queensryche conditionhümanMehrfach-Wertungder RedaktionNach mehreren Jahren der Durststrecke haben QUEENSRCHE 2013 mit neuem Sänger einen Neuanfang gewagt und mit ihrem selbstbetitelten Album tatsächlich ein Statement abgegeben, dass man es mit Todd La Torre am Mikro wieder wissen will, dass die Zeit des Experimentierens ein Ende hat und dass man einfach wieder progressiv angehauchten US Metal mit Anspruch spielen will wie auf „Rage For Order" oder „Empire". Besagtes Werk kam damals, so weit man das beurteilen kann, prima Kritiken, ging aber in einer Flut der Veröffentlichungen etwas unter, womöglich weil der Name QUEENSRYCHE per se beschädigt ist und natürlich auch, weil die Band selber die Platte live quasi nicht bedacht hatte, um den eigenen Klassikern Vorrang zu geben. Muss man das verstehen?

Da bleibt es nun abzuwarten, wie es dem „Queensryche" Nachfolger „Condition Hüman" (cooler Titel übrigens) ergehen wird, der insofern leichtes Spiel hat, weil Geoff Tate unlängst sein OPERATION: MINDCRIME Debüt qualitativ in den Sand gesetzt hat. Wer auf die alten QUEENSRYCHE abfährt, der wird auch mit „Condition Hüman" klar die bessere Alternative finden, denn Michael Wilton, Eddie Jackson und Scott Rockenfield machen hier dort weiter, wo sie mit „Queensryche" aufgehört haben oder womit sie mit „Queensryche" begonnen hatten, wie man es eben sehen möchte.

War dieses Album geprägt von durchweg kurzen Songs, die auf das Wesentliche reduziert waren, so geht die Band mit ihrem neuen Album insofern einen Schritt weiter, dass man versucht hat, mehr Feinheiten zu arrangieren und mit dem Titelstück gibt es sogar wieder einen epischen, längeren Song zu bestaunen. Die Sache hat allerdings mehrere Haken, denn verglichen mit den Großtaten der Band zwischen 1984 und 1990 kann letztendendes auch „Condition Hüman" nicht mithalten.

Der Start in die Platte mit den klassischen QUEENSRYCHE Nummern „Arrow Of Time" und „Guardian" kann man auf jeden Fall als Erfolg verbuchen, stellenweise hat man das Gefühl, als wolle sich Scott Rockenfield als neuer Drummer bei IRON MAIDEN bewerben, Todd La Torre singt dabei nach wie vor ohne eigene Identität wie der junge Geoff Tate; irgendwie geil und trotzdem nur eine Kopie. Was soll's gehen wir „Condition Hüman" in seiner Chronologie weiter durch, beginnen so langsam die Schatten größer zu werden, das Doppel „Hellfire" und „Toxic Remedy" ist zwar heavy, aber das wirklich große fehlt den beiden Nummern, gleiches gilt später auch noch für das sperrige „Hourglass".

Man findet sie auf „Condition Hüman", diese Songs, die einen an den [...] packt, man findet stellenweise wieder diese Theatralik und diese Inszenierung, die die alten QUEENSRYCHE ausgemacht hat, aber eben nur stellenweise. „Selfish Lives" ist beispielsweise ein toller Ohrwurm, auch „Bulletproof" sowie das dezent balladeske „Just Us" bieten Gänsehautpotential, ich kann auch noch das kürzere „All There Was" erwähnen, das vorrangig von seinem Refrain lebt, irgendwie war es das dann auch schon wieder.

Wie ist „Condition Hüman" nun einzuordnen? „Condition Hüman" bietet auf der einen Seite mehr als der Albumvorgänger, vor allem mehr an Tiefe und Abwechslung, auf der anderen Seite sind natürlich die Erwartungen zwischenzeitlich gestiegen, und dort wo „Queensryche" aufgrund seiner Knackigkeit gar keine Verschnaufspausen zugelassen hatte, gesellen sich nun drei bis vier Songs, die mehr sind als Füller aber weniger als Highlights. Am Ende entscheidet jeder selber, „Condition Hüman" sollte aber unbestritten kein Fremdkörper in der eigenen Diskografie darstellen. (Maik)

 

Bewertung: 7,5 / 10


Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 53:27 min
Label: Century Media
Veröffentlichungstermin: 02.10.2015

Wertung der Redaktion
Jochen Ralf David Dennis Andreas Rainer Pascal
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