Wer am liebsten reinrassigen Metal mag und Experimente scheut, der braucht hier gar nicht weiterzulesen. Wer mit fremden Einflüssen in seiner Lieblingsmusik nicht leben kann, der braucht auch nicht unten auf „mehr“ zu skippen. Denn was MANES auf ihrem neuen Album „How the World came to an End“ abliefern, hat mit hartem Stahl eigentlich gar nichts zu tun. Wenn man aber für ganz neue Aspekte in der Musik ein offenes Ohr hat, sollte man sich vielleicht mal an die Materie wagen.

Die ehemaligen Blackmetaler sind bereits auf ihrem letzten Dreher „Vilosophe“ völlig neue Wege gegangen, welche auf ihrer letzt jährigen EP „View“ noch weiter ausgearbeitet wurden. Doch heutzutage ist nichts mehr zu hören, was auf ihre Vergangenheit hindeutet, interessant ist das Ergebnis allemal.
Im neuen Klangkosmos der Norweger tummeln sich dafür allerlei unbekannte Größen. Da wäre vor allem die düstere, ambiente Elektronik, die in den Songs wabert, dazu gesellen sich hypnotischer Trip-Hop, kalter Industrial und sphärische Gitarren. Diese sind allerdings weit von irgendwelchen Riff-Strukturen entfernt und erscheinen eher als Soundscapes in den teppichartigen Klangcollagen.
Selbst vor Rap-Gesängen und Ethno – sowie Weltmusikeinflüssen machen MANES nicht halt. Die meisten Gesänge sind aber eher sehr gebrochen, klagend, oft verzweifelt, fast geflüstert. Das alles erscheint in einer unglaublich düsteren, surrealen, fast apokalyptischen Atmosphäre, was vielleicht den einzigen Querverweis zu dem Debütwerk darstellt.

Dabei schafft es das Musikerkonglomerat all diese unterschiedlichen Bausteine zu einem Ganzen zusammen zu fügen. Ihr dritter Longplayer klingt trotz der 16 im Studio beteiligten Musiker erstaunlich homogen, neben diversen MCs, Soundtüftlern gehört unter anderem SOLEFALDS Cornelius zu den Mitkomponisten. Live sind jedoch nur sieben Leute auf der Bühne im Einsatz.

Die Frage, die sich hier aufdrängt, ist wem aus der hier anwesenden Zielgruppe kann man dieses Werk nahe legen? Da wären am ehesten noch Fans der letzten beiden THE GATHERING zu nennen oder auch der jüngsten SAMAEL-Outputs. Da man das Album auch durchaus als progressiv einstufen könnte, fallen einem da auch noch Freunde von PORCUPINE TREE, die vor allem die elektronischen Passagen dieser Band mögen ein.

Das Album ist nur schwer in Worte zu fassen, ein einziger irrer Trip in das verlorene Seelenleben, der Titel ist daher Programm. Trotz der immerzu fließenden und schwebenden Soundlandschaften macht es einem die Truppe nicht leicht, allzu sperrig wirkt das Material. Dazu kommt, dass neben wirklich innovativen Momenten manche Strecken für mich unhörbar sind.

Dennoch nimmt dich „How the World came to an End“ gefangen, fasziniert einen, um schon direkt danach wieder abzustoßen. Am Ende bleibt ein entrücktes Machwerk, das den Hörer völlig verstört und ratlos zurücklässt. Der ideale Soundtrack zur letzten Ölung vor dem Massensuizid. (MetalPfälzer)


Bewertung: 5,5 / 10 Punkten

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 44:43 min
Label: Candlelight Records
Veröffentlichungstermin: 25.05.2007

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