Powermetal aus Finnland, da denkt der geneigte Hörer vor allem an Melodic – Speed Hamburger Schule. Dem frönten TWILIGHTNING auch bisher, waren schon mit den Größen HELLOWEEN und DRAGONFORCE auf Japantournee. Nach zwei Alben wollen die fünf aber weg vom traditionellen Sound, von dem, was einem in Nippon so erfolgreich werden lässt. Ihnen steht der Sinn mehr nach etwas modernerem, das kann aber auch ganz schön schief gehen.

Die musikalische Neubesinnung begann mit dem Ausstieg ihres Keyboarders, der nicht ersetzt wurde. Dies nutzte man, um den Sound rauer und erdiger zu gestalten. Und so klingt nicht mehr viel auf „Swinelords“ nach dem Melodiegespür und der Melancholie, für die Ihre Landsleute bekannt sind. Neue Einflüsse der Truppe sind eher im englischsprachigem Raum zu suchen. Die meisten Riffstrukturen und Melodiebögen entstammen dem Alternativerock, dem Retro – und Seventiesrock. Gegen Ende der Scheibe schleichen sich auch noch progressive Versatzstücke ein.

Schon die ersten zwanzig Sekunden treiben dem konventionellen Metalfan den Angstschweiß auf die Stirn; Der Begriff New – Metal fällt unweigerlich. Doch ganz so krass gehen TWILIGHTNING nun doch nicht zu Werke, die Gitarren röhren nach wie vor hart – metallisch. Deren trockener Sound kommt den alten Helden näher als den aktuellen Vorbildern. In manchen Songs wie z.B. „Vice Jesus“ oder „Consume Gap“ erklingt die bunte Mischung ein bisschen wie knalliger Hardrock.
Wem sich das nun zu zerfahren anhört, der sei beruhigt, die Band weiß die vielen unterschiedlichen Einflüsse alle geschickt in das Gesamtkonzept einzubauen. Das Album wirkt sehr homogen, lediglich das akustische „Not a Word“ fällt etwas aus dem Rahmen. Die schroffen Gegensätze kommen nicht arg zur Geltung. Das alles hört sich sehr eigenständig, auch innovativ an, auch handwerklich gibt es nichts zu bemängeln. Die beiden Gitarristen harmonieren sehr gut miteinander und spielen sich in den Solopassagen die Licks gekonnt zu.

Der große Knackpunkt dieses Silberlings ist allerdings das Songwriting, hier zündet kaum was so richtig, es bleibt wenig hängen. Das liegt vor allem an den Gesangslinien von H.M.I. Pöyhiä, die oft gequält und verhalten erscheinen. Auch die Arrangements kommen nicht so richtig aus dem Quark, scheinen manchmal fast zu stehen, obwohl man nie ins Ruhige oder Gefühlvolle abdriftet. Es zieht halt einfach alles ohne große Höhepunkte an einem vorbei.

Irgendwie lässt mich die Vermutung nicht los, dass hier die Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten nicht konsequent genug umgesetzt wurde. Hier fehlt einfach der letzte Mut, sich auf neues Terrain vorzuwagen. So bleibt ein zwiespältiger Eindruck, da die meisten Ansätze sehr viel versprechend klingen, aber die Songs den Hörer kaum fesseln können. Schade eigentlich! (MetalPfälzer)


Wertung: 6 / 10 Punkten

Spielzeit: 44:53 min
Anzahl der Songs: 10
Label: Spinefarm Records
Veröffentlichungsdatum: 27.04.2007

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