien hört man nicht besonders oft. Neben den seligen KRABATHOR bzw. HYPNOS und dem ausgewanderten MASTER-Mind Paul Speckmann wirds auch schon recht dünn mit der Erinnerung. PANDEMIA wollen mit ihrem neuen Werk „Feet of anger“ (Füße des Zorns???, wenn sich da mal nicht ein ganz böser Übersetzungsfehler eingeschlichen hat, eieiei... vielleicht war ja „Feast“ gemeint, nunja...) diesen misslichen Umstand ändern. Und siehe da, man soll nicht zu früh urteilen, PANDEMIA schaffen ihr Vorhaben mit Leichtigkeit!

Der Opener „Blind sense“ erinnert massiv an BEHEMOTH, was aufgrund der Zugehörigkeit beider zum sogenannten „Ostblock“ auch nicht verwerflich ist. Lustigerweise klingt das simple Riffing und die akzentuierte Schlagzeugarbeit neben dem Polen-Vergleich so sehr nach KRABATHOR, dass es eine wahre Freude ist. „The void“ nimmt dann mit furiosen Blastbeat-Attacken und einem mörderisch brutal groovendem Staccatopart alles auseinander, was im Weg steht. Scheiß die Wand an, dieses Inferno hätte man nach dem eher rhythmischen Opener nicht erwartet! Hier stehen auch eher VADER Pate, was einiges erklärt.

Absolut beeindruckend ist der Sound der Platte. Der höchst abwechslungsreiche Death Metal der Tschechen ist klanglich perfekt in Szene gesetzt. Verwundern wird das niemand, der liest, wer es sich hinter den Reglern gemütlich gemacht hat: Niemand geringeres als Andy Classen, der durch seine Produktionen für Thrash-Ikonen wie LEGION OF THE DAMNED oder TANKARD so langsam die Spitze der Metalwelt erreicht! Es gibt hier einfach GAR nichts auszusetzen, es knallt und bollert an allen Ecken und Enden, trotzdem hat die Produktion von „Feet of anger“ nichts gemein mit einer glattgebügelten Metalcore Produktion, die außer Fett nichts zu bieten hat! Für mich die beste Death Metal Produktion seit der letzten CANNIBAL CORSPE Platte! Herr Classen: Ich ziehe meinen Hut, besser geht’s nicht!!!

Hier ist für den Death Metaller einfach alles dabei. Der erstklassige Sound wurde ja schon zur Genüge gelobt, in Sachen Songwriting sind PANDEMIA dermaßen unterbewertet (vor dieser Promo hatte ich noch nie etwas von dieser Band gehört), dass es zum Himmel schreit!
BEHEMOTH, VADER, KRABATHOR stehen hier oft Pate, bis ein Song wie „Twisted faith“ aus den Boxen knallt, der in seinem mittleren Tempo und seiner Melodie ganz stark an GOD DETHRONED erinnert. Nicht schlecht, ihr Tschechen!

PANDEMIAs Stärken liegen eindeutig im beinharten Groove, der immer wieder von flotten Blastbeat-Attacken unterbrochen wird. Songs wie „Human error“ oder „Death symbols“ stehen Gewehr bei Fuß, um das zu beweisen! Dabei vergessen die Tschechen nie, hier und da mal ein wenig Melodie einfließen zu lassen.
„Feet of anger“ ist ein wirklich überraschend gutes Album, das bis auf das strange Cover keinerlei Wünsche offen lässt! PANDEMIA sind drauf und dran, das Vermächtnis der mächtigen KRABATHOR würdig in die nächsten Jahre zu transportieren! Wer auf Death Metal jeglicher Art steht und insbesondere Gefallen an den hier genannten Bands findet, der sollte „Feet of anger“ auf keinen Fall verpassen!! (Bernie)


Bewertung: 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 51:12 min
Label: War Anthem/Soulfood
Veröffentlichungstermin: 16.10.2009

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