childrenofbodom iworshipchaosMehrfach-Wertungder RedaktionBesetzungswechsel waren bisher eher selten bei den Finnen, seit dem Debüt veränderte sich lediglich die Position des zweiten Gitarristen. Für Alexander Kuopalla kam 2003 Roope Latvala, der die Truppe Anfang des Jahres verließ. Frontmann Alexi Laiho übernahm bei "I Worship Chaos" alle Gitarrenparts alleine, live werden CHILDREN OF BODOM von Antti Wirman, dem Bruder von Keyboarder Janne unterstützt. Musikalisch läuft es schon länger nicht mehr rund, ähnlich wie HAMMERFALL folgten vier wegweisenden Alben vier eher durchwachsene Arbeiten. Während sich die Powermetaller aus dem benachbarten Schweden im letzten Jahr zumindest halbwegs rehabilitieren konnten, ruhen nun die Hoffnungen bei eben jenem neunten Longplayer.

Zumindest mal der Wiedererkennungswert ist von Beginn an gegeben, das Wechselspiel aus Staccatoriffs und flinken Läufen ist urtypisch für diese Band, ebenso die schnell gehackte Strophe. Irgendwie läuft das alles aber besser rein als bei den letzten Ausgaben, die Harmonien entfalten sich hier optimaler. Nach einer schnellen, melodischen Bridge walzt ein brutal stampfender Thrashrefrain alles nieder, Laiho klingt angepisst wie selten. Thrashig knallt es auch im folgenden "My Bodom (I Am The Only One)" oder dem Titeltrack nach vorne.
Doch halt, waren es aber nicht gerade die Thrashzutaten, die Scheiben wie "Blooddrunk" oder "Are You Dead Yet?" weniger schmackhaft gestalteten? Sicher, doch die tönten eher nach modernem US-Thrash, während man hier deutlich dem traditionellen Thrash Metal frönt. Zeigte ich mich bei "Halo Of Blood" noch enttäuscht, dass die Scheibe trotz der Rückkehr zum angestammten Stil nicht überzeugen konnte, so haben wir hier den umgekehrten Effekt. Was wieder einmal belegt, dass weniger die Ausrichtung über die Qualität entscheidet, als vielmehr die Songs.

"Morrigan" bietet dann auch endlich wieder die bei aller Aggressivität unglaublich flüssigen Melodiebogen, welche niemand so perfekt beherrscht wie CHILDREN OF BODOM. Hier ist Laiho in seinem Element, lässt seiner Vorliebe für die Achtziger freien Lauf. Da dürfen Keyboards natürlich nicht fehlen, die finden hier wie auch auf den letzten Platten nicht mehr so statt, dienen eher der Untermalung, nur bei ein paar Soli dürfen sie in die vorderste Reihe. Man mag nun unken, dass eben jene Flächen in der klassischen Metaldekade vor allem zum weichspülen dienten, ein Vorwurf, der hier gar nicht entkräftet werden will. Die Harmonien, die solche Arrangements in Titeln wie "Hold Your Tongue" erzeugen, sprechen allerdings für sich.

Die seltsamen Waveausflüge des Vorgängers bleiben hier auch im Köcher, insgesamt setzt man eher auf Midtempo, ohne dabei die Abwechslung aus den Augen zu lassen. "Prayer For The Afflicted" und "All For Nothing" stellen die ruhigsten Songs des Albums dar, obgleich auch sie die Gitarren heftig sprechen lassen, in etwa in die "Angels Don´t Kill"-Richtung tendieren. Doch die Riffs haben endlich wieder die geballte Kraft und vor allem den Schmiss der frühen Tage, das Feuer brennt wieder im guten Alexi und seinen Mitstreitern.
Dieses Lodern, welches man auch in manch wahnwitzigen Black Metal wieder findet, erlebt man auch auf "I Worship Chaos" des Öfteren. Der Meister selbst brilliert in vielen Soli, prägnanten Läufen und Leadfills, obwohl hier das folkige Element aus "Follow The Reaper"-Tagen fehlt. Hier wurden Weiterentwicklung und Trademarks gekonnt verknüpft, dieses Werk wäre der ideale Nachfolger von "Hate Crew Deathroll" gewesen. Bleibt zu hoffen, dass es nun nicht zu spät für die Karriere der Finnen erscheint. (Pfälzer) 

 

Bewertung: 8 / 10


Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 45:05 min
Label: Nuclear Blast
Veröffentlichungstermin: 02.10.2015

Wertung der Redaktion
Matthias Andreas Klaus Maik Anne Dennis Pascal
7,5 6,5 7,5 7 6 6 7,5
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