Ghost Melioramehrfach-soloMan kann nicht leugnen, dass einem ein respektvoller kleiner Schauder über den Rücken fährt, wenn man bedenkt das sich GHOST vor gerade mal sieben Jahren gegründet haben. Die Omnipräsenz dieser jungen Band ist ohne jeden Zweifel beeindruckend, was sich vor allem in den Köpfen Vieler in Form von Ohrwürmern und einigen vermeintlich zeitlosen Klassikern manifestiert. Ihre bisherigen beiden Alben „Opus Eponymous“ (2010) und „Infestissumam“ (2013) gaben dazu auch allen Anlass. GHOST verstehen sich einfach sehr gut darauf, okkulte Themen mit progressiven Anleihen in ein Gewand gefälliger Eingängigkeit zu kleiden, das die Gehörgänge sanft umschmeichelt. Diese Idee wurde auch auf ihrem nun dritten Werk „Meliora“ verfolgt, das vermutlich eines der vielen meisterwartetsten Alben dieses Jahres sein dürfte.

Zunächst kann man alle alten Fans beruhigen, denn stilistisch bleiben GHOST ihrer Linie treu. Geboten werden farbenfrohe Gitarrenläufe, mitreißende Soli, prägnante Riffs und der sanfte Gesang, der die manchmal mehr, manchmal weniger subtilen okkulten Botschaften verbreitet. Unmittelbar wird der Hörer mit dem genuinen Stil dieser Band konfrontiert, sodass er im Prinzip gleich weiß, wie die Musik gestrickt ist, sofern er mit dem Frühwerk dieser Band vertraut ist. Ansonsten lebt „Meliora“ von einer fluffigen Leichtlebigkeit, die durch das schöne, von atmosphärischen Synthesizern begleiteten Gitarrenspiel zustande kommt, die mit dem selbst melodietragenden Gesang in respektvoller Harmonie koexistiert. Allerdings verlieren sich GHOST das ein oder andere Mal in Passagen, die etwas zu lang geraten sind, wodurch einigen Tracks etwas an Pfeffer abhanden kommt.

Insgesamt dürfte „Meliora“ jedem GHOST-Fan zusagen, ebenso wie jedem Freund von sanften, qualitativ außergewöhnlich guten und psychedelisch angehauchten metallischen Klängen. Es ist schön zu sehen, dass sich diese Band durch ihr eigenes Ding einen so großen Namen in so kurzer Zeit gemacht hat, die auch jenseits der Metalszene auf eine rege Zuhörerschaft stößt. (Jannick)

 

Bewertung: 8 / 10


Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 41:37 min
Label: Spinefarm Records
Veröffentlichungstermin: 21.08.2015

Wertung der Redaktion
 Pascal  Matthias Maik  Anne Rainer Jochen  Klaus
7,5   5 7,5 7 7 6
Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to Twitter
Anmelden


Jochens Avatar
Jochen antwortete auf das Thema: #17473 1 Jahr 9 Monate her
Ich kann nicht nachvollziehen, was diese Band so außergewöhnlich macht, dass die so schnell durch die Decke geschossen hat.
Das ist radiotauglicher Rock, der wirklich schon in den Ursprungszeiten wesentlich besser und intensiver dargestellt wurde. Und die Maskerade macht das Ganze noch eine ganze Spur unglaubwürdiger. Aber diese Band hasst man oder liebt man eben.
Pfaelzers Avatar
Pfaelzer antwortete auf das Thema: #17455 1 Jahr 9 Monate her
Bei "From The Pinnacle To The Pit", "He Is" und "Deus In Absentia" gelingen drei große Refrains, der Rest ist eher unentschlossen. Da fehlt öfter der Biss, rein für dichte Atmosphäre wollen sie sich auch nicht entscheiden. Kann man gut hören, aber es gibt nichts, was BLUE ÖYSTER CULT" nicht vor 30, 30 Jahren besser gemacht hätten. Ich sehe meine Aussage vom SRF bestätigt, ohne den ganze Mummenschanz würden die kaum Beachtung finden.

Neckbreaker präsentiert

Neckbreaker auf Facebook

nb recruiting 2015

nb forum 2015

nb gallery 2015