Cobain Montage Of A HeckDa ist er also endlich, der lang ersehnte Film über Kurt Cobain, gekonnt von Brett Morgan in Szene gesetzt. Viele Fans dürften lange auf diesen Film gewartet haben, viele dürften schon vorher einen ebenso großen Hass auf den Film verspürt haben und einige werden sich den Film vermutlich gar nicht erst ansehen. Wenn es um eine Person wie Kurt Cobain geht, gehen die Meinungen bekannterweise sehr weit auseinander. Letzten Endes weiß niemand die ganze Wahrheit und viele Wegbegleiter verstricken sich selbst in Widersprüche. Doch allein aus diesem Grunde sollte der Film für NIRVANA und auch Nicht-NIRVANA-Fans schon von Interesse sein. Ich kann vorab schon mal beruhigen, im Film geht es keinesfalls um Klatsch und Tratsch, sondern Brett Morgan hat einen Film über den Menschen Kurt Cobain gedreht, und das in einem ganz besonderen und einzigartigen Stil.

Und eben dieser besondere Stil macht den Film bereits rein optisch zu etwas absolut Einzigartigem. Interviews von Kurt Cobain selbst werden immer wieder mit passenden und toll gezeichneten Animationsszenen hinterlegt. Des Weiteren werden die persönlichen Zeichnungen und Notizen des Sängers digital zum Leben erweckt, und auch das kann sich mehr als sehen lassen. Eine ähnliche Technik kennt man mittlerweile ja von „Banger Films", die damit „Super Duper Alice Cooper" stilistisch aufpeppten. Nun geht es bei „Cobain - Montage Of Heck" logischerweise über einige Strecken auch um die Musik von NIRVANA, diese rückt jedoch spätestens ab der Hälfte des Films, nach der Darstellung durch den „Nevermind"-Erfolges, stark in den Hintergrund. Von den einstigen Bandmitgliedern kommt lediglich Krist Novoselic zu Wort, der offensichtlich früher auch ein guter Freund von Kurt war. Ansonsten kommen Familienmitglieder, Ex-Freundinnen und seine „allseits beliebte" Frau Courtney Love zu Wort. Dabei wirken alle Interviews und gezeigten Ausschnitte sehr authentisch. Dennoch muss sich jeder sein eigenes Bild davon machen, in wie weit er gewissen Personen Glauben schenken mag. Letzten Endes wird niemals jemand erfahren, wie Kurt Cobain wirklich war, Brett Morgan gelingt es in „Cobain - Montage Of Heck" aber sehr gut, den Charakter des Musikers darzustellen. So erhält der Zuschauer zumindest eine gute Vorstellung davon, wie der Ausnahmemusiker drauf gewesen ist.

Zum Teil werden dabei erschreckend intime Einblicke in das Eheleben von Kurt und Courtney gegeben, die letzten Endes nur den Eindruck verstärken, dass die beiden ein ziemliches Drogenproblem hatten. Viele der alten „Super-8-Aufnahmen" sind aber auch aus guten und schönen Zeiten und zeigen unter anderem wie Kurt aufgewachsen ist. Erstaunlich, dass diese Aufnahmen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Technisch bietet die Blu-Ray ein allzeit scharfes Bild, das besonders bei den alten „Super-8-Aufnahmen" ein wenig überrascht. Auch die Übersetzung in Form von Untertiteln ist gelungen, einziger Kritikpunkt hierbei bleiben die teilweise asynchronen Interviews. Als Bonusmaterial gibt es ein Interview mit dem Regisseur und Don Cobain sowie den Trailer zu sehen.

Mit „Cobain - Montage Of Heck" zeichnet uns Regisseur Brett Morgan ein interessantes Bild über einen Musiker, den offensichtlich die Drogen zugrunde gerichtet haben. Wirklich Neues erfährt man in dem Film zwar nicht, doch alleine die ganze Aufmachung ist derart gelungen, dass sich jeder NIRVANA-Fan oder generelle Fan von Dokumentationen diesen Film zu Gemüte führen sollte. (Pascal)


Bewertung: 8,5 / 10

Spielzeit: 132:00 min
Label: Universal Pictures
Veröffentlichungstermin: 28.05.2015

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