saxon batteringramEigentlich waMehrfach-Wertungder Redaktionr für 2014 eine Bandpause geplant, doch ganz ohne Konzerte kommen die Sachsen nicht aus, gehören sie doch zu den besten Livetruppen des Planeten. Nach ein paar umjubelten Festivals begaben sich die Fünf mit ihren Labelkollegen von SKID ROW im letzten Herbst auf eine ausgedehnte Tournee. Dieses Jahr stand dann wieder ganz im Zeichen der Studioarbeit, in Fankreisen wurde ein neues SAXON-Werk schon erwartet, nachdem man mit "Sacrifice" wieder voll überzeugen konnte. Dabei ließen sie sich auch nicht von der Krankheit ihres Drummers Nigel Glockler aufhalten. Für ihn sprang kurzfristig Sven Dirkschneider, Sohn der ACCEPT-Legende ein, um sich mit der Tour für ein Engagement bei U.D.O., der Formation seines Vaters zu empfehlen. Harter Stahl, hart erarbeitet, also alles beim Alten auf "Battering Ram", dessen Titel alleine schon Programm ist.

Auf jeden Fall ist das erste Fazit, was einem einfällt, wenn man den Opener hört. Die Wahl dazu fällt auf den Titeltrack, eine wiederbelebte Tradition, nachdem man zuletzt Scheiben ohne Titelsong veröffentlichte oder diesen später brachte. Wenn sich "Battering Ram" nicht so typisch nach SAXON anhören würde, man könnte auf die Idee kommen, man hätte ihn aus einer Zeile von "Rapid Fire" ihrer Landsleute JUDAS PRIEST geklaut. Aber "Rammbock" passt natürlich sehr gut zu den Klängen, die direkt mächtig Gas geben und alles platt walzen.
Im folgenden, von vertrackten Gitarren getriebenen „The Devil´s Footprints" gilt ebenfalls die Marschrichtung nach vorne. Es sind gerade diese prägnanten Metalriffs, welche auf diesem Album vorherrschen. Dabei schaffen sie es immer den Melodien genügend Raum zu geben, damit sie nicht so überziehen wie seinerzeit auf „Lionheart". Am ehesten kann man diese melodische Metalpower in der Nähe von „Into The Labyrinth" verordnen, wobei hier die Abmischung noch kantiger ausfällt.

Hier hat sich Andy Sneap erneut als Meister seines Fachs bewiesen, indem er den Songs einen passenden Klang geschmiedet hat. War der Vorgänger noch eher roh und ursprünglich, bringt er hier etwas Tiefenschärfe hinein, was dem Album auch wieder einen eigenen Charakter verleiht. Wer rockige Anklänge wie bei der ersten Zusammenarbeit sucht, der wird höchstens beim schnellen Groover „Stand Your Ground" oder dem Rausschmeißer „Three Sheest To The Wind" fündig. Wobei ich angesichts des Untertitels „The Drinking Song" etwas Angst vor letzterem hatte, doch so eine Peinlichkeit wie „Party ´Till You Puke" bringt man kein zweites Mal.

Einfach ein weiteres SAXON-Album könnte man nun unken, doch das ist nur die halbe Wahrheit. Klar klingen die Briten mit zwanzig Alben in der Hinterhand sorgsam vertraut, schließlich waren sie in den Neunzigern eine der wenigen, die auch da Experimente scheuten. Doch einige kleine Ideen retten „Battering Ram" vor der Vorhersehbarkeit. Wenn im aktuell als Video veröffentlichten „Queen Of Hearts" die Bridge plötzlich ins Echo fällt, dann hat das etwas von den Prog/Psych-Zitaten der Debüttage. Gleiches gilt für die sphärische Spoken-Word-Nummer „Kingdom Of The Cross".
Auch in Punkto Gitarrenarbeit hat man sich neben den gewohnt starken Soli etwas einfallen lassen, in „Hard And Fast" bemüht man schicke Twinleads. Und so nah wie in „Destroyer" mit seinem von Leadfills flankierten Refrain kam man zuletzt in „You Ain´t No Angel" an JUDAS PRIEST heran. Somit gibt es auch beim dem neuesten Streich der Fünf wieder genug zu entdecken. Auch wenn die Songs auf „Sacrifice" noch einen Ticken stärker waren, bleibt wenig Grund zu meckern, wenn dann noch eine Tour mit MOTÖRHEAD bevor steht sowieso nicht. (Pfälzer)

Bewertung: 7,5 / 10


Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 52:25 min
Label: UDR Music
Veröffentlichungstermin: 16.10.2015

Wertung der Redaktion
David Dennis Jochen Maik Klaus Pascal Andreas
8 7 7 7 7 7 7,5
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