blackmoresnight_the_beginningDa hat ja bei dem ein oder anderen etwas schönes unter dem Weihnachtsbaum gelegen. Nein, keine weitere Weihnachts-CD von BLACKMORE´S NIGHT, sondern eine schick auf gemachte Box, welche die Anfänge der Band beleuchtet. Anfänge, die vielen gestandenen Rockern auch heute noch aufstoßen, denn einer der größten Gitarrenhelden wandte sich dem Folk zu. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Candice Night zelebriert Ritchie Blackmore seitdem die Musik des Mittelalters und der Renaissance. Doch auch hier kann er seine Können und sein kompositorisches Geschick unter Beweis stellen. Damit gelang es ihm, mit einer dritten Band weltweiten Erfolg einzufahren, nachdem er schon mit DEEP PURPLE und RAINBOW zu Ruhm und Ehren gelangt war. Derzeit werkelt das Künstlerpaar an ihrem neuen Album, umso schöner ist es mit der "The Beginning"-Box etwas zur Überbrückung der Wartezeit in Händen zu halten.

Schon außen sieht das Teil sehr edel aus, geschützt von einem durchsichtigen Kunststoffschuber hat man eine mit lila Samt ausgekleidete Box vor sich. Beim Öffnen fallen einem vier glänzende Digipacks mit Ornamentverzierung in die Hände, zwei CDs und zwei DVDs. Bei den beiden Alben handelt es sich um Neuauflagen der bereits bekannten ersten zwei Studioalben "Shadow Of The Moon" und "Under A Violet Moon". Die DVDs zeigen hingegen neues Material aus den Touren zu den jeweiligen Frühwerken.

Das Material der beiden ersten Scheiben sollte den Fans hinlänglich bekannt sein, hier gibt es diese noch mal ohne große Veränderungen. Das Debüt „Shadow Of The Moon" war das atmosphärischere und getragenere der beiden, es versprüht mehr den Hauch von Mystik. Ursprünglich war das Ganze ja als Projekt zur Überbrückung zum nächsten RAINBOW-Dreher gedacht, doch es entwickelte bald eine Eigendynamik.
Candice Night zeigt hier ihre eher zerbrechlichere Stimme, kann aber in den Kompositionen sehr überzeugen. Ritchie Blackmore spielt mit viel Gefühl, lässt dabei den Tönen oft Luft zum Atmen. Viele der Stücke sind auch Neuinterpretationen von Traditionals, aber man bewegt sich weit weg von gängigen Mittelaltermusik-Klischees. Der Meister siedelt seine Kunst eher im späten Mittelalter und der Renaissance -Zeit an, so klingt manches schon wie ein Vorbote klassischer Musik, etwa die Tschaikowsky-Adaption „Writing On The Wall".
„Under A Violet Moon" präsentiert die etwas beschwingteren Titel, auch wenn es mit dem Titelsong noch sehr ruhig losgeht. Doch der steigert sich beim tanzbaren Refrain, ebenso wie „Morning Star". Bei „Gone With The Wind" darf sich der Blackmore-Jünger über ein, wenn auch kurzes Soli freuen, bei dem das einzige Mal der alte Stil aufblitzt.

Die beiden DVDs beleuchten dann die beiden Touren zu den jeweiligen Werken, so dass die Setlist fast ausschließlich aus Stücken daraus besteht. Bei „Live in Germany 1997-1998" sind noch ein paar Klassiker mit aufgenommen worden, während bei „Castle Tour 2000" einige Titel gespielt werden, die erst ein Jahr später auf „Fires At Midnight" erscheinen sollen. Aber BLACKMORE´S NIGHT waren schon immer eine Live-Band, die fortwährend neue Stücke schreibt.
Und gerade auf der Bühne kommt die gewohnte Virtuosität der Rockikone zum Vorschein. Hier kann man schön sehen, wie sein begnadetes Spiel sich auch im akustischen Gewand entfaltet. Dazu post er in seiner unnachahmlichen Weise und feuert sein Publikum an. Dieses hält sich ganz an das Motto der Truppe und ist auch zum großen Teil gewandet.

Man darf aber die beiden DVDs nicht als Konzert-Mitschnitte sehen, schon alleine, weil sie an verschiedenen Orten aufgenommen wurden. Vielmehr stellen sie eine Dokumentation dar, denn zwischen jedem Lied gibt es eine kurze Interviewsequenz in denen alle Musiker zu Wort kommen. Dabei erläutert uns der Mastermind, was ihn zur Gründung dieser Formation bewegt hat und was ihm diese Musik bedeutet.
Alle Interviews finden irgendwo backstage auf diversen Burgen statt, der Mann hatte schon immer ein Faible dafür. Und mit seinem aktuellen musikalischen Vehikel geht er die Sache auch sehr konsequent an, gastiert zumeist auf Schlössern, in denen er auch nächtigen kann. Eigentlich sollte er genug Geld besitzen, sich ein eigenes zuzulegen, als Burgherr kann man sich ihn sehr gut vorstellen.

Bei einigen der Interviews spielt die Band ihre Lieder ganz ursprünglich einfach im Burgzimmer, bis irgendwann in die normale Live-Version übergeblendet wird. Dass dies ohne große Reibungsverluste vonstatten geht, zeigt die ganze Klasse der Musiker im Zusammenspiel. Hier zeigt sich, dass die Titel auch auf verschiedene Weise, von der großen Bühnenproduktion bis fast kammermäßig funktionieren. „Fires At Midnight" wird beispielsweise stilecht nachts einfach im Burghof, ohne Publikum dargeboten, was eine tolle Stimmung ergibt. Witzigerweise ist die Ausleuchtung ein wenig zu stark, so dass die Farben der Kostüme leuchten, was ein wenig an die Ritterfilme der Fünfziger erinnert.

In den Digis findet man dicke Booklets, welches mit allen Texten und vielen Photos aufwarten, aber Infos wie eine Liste der beteiligten Musiker vermissen lassen. Wer schon immer mehr über die Anfänge und die Motivation dieser Truppe erfahren wollte, kann hier nicht viel falsch machen. Und wem immer nichts einfällt, was er zum Fest schenken kann, die „The Beginning"-Box macht sich auch dieses Jahr noch schick unter dem Baum. (Pfälzer)

Bewertung: 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 32 (CD), 32 (DVD)
Spielzeit: 123:16 min (CD) ca. 145 min (DVD)
Label: UDR
Veröffentlichungstermin: 07.12.12

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