saxon letmefeelyourpowerEs soll Bands geben, die im Laufe ihrer aktiven Karriere mehr Live- als Studioalben herausgebracht haben, SAXON gehören aktuell noch nicht zu diesen Vertretern, was auch damit zusammenhängt, dass die Briten konsequent etwa alle zwei Jahre eine neue Studioplatte heraushauen, da kommt dann eben über die Jahre einiges zusammen. Ähnliches gilt bei den Angelsachsen für die livehaftige Seite, man spricht bei „Let Me Feel Your Power“ vom zehnten Livealbum, ich habe jetzt nicht genau nachgezählt, aber das ist so oder so eine stolze Zahl, mit der „The Eagle Has Landed“ Trilogy (1982, 1996, 2006) hat man sich diesbezüglich bereits ein Denkmal gesetzt.

Nun also „Let Me Feel Your Power“, die berühmte Ansage vorm Song „Power And The Glory“, als Livedokument! Wie immer stellt sich bei so etwas die Frage, braucht man das oder kann das weg, die Antwort liegt dabei dieses Mal irgendwo in der Mitte. „Let Me Feel Your Power“ bietet in der Variante als Doppelalbum plus DVD, welche mir vorliegt, genug Stoff, dass man sich einmal einen rockigen Abend machen kann, auf Dauerrotation würde ich aber weder die DVD noch die beiden anderen Rundlinge setzen wollen. Inhaltsmäßig ist Audio und Video nahezu deckungsgleich.

Das liegt vor allem daran, dass „Let Me Feel Your Power“ kaum etwas bietet, was man nicht sowieso schon von SAXON kennt, zudem geht die Qualität nicht unbedingt konform mit dem Standard, den man im Jahr 2016 erreichen kann. Von daher drängt sich hier der Eindruck eines Schnellschusses auf.
Realisiert wurde der Konzertmitschnitt 2015 bei einem Auftritt von SAXON in München (damals war man Premiumsupport auf der letzten MOTÖRHEAD Tour, was man zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste), sowie bei zwei Headlinershows in Brighton und Chicago, die allerdings beide mehr als Bonus angesehen werden müssen, denn die Qualität dieser Aufnahmen (Bild) ist lediglich semi-professionell, insgesamt wirkt „Let Me Feel Your Power“ authentisch und nicht überproduziert, was natürlich auch als Pluspunkt angesehen werden kann!

Hauptbestandteil ist also die etwa 60-minütige Show in München, bei der gefühlt jeder zweite Besucher ein MOTÖRHEAD Leibchen anhat, das ist genauso kurios wie logisch wie die Tatsache, dass SAXON als Support nur mit Einschränkungen ihr Bühnenequipment nutzen konnten. SAXON hatten zum damaligen Zeitpunkt gerade ihr aktuelles Studioalbum „Battering Ram“ draußen, von dem vier der dreizehn gespielten Songs stammen. Das Titelstück sowie „The Devil’s Footprint“ entpuppten sich live durchaus aus Bringer, „Destroyer“ und „Queen Of Hearts“ eher als Füller in einem ansonsten mit Klassikern gefüllten Repertoire, die ich jetzt nicht alle aufzählen mag.

Wenn man einmal davon absieht, dass die einzelnen Bandmitglieder während des Konzertes stilecht diverse Kutten übergezogen haben, die auf die Bühne geworfen wurden, bietet die Show selber kaum Überraschungsmomente, die englischen Sachsen spielten halt enorm motiviert, tight und heavy ihren Stiefel runter, ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich bei dem Gig der gleichen Tour in Saarbrücken echt Spaß hatte, ein Supportslot ist aber natürlich nicht vergleichbar mit einer 2-stündigen Headlinershow.

„Let Me Feel Your Power“ ist am Ende, fast wie zu erwarten, eine etwas zwiespältige Angelegenheit und wirkt etwas lieblos gemacht, hierzu zählen auch Kleinigkeiten wie das DVD-Menü oder die Tatsache, dass beim Song „20000 Ft“ als Titel „Heavy Metal Thunder“ eingeblendet wird, beide Songs sollte man erstens auseinander halten können und zweitens sollte irgendjemandem so etwas im Enstehungsprozess eines solchen Projektes auffallen.

Auf der anderen Seite sind SAXON auch nach fast 40 Jahren „on the road“ immer noch eine Liveband, an der sich diverse Jungspunde die Zähne ausbeißen müssen und bei dem Lemmy gewidmeten „Requiem“ (einer von drei Brighton Songs) kommt dann tatsächlich auch so etwas wie Gänsehautfeeling auf. (Maik)


Bewertung: 

Maik 20167,0 7 / 10

Anzahl der Songs: 34 (DVD) / 32 (CD)
Spielzeit: 145:30 min
Label: UDR
Veröffentlichungstermin: 07.10.2016

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