Neuer Sänger, neue Platte. CARNAL FORGE melden sich mit Album Numero Sechs zurück im modernen Thrash Zirkus. Neu Shouter Jens C. Mortensen klingt erstaunlicherweise genau wie sein Vorgänger, der der selbst produzierte Sound auch. CARNAL FORGE teilten die Kritiker zu Anfang in zwei ganz klare Lager. Die einen sagten: „Unkreatives, chaotisches Geprügel“, die anderen meinten: „Technisch anspruchsvoll, kompromissloses Soundgewitter“. Fakt ist, dass sich die Schweden seit ihrem Debüt stetig weiter entwickelt haben, mehr Abwechslung in ihren Sound eingewoben haben und mit ihrem letzten Output „Aren’t you dead yet“ einen Killer vor dem Herrn abgeliefert haben, der in Punkto Härte und Kreativität seines gleichen suchte.
„Terstify for my victims“ will irgendwie nicht so zünden wie sein Vorgänger…

An sich sind die Jungs hier beim alt bewährten Konzept geblieben: Schön auf die Kauleiste aber bitte mit Abwechslung und immer ein bisschen mehr Melodie als der Vorgänger. Somit ist „Testify for my victims“ eigentlich der logische Nachfolger seines Vorgängers (dafür möchte ich bitte den Formulierungs- Nobelpreis 2007!!).
„Testify for my victims“ hält schon so einige echte Perlen bereit. Ein Song wie „Burning Eden“ oder „Numb“ hat man in diesem Melodieumfang von CARNAL FORGE noch nicht gehört. Vorbei sind die Zeiten von „Firedemon“ als man mit der Prügelei nicht mal bis zum Einzählen warten konnte. Im Nachhinein darf aber die Frage gestellt werden, ob das denn eine gute Entscheidung war. Denn recht ruhige Songs wie „Godsend Gods end“ sind nicht wirklich die Stärke der Schweden. Besagter Track plätschert völlig uninteressant durch die Soundlandschaft und der ähnlich lahme Track „End game“ wird nur durch eine einzige gute Gesangslinie gerade noch so gerettet.

Zwischenfazit: schwierig. Ein paar gute, ein paar langweilige Songs.
Im weiteren passiert leider nicht mehr viel. Ein Hit wie „Inhuman“ vom letzten Output sucht man vergeblich. CARNAL FORGE gehen noch einen Schritt weiter als die logische Entwicklung zum Vorgänger. Die gnadenlose Härte und Geschwindigkeit, die die Schweden bekannt gemacht hat, kommt nur noch vereinzelt zum Tragen („Biological waste matter“, „Lost legion“), das Album ist voll gepackt mit Songs im mittleren Tempo, die bis auf wenige Ausnahmen (der Titeltrack, „Burning Eden“ und „Numb“ gleich zu Beginn des Albums) überhauot nicht zünden. Neusänger Jens C. Mortensen liefert einen überragenden Job ab, kann die Songs aus ihrer Belanglosigkeit aber auch nicht entreißen.

CARNAL FORGE’s Stärken waren immer die Kompromisslosigkeit und brutale Geschwindigkeit. Genau diese Trademarks sind nun kaum noch zu finden. Man versucht, den Sound so abwechslungsreich und melodisch wie möglich zu gestalten, es funktioniert aber nicht, denn die Pluspunkte, die wegen der fehlenden Knüppelparts abhanden gekommen sind, werden nicht wieder aufgefüllt. Sehr schade drum. Vielleicht schaffen es die Schweden, mit ihrem Folgealbum diese Schwächen auszumerzen, ansonsten kann es nur einen Rat geben: Lasst den Quatsch und holt den Knüppel wieder raus, hämmert ein paar Nägel ins Holz und haut zu so fest ihr nur könnt! Dann wird’s wieder was.
Der Fan wird bestimmt enttäuscht sein von der Ausrichtung von „Testify form y victims“, deshalb ist es dringend angeraten, vorher mal rein zu hören! Sehr schade, früher war alles besser… (Bernie)


Bewertung: 6,5 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 48:19 min
Label: Candlelight Records
Veröffentlichungstermin: 21.05.2007
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