Black Sabbath LiveWirft man einen Blick über die bisherigen DVD-Veröffentlichungen von BLACK SABBATH, stellt man relativ schnell fest, dass es bisher eigentlich keinen Konzertmitschnitt gibt, welcher der Band wirklich gerecht wird. 2013 ändert sich das nun endlich. Wenn „Celebration Day" von LED ZEPPELIN „Pure Magie!" ist, wie es mein Kollege Bernie trefflich formuliert hat, dann ist „Live... Gathered In Their Masses" pure Schwarze Magie!

Nach dem Erfolg von HEAVEN & HELL und den damit verbundenen rechtlichen Streitigkeiten mit Sharon und Ozzy Osbourne hätte ich nicht wirklich damit gerechnet, dass BLACK SABBATH jemals wieder in ihrer Ur-Formation zusammen kommen. Dennoch veröffentlichen die Herren Butler, Iommi und Osbourne 2013 mit „13" ein Album, welches, bis auf Bill Ward, fast in Originalbesetzung eingespielt wurde. „13" kam sehr gut an und schaffte es in mehreren Ländern auf Platz 1 der Charts. Trotz der Krebserkrankung von Tony Iommi begab sich die Band auf Welttournee. Diese führte sie nach über 40 Jahren auch zurück nach Australien, und „Live... Gathered In Their Masses" wurde aus diesen ersten Shows zusammengeschnitten. Genau genommen aus den Gigs vom 29. April und vom 1. Mai, beide aufgenommen in der „Rod Laver Arena" in Melbourne.

Viele Fans, ich selbst auch, waren unsicher, ob es die Herren nach wie vor schaffen, live zu begeistern. Gerade der Zustand von Ozzy Osbourne wird mit viel Glück verbunden, und die schwere Erkrankung von Tony Iommi verstärkte die Unsicherheit noch mehr. Können BLACK SABBATH ihrem musikalischen Erbe noch gerecht werden? Bereits nach dem extrem starken Opener „War Pigs" ist klar, dass sie es sehr wohl können. Schon nach dem zweiten Song „Into The Void" ist man dann gänzlich überzeugt und alle Zweifel sind verschwunden. Einfach unglaublich, welche Atmosphäre BLACK SABBATH verbreiten, das düstere Riffing von Tony Iommi, die einzigartige Stimme von Ozzy und das unglaubliche Bassspiel von Geezer Butler sind einfach unschlagbar. Schade nur, dass Originaldrummer Bill Ward nicht mit dabei sein konnte. Am Schlaugzeugspiel von Drummer Tommy Clufetos lässt sich dennoch nichts bemängeln, hier klingt eigentlich alles so, wie es klingen soll. Anders wäre die Urbesetzung allerdings perfekt gewesen.

Wirklich bemerkenswert ist zudem Ozzy Osbournes Performance. Hörte man zuletzt noch von einem Drogenrückfall und einer angeblich bevorstehenden Scheidung, ist auf „Live... Gathered In Their Masses" davon überhaupt nichts zu spüren. Seine Stimme ist wirklich sehr gut und kein bisschen schlechter als bei der Aufnahme zu „Reunion" aus dem Jahr 1997, eigentlich sogar noch etwas besser. Des Weiteren ist Mr Osbourne äußerst aktiv, läuft über die Bühne, animiert das Publikum mit den typischen Ozzy-Ansprachen „Let Me See Your Fucking Hands! C'mon!" und springt sogar ein paar Mal. Für sein hohes Alter von mittlerweile 65 Jahren und seiner zurückliegenden Drogenkarriere wirkt dies fast wie ein Wunder. Mit Sicherheit liegt es aber auch einem strengen Fitnessplan zugrunde. So oder so hat Ozzy viel an seiner Performance gearbeitet. Dabei vergisst man fast, wie schwer Gitarrist Tony Iommi erkrankt ist und unter welchen Umständen er auf Tour ist. Wirklich viel hört man momentan nicht von seiner Krebserkrankung, dennoch befindet er sich auch auf Tour in Therapie und muss einiges über sich ergehen lassen. Auf der Bühne ist davon nichts zu sehen, freundlich und lachend spielt Tony die unglaublichen Riffs und Solos. Geezer Butler wirkt etwas wie der Ruhepol der Band, dabei glänzt er natürlich besonders bei „N.I.B.". Auch sonst braucht sich Mr. Butler nicht zu verstecken, obwohl er sich nur im linken Bereich der Bühne bewegt, bewegt er sich dennoch viel und hat sichtlich Spaß dabei. Tommy Clufeto passt sich perfekt dem Geschehen an und hat bei „Symptom Of The Universe" mit einem recht ausgiebigen Drumsolo seinen großen Auftritt. Etwas schade nur, dass dadurch einer der härtesten BLACK SABBATH-Songs nicht vollständig gespielt wird. Dafür gibt es gegen Ende der Show aber noch „Children Of The Grave" auf die Ohren, womit wir bei der Setlist angelangt wären.

