witchmaster_trucizna.jpgLustigerweise sind WITCHMASTER in den letzten Jahren weniger mit ihrer Musik in Erscheinung getreten als eine Talentschmiede, die Musiker für diverse international bekannte Bands ihres Landes bereitstellt. Somit mussten sie sich kürzlich endgültig von Drummer Inferno trennen, der mit BEHEMOTH voll und ganz beschäftigt ist. Der Original-Basser der Band heuerte mittlerweile bei VADER an. Nun wollen die Jungs aber mit „Trucizna“ auch wieder musikalisch in Erscheinung treten, immerhin nach 5 Jahren Stille. Und Aufmerksamkeit bekommen sie wohl allein schon dadurch, dass sie zwar aus Polen stammen, aber so ganz und gar nicht danach klingen...


VADER, BEHEMOTH, HATE und Konsorten haben das spezielle polnische Death Metal Gen, das sie unter einer Horde von tausenden Bands heraus stechen lässt und man sie so ganz einfach erkennen kann. WITCHMASTER haben nichts dergleichen und spielen nicht mal Death Metal. Skandal!! Wie können sie es wagen...
WITCHMASTER fühlen sich eher im Thrash/Black Metal heimisch und zwar dem der richtig räudigen Sorte. „Trucizna“ ist übersät mit musikalischen Stinkefingern gegen eine cleane, kommerzielle Metalszene. Das wird ihnen aber auch ein wenig zum Verhängnis, weil sie, wie der Großteil derer, die sich in ein rohes Gewand kleiden, es schlichtweg übertreiben. „Trucizna“ klingt eigentlich eher wie ein Underground-Demo denn einer professionellen Band. Wenn auch die musikalische Leistung an sich nicht zu beanstanden ist. Ganz besonders der neu gewonnene Drummer weiß, was er tut und bollert ordentlich in die Felle.

Trotz des sehr mageren Sounds versprühen Songs wie „Self-inflicted divinity“ oder „Total annihilation“ einen mitreißend rockigen Flair. Zudem kommen immer wieder seltsame Nebengeräusche zum Vorschein wie bei „Two point suidcide“, die dem Ganzen eine seltsame aber irgendwie passende Note geben.
Wie bereits erwähnt, bewegen sich die Songs zwischen Black und Thrash Metal, was in Folge eine Menge Geknüppel bedeutet. Dankenswerterweise ist auf den Sound der Drums besonderen Wert gelegt worden und somit stechen diese wenigstens angenehm aus dem etwas matschigen Gesamtsound heraus. Die Gitarren sind allerdings mehr als verbesserungswürdig, roher Sound hin oder her, das geht auch ganz anders! Vor allem die Soli sind eigentlich eine Frechheit, wenn man bedenkt, dass die Jungs sicherlich VIEL mehr drauf haben, als sie bereit sind zu zeigen. Das ist ihr gutes Recht, aber das bringt ihnen im Umkehrschluss auch entsprechende Kritiken ein.

Also mal vom Sound abgesehen, bleibt eine Ansammlung von räudigen Songs, die in jeder Sekunde „FUCK YOU ALL“ schreien und das macht auch den besonderen Flair von „Trucizna“ aus. Der Gesang ist äußerst angepisst, wenn man auch bei intensivem Hören kein einziges Wort verstehen kann, dass von den rauen, schmerzenden Stimmbändern kommt. Wie auch immer, WITCHMASTER haben hier zwar sicherlich kein Highlight abgeliefert, aber haben ihre Berechtigung vor allem unter den Negativ-Soundfetischisten. Wer auf richtig räudigen Sound steht ,sollte „Trucizna“ auf jeden Fall mal antesten, genau wie jeder, der auf den sogenannten „Blackened Thrash Metal“ steht, WITCHMASTER haben durchaus ihre Momente. Für den Otto Normal Metaller ist das hier nix. (Bernie)


Bewertung: 6,5 / 10

Anzahl der Songs: 8
Spielzeit: 29:49 min
Label: Agonia Records / Twilight
Veröffentlichungstermin: 17.04.2009

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