Mehrfach-Wertungder Redaktion

annihilator feastEigentlich war ein Thrash-Debüt im Jahre 1989 als zu spät gekommen dem Untergang geweiht. Doch wer mit solch gradiosen Demos wie "Phantasmagoria" aufwartete, der hatte das Zeug dazu die Halbwertszeit zu verlängern. Und obwohl sich die Truppe später als ein Projekt, teilweise Ein-Mann-Band ihres Mastermind Jeff Waters darstellte, konnte dieser die Fans immer bei der Stange halten. Vor allem die enorme Output, bei dem kaum eineinhalb Jahre zu nächsten Release vergingen, hielt den Namen ANNIHILATOR immer im Gespräch. Heute, längst eine klassische Formation, lassen es die Kanadier ruhiger angehen, auf den selbstbetitelten Vorgänger mussten die Anhänger dreieinhalb Jahre warten. Und auch für "Feast" ließ man sich drei Jahre Zeit, ob sich das gelohnt hat?

Zumindest gelingt es der Band zu Beginn zu überraschen, denn so oldschoolig wie beim Opener klangen sie diese noch nie. Typisches Achtziger-Riffing eröffnet das furiose "Deadlock", bevor die Bridge sogar ein wenig an SLAYER erinnert. Beim folgenden "No Way Out" kann man dann ebenso wie bei "Demon Code" eher die angestammten ANNIHILATOR-Markenzeichen vernehmen. Das charakteristische, mechanisch-abgehackte Geschredder bestimmt die Nummern, immer wieder durchsetzt von düsteren Gitarrenflächen.

Ebenfalls vom Wechselspiel lebt der lange Rausschmeißer "One Falls, Two Rise", bei dem sehr ruhige Momente einen guten Kontrast zum vorherrschenden Geballer bilden. Das ist auch nötig, da „Feast" das Midtempo so gut wie nicht kennt und über weite Strecken das Gaspedal regiert. Das macht richtig Spaß wie etwa im furiosen „Smear Campaign", kann auf Dauer aber eintönig wirken. Da kommen einem so Titel wie „No Surrender" gerade recht, bei dem lockere Gitarrenscapes einen funkigen Basslauf umnebeln. Hat man sich gerade in der relaxten Atmosphäre eingebettet, so zermahlen die brutal hämmernden Staccatos alles, was ihnen in den Weg kommt.

Gradliniger geht es dann bei „Wrapped" zu, das die rockige Seite von Jeff Waters betont. Solche Songs wie „Shallow Grave" gab es in der Vergangenheit schon und auch dieser hier fügt sich gut ein. Ebenfalls kein Dauergast auf ANNIHILATOR-Alben sind Balladen, hier gibt es mit „Perfect Angel Eyes" eine der ganz ruhigen Sorte. Die sphärischen Akustikgitarren der Strophe sind schön atmosphärisch, doch die ganz große Melodie stellt sich nicht ein. Dazu leidet der Song etwas unter dem sehr kühlen Sound.
Ein Problem, mit dem schon mehrere Scheiben in der Vergangenheit der Formation zu kämpfen hatten. Ganz so dramatisch wie auf „Waking The Fury" oder „Remains" stellt es sich zwar nicht da, aber ein organischeres Klangbild hätte „Feast" zum Klassiker befördern können. Ansonsten drückt das Ding fett nach vorne, die Band spielt supertight, David Padden ist bestens bei Stimme und Meister Waters serviert uns einen Strauß irrer Soli. Nach dem eher schwachen Vorgänger eine deutliche Leistungssteigerung, die Zeit wurde also lohnenswert investiert. (Pfälzer)

Bewertung: 8 / 10


Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 48:28 min
Label: UDR Music
Veröffentlichungstermin: 23.08.2013

Wertung der Redaktion
David Pascal Andreas Jochen Maik Kevin Seb
8 7 6 7 6,5 7,5 7
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Jochen antwortete auf das Thema: #10422 3 Jahre 9 Monate her
Mit den frühen ANNIHILATOR hat "Feast" so gut wie nichts mehr am Hut. Man versucht jetzt,modern und vor allem ultra heavy zu klingen, und das passt einfach nicht zu Jeff&Co., dennoch musikalisch wertvoll.
Pascals Avatar
Pascal antwortete auf das Thema: #10421 3 Jahre 9 Monate her
Auch für mich ist das Album irgendwie sehr durchschnittlich. Die ein oder anderen Passagen finde ich, als Gitarrist, noch sehr interessant. Aber insgesamt kommt da nicht so richtig Fahrt auf.

Ich möchte mich nur ungerne an den Frühwerken der Band festhalten, aber irgendwie bleibt mir da fast nichts anderes übrig. :(
Andreass Avatar
Andreas antwortete auf das Thema: #10419 3 Jahre 9 Monate her
Ich finde das Album langweilig. Ich erkenne ausserdem viele Parallelen zum letzten Album von Testament. Der erste Song wirkt tatsächlich, als käme er von Slayer. Die ruhigen Songs und Passagen fügen sich überhaupt nicht gut in das Gesamtbild ein. Seine Meinung kann man Jeff aber auch persönlich sagen und zwar hier:
www.sixandfour.de/blog/2013/six-four-mus...n-21-september-2013/

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