amon amarth jomsviking 200x200nb mehrfachwertungWenn eine so bekannte, bedeutende und beliebte Band wie AMON AMARTH ein neues Album am Start hat, sind Messlatte und Erwartungshaltung an den neuen Output immer immens hoch. Vor allem, wenn sich die Jungs nicht nur zuvor von ihrem angestammten Drummer getrennt haben, sondern auch noch zum ersten Mal in der Bandgeschichte ein Konzeptalbum mit zusammenhängender Geschichte vorlegen. Völlig klar, dass ich dem nunmehr zehnten Album „Jomsviking“ mit einiger Spannung und jeder Menge Vorfreude entgegengetreten bin. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Nachdem AMON AMARTH und ihr altgedienter Drummer Fredrik Andersson bereits seit Anfang 2015 getrennte Wege gehen, wurde für das Einspielen von „Jomsviking“ kurzerhand Tobias Gustafsson von VOMITORY angeheuert. Die Schießbude war also für die Platte in guten Händen. Und über die kongenialen Riffs und Songwritingqualitäten von Hegg, Söderberg und Co. muss man wohl ohnehin nicht viele Worte verlieren. Das spiegelt sich auch auf „Jomsviking“ alles wider, das sich, wie oben bereits angedeutet, zum ersten Mal in der Bandgeschichte einer zusammenhängenden Geschichte rund um die namensgebenden Wikinger-Söldner widmet.

Dementsprechend gewaltig bricht der Opener „First Kill“ über den Hörer herein und macht keine Gefangenen. Der für die Schweden so typische erhabene Melodiebogen eröffnet einen hitverdächtigen Uptempo-Galopp, über dem Sänger Johan Hegg wie gewohnt mit seinen Growls thront und herrscht. Der Song ist ein absoluter Killer und entwickelt sich garantiert zu einer neuen Live-Hymne. Der folgende Song „Wanderer“ präsentiert sich im stampfenden Midtempo-Bereich und weiß mit einem fantastischen Riff zu begeistern – dürfte in den Konzerthallen für reichlich fliegende Mähnen sorgen. Für „On A Sea Of Blood“ wird das Gaspedal dann mal ordentlich durchgetreten, der Song bricht mit Urgewalt und ordentlich Aggression aus den Boxen und macht ganz gewaltig Lust auf Rotor-Banging.

Für „One Against All“ legt Sänger Hegg dann nochmal extra Bass in seine Stimme und AMON AMARTH legen hier einen lupenreinen Hammer hin, der mit seinem tollen, mehrstimmigen „One Man!“-Männerchor-Schrei auch live für gewaltig Stimmung sorgen wird. „Raise Your Horns“ hat mit seiner tollen, etwas an DISSECTION erinnernden Bridge ebenfalls gewaltiges Live-Potenzial, allein der Songtitel sagt ja bereits alles – hier werden die Met-Hörner zum Himmel erhoben und geleert. „The Way Of Vikings“ sorgt mit seiner sich steigernden Melodie und Gesangslinie bei mir für Gänsehaut ob der schieren pathetischen Wucht des Songs.

Auch der Rest von „Jomsviking“ präsentiert die bewährte AMON AMARTH-Rezeptur aus Melodie, Aggression, Uptempo-Galopp und stampfenden Rhythmen, die sich so hervorragend eignet, richtig drauf abzugehen. So ausbalanciert und perfekt im Einklang habe ich die Nordmänner zuletzt auf „Twilight Of The Thundergod“ erlebt – absolut großartig. Der wirklich einzige Schwachpunkt dieses absolut rundum gelungenen Kraftpakets ist in meinen Ohren ausgerechnet „A Dream That Cannot Be“ – also der Song, in dem die von mir so geschätzte DORO mitsingt. Mag ich unsere Metal-Queen noch so sehr, auch bei ihr ist nicht alles Gold – und in diesem Song wirkt sie, so leid mir das tut, einfach nur störend und wie ein Fremdkörper. Mag sie viele Talente haben, gepaart mit Death Metal kommt es einfach nicht wirklich gut bei mir an.

Absolut nichts zu meckern habe ich hingegen über den Sound von „Jomsviking“ – die Gitarren shreddern sauber durch, die Drums krachen wuchtig und der Gesang kommt klar durch, ohne sich aus dem Gesamtsound herauszuheben, was früher gerne mal ein Problem der Schweden war. Hier wurde dieses Mal absolut alles richtig gemacht – klasse! Insgesamt präsentiert sich „Jomsviking“ für mich zwar nicht als der neue Meilenstein der Bandgeschichte – dieses Privileg hat für mich immer noch die großartige „Twilight Of The Thundergod“ inne – aber doch als eines der absolut rundesten und besten Alben in der bisherigen Diskographie der sympathischen Schweden. Für Fans der Band gilt eine klare Kaufempfehlung, für solche, die es noch nicht sind – Ihr könntet es mit diesem Album werden. (Dennis)

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 52:08 min
Label: Columbia/Sony
Veröffentlichungstermin: 25.03.2016

Bewertung:

Dennis8,0 8 / 10


Andreas 7,0 7 / 10

Anne7,0 7 / 10

David7,0 7 / 10

Jannick7,0 7 / 10

Klaus8,0 8 / 10

Maik8,0 8 / 10

Pfaelzer7,5 7,5 / 10


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Pfaelzer antwortete auf das Thema: #18997 1 Jahr 6 Monate her
Ich habe bis jetzt dazu geschwiegen und werde weiter schweigen, denn mir fällt dazu echt nichts mehr ein!
Annes Avatar
Anne antwortete auf das Thema: #18941 1 Jahr 6 Monate her
AMON AMARTH, ihr habt DORO kaputt gemacht.

Oder hat DORO AMON AMARTH kaputt gemacht? Hölle, was ist das denn gruseliges? Sorry, der Song mit Doro geht gar nicht. Das schreibst du hier ja noch sehr diplomatisch. Für diese akustische Vergewaltigung hab' ich in meiner Bewertung mal glatt einen halben Punkt abgezogen, dieser Song zieht das ganze Album runter. Nicht nur, daß Doro überhaupt nicht dazu paßt, die singt ja auch noch total schief. Grausam.

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