Der Name MANOS schwirrt nunmehr schon seit über 20 Jahren in der deutschen Metalszene umher. 1984 als Schülerband in der DDR gegründet, machten MANOS immer wieder eher durch ihre unkonventionellen, humorvollen Bühnenshows auf sich aufmerksam denn mit besonders innovativem Klangwerk. Mit dem neusten Output wird sich dahingehend auch nicht sehr viel ändern. Die erste musikalische Meldung seit sieben Jahren bringt das, was man von MANOS erwartet, simplen Death/Thrash Metal, der meist recht Old Schoolig klingt.
Der Opener und gleichzeitig Titeltrack weiß mit hartem Groove und fetten Gitarren zu überzeugen. Einfach aber wirkungsvoll. Die Produktion an sich ist zwar heutzutage um einiges besser zu schaffen, aber für eine Band wie MANOS durchaus ausreichend. Roh und ungeschliffen aber trotzdem schön fett. „Parasites“ und „Wrath“ schlagen in eine ähnliche Kerbe, wobei auch ein wenig rohes Hardcorefeeling durchkommt, das sich nicht am Gesang sondern ausschließlich am simplen Groove festmacht.

Mit „Path of sorrow“ findet sich im Anschluss eine fast schon dreiste Hommage an SODOM wieder, die extrem stark an Perlen wie „Outbreak of evil“ erinnert. Übel nehmen kann man es den Ostlern nicht, das ganze MANOS Konzept ist es eben, sich nicht unbedingt bierernst zu nehmen, was mit dem folgenden „Stop the politess“ mehr als deutlich wird. Ein etwas seltsam nach uraltem Hardcore klingender Gastsänger läd hier zum Schmunzeln ein. „Stop the meter maid“ geht dann allerdings extrem thrashig nach vorne, feines Ding. Übrigens finden sich auf der CD zwei Bonustracks von 1988 wieder, die deutlich zeigen, dass die nicht mehr ganz so jungen Kerle damals VENOM und SODOM regelrecht vergötterten.
„Wild boars dance“ macht den Humor der Herren noch mal mehr als deutlich, einfach ein Spaßsong mit strangem Gesang, kann nicht ernst gemeint sein.

Die folgenden Tracks halten sich auch alle eher im Uptempo Bereich, jeweils mit ein paar groovigen Einsprengseln. Durchaus geeignet zum Mitwippen, aber mehr eben nicht. Das ist genau das Manko der ganzen Geschichte. Die Songs sind allesamt Ok, aber erreichen nie einen Level, der sie aus dem Durchschnitt heraus stechen lässt. MANOS leben von ihrem Namen und ihrer Kuriosität, die hauptsächlich auf der Bühne zum Vorschein kommt. Auf Platte kann man nicht viel erwarten, man bekommt zwar gute aber eben nur durchschnittlich gute Kost geboten. MANOS wird’s egal sein, für sie ist Musik wohl ausschließlich zum Spaß gedacht und das ist absolut in Ordnung. Fans der Band können zugreifen, ansonsten muss man „Genocide“ nicht unbedingt haben. (Bernie)


Bewertung: 5,5 / 10

Anzahl der Songs: 15
Spielzeit: 35:12 min
Label: Morbid Records/Twilight
Veröffentlichungstermin: 2007
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