Diese besteht überwiegend aus Klassikern der Band, allerdings wurde auch das aktuelle Album nicht ignoriert, mit „End Of The Beginning", „God Is Dead?", „Loner" und „Methademic" sind sogar vier Songs enthalten. Diese passen perfekt zu den restlichen Songs, und allein das beweist, von welcher Klasse das neue Songmaterial ist. Auf der DVD selbst sind sechzehn Songs enthalten, was bei einer Dauer von insgesamt 106 Minuten vollkommen in Ordnung ist. Bonusmaterial in Form von drei weiteren Songs, einem Interview und einem kurzen Bericht vom Showtag gibt es allerdings nur in der Deluxe-Version. Bild und Sound der DVD sind von der Qualität her gut, natürlich ist die Bildqualität auf der Blu-Ray noch besser, doch auch die DVD hinterlässt einen guten Eindruck. Der Sound ist in Stereo und 5.1 Dolby Surround verfügbar und bietet ein sehr gutes Klangerlebnis. „Live... Gathered In Their Masses" überträgt die Live-Atmosphäre eines BLACK SABBATH-Konzertes wirklich sehr gut und garantiert für mächtig Spaß im heimischen Wohnzimmer.

Wie auf der DVD zu sehen ist, hatte sowohl die Band als auch das Publikum viel Spaß an diesen beiden Abenden. Das Publikum reagiert immer wieder auf die Ansagen von Ozzy und singt fast alle Songs kräftig mit. Dabei darf man nicht vergessen, dass „13" zum damaligen Termin noch nicht veröffentlicht war. Doch auch die neuen Songs kommen sehr gut beim Publikum an, wobei sie natürlich nicht mit einem Klassiker wie „Iron Man" mithalten können, hier rastet das Publikum total aus. Beim Klassiker „Black Sabbath" ist die Atmosphäre einfach unglaublich, und selbst vor dem heimischen TV bekommt man eine Gänsehaut. Auch der imposante Bühnenaufbau samt LCD-Leinwänden soll nicht unerwähnt bleiben. Trotz der vielen positiven Punkte gibt es aber auch ein wenig Kritik an „Live... Gathered In Their Masses". Für mich ist es nicht ganz nachvollziehbar, weshalb absolut kein Bonusmaterial auf der Standardversion enthalten ist. Hierfür muss der Fan dann tief in die Tasche greifen und zur Deluxe-Edition greifen. Wobei auch dort das Bonusmaterial nicht sehr umfangreich ausfällt, zumindest hier hätte man mehr erwarten können.

Ansonsten ist „Live... Gathered In Their Masses" endlich ein Konzertmitschnitt, der BLACK SABBATH gerecht wird, und kein Fan sollte sich dieses Spektakel entgehen lassen. Mit einer solchen Energie hätten sicher nur noch wenige gerechnet. Doch BLACK SABBATH zeigen sich auf „Live... Gathered In Their Masses" einmal mehr als die Doom-Götter des Heavy Metal. Und eines ist für mich nun ebenfalls sicher, der Ursprung des Heavy Metal liegt auf jeden Fall bei BLACK SABBATH. (Pascal)


Bewertung; 9 / 10

Anzahl der Songs: 15
Spielzeit: ca. 106 Minuten
Label: Universal
Veröffentlichungstermin: 22.11.2013

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