jagpanzer thedeviantchordnb mehrfachwertungVon einer Sensation zu sprechen, wäre vielleicht etwas zu hoch gegriffen, aber damit, dass JAG PANZER nochmals ein neues Studioalbum veröffentlichen würden, ja damit war vor ein paar Jahren wirklich nicht zu rechnen. „The Scourge Of The Light“, das rückblickend betrachtet im Jahr seiner Veröffentlichung nicht ganz so einschlug wie erhofft, hat inzwischen bereits mehr als sechs Mal 365 Tage auf dem Buckel, das vorletzte Album „Casting The Stones“ stammt aus dem Jahr 2004, was gefühlt eine halbe Ewigkeit her ist.

Erschwerend kam hinzu, dass sich die Band nach „The Scourge Of The Light“ desillusioniert vom fehlenden Erfolg der Platte und den mangelnden Touraktivitäten vorübergehend aufgelöst hatte…lange Rede kurzer Sinn. JAG PANZER sind dieser Tage zurück und das neue Studioalbum „The Deviant Chord“ ist klar das Beste seit „Mechanized Warfare“ (2001).
Ok, ich gebe zu, dass ist jetzt ebenfalls keine Sensation, denn insbesondere „Casting The Stones“ war und ist ein Ausfall in der Diskografie der Colorado Jungs; gerade neulich nochmals gehört, wird man einfach nicht warm mit diesem Album.

Das ist lange her, die Gegenwart sieht wirklich gut aus für JAG PANZER, denn objektiv betrachtet kann „The Deviant Chord“ locker mit Alben wie „The Fourth Judgement“ und „Mechanized Warfare“ mithalten, an der Messlatte „Ample Destruction“ und „The Age Of Mastery“ scheitert die Band knapp, aber das kann man als Fan locker verschmerzen, es tut einfach gut, wieder was von dieser Band zu hören, die wie kaum eine andere den US-Metal geprägt hat.
Bevor wir zu den positiven Seiten von „The Deviant Chord“ kommen, muss ich allerdings vorab loswerden, dass der Sound und die Produktion des Silberlings nicht gerade für einen Freudenschrei sorgen, etwas, was sich fast durchgängig durch das Schaffen der Band zieht. Das Schlagzeug klingt arg künstlich und steht im Mix viel zu weit im Vordergrund, auch der Gesang von Harry Conklin wirkt sehr prägend, das geht klar zu Lasten der Gitarren von Mark Briody und Joey Tafolla. „The Deviant Chord“ wirkt dadurch einfach nicht heavy genug, wir sprechen hier immerhin von JAG PANZER, einer Band, die das Wort „Power“ in Power Metal immer sehr genau nahm. Das Gute dabei ist aber wenigstens, dass man sich den Sound recht schnell schön hören kann.

Dafür entschädigen dann nämlich die Songs dieses Albums, das sehr homogen ausfällt und nahezu alle Facetten der Band abdeckt. Traditionelle flotte Heavy Metal Songs wie „Born Of The Flame“ und „Blacklist“ halten sich die Waage mit Halbballadeskem wie dem großartigen Titelstück, dem Traditional „Foggy Dew“ und dem etwas kitschigen „Long Awaited Kiss“.

Nach etwa zwei dutzend Hördurchgängen kann ich inzwischen keine schwache Nummer mehr unter den Zehnen ausmachen, „The Deviant Chord“ wird vielleicht im hinteren Drittel ganz leicht schwächer, das sind aber nur Nuancen und wenn, dann rückt der epische und Mut machende Albumabschluss „Dare“ wieder alles gerade. Da kommt das Highlight wirklich zum Schluss.

Sicherlich fehlen etwas die Überraschungsmomente, es fehlt auch so ein fieser Killer wie „Generally Hostile“ und vermutlich auch ein alles überragender Song wie „Take To The Sky“ oder „The Moors“, dafür gefällt mir halt diese Ausgewogenheit bei „The Deviant Chord“, das Album ist nicht nur kurzweilig, sondern auch gut strukturiert und so lange Harry Conklin auch 33 Jahre nach „Ample Destruction“ noch mit einer solchen Leidenschaft und Energie singt wie hier, ist die halbe Messe sowieso schon gelesen.

JAG PANZER zeigen auf „The Deviant Chord“ auf beeindruckende Art und Weise, dass sie noch längst keine Rentner sind, ganz sicherlich eines der Alben des Jahres, jetzt wartet man eigentlich nur noch darauf, dass man die Songs alsbald auch mal live hören darf! (Maik)


Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 45:00 min
Label: Steamhammer/SPV
Veröffentlichungstermin: 29.09.2017

Bewertung:

Maik 20169,0 9 / 10


Andreas 7,5 7,5 / 10

Klaus7,5 7,5 / 10

David7,5 7,5 / 10

Pascal7,5 7,5 / 10

Alex28,0 8 / 10

Pfaelzer7,0 7 / 10

Karin 8,08 / 10


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