ledzepplin_celebrationday

Am 27. Dezember 2007 wurde Musikgeschichte geschrieben: LED ZEPPELIN zurück auf der Bühne in der Besetzung Plant-Page-Jones-Bonham. Ein einzigartiges, unvergessliches Erlebnis, das sicher gleichzustellen ist mit dem „Rooftop-Gig" der BEATLES 1969. Doch war John Bonham nicht bereits 1980 gestorben und damit LED ZEPPELIN endgültig nie wieder unter diesem Namen unterwegs? Richtig. Allerdings hat John Bonham vor seinem Tod einen Sohn namens Jason großgezogen, der sich zu einem wahnsinnig guten Drummer, wie sein Vater, entwickelt hat. Und genau mit diesem Jason Bonham rafften sich die Rest-Zeppeline noch einmal zusammen, um unter dem berühmten Namen aufzutreten.

Das geschichtsträchtige Konzert in der O₂-Arena in London wurde zu Ehren des 2006 verstorbenen Gründers der Plattenfirma Atlantic Records und Mit-Entdeckers von Led Zeppelin organisiert. Notiz am Rande: es sollen angeblich 20 Millionen Kartenbestellungen eingegangen sein.

Nun wird genau dieser vielleicht allerletzte Auftritt der Band LED ZEPPELIN am 16. November 2012 auf CD, DVD und Blu-Ray veröffentlicht. Neckbreaker begab sich ins CineStar Kino in Saarbrücken, um einer der wenigen Kinoaufführungen der DVD beizuwohnen.

Ein Erlebnisbericht.

 

Scheiße, jetzt hab ich‘s mir versaut... es war schon schwer genug zu akzeptieren, dass die alten Herren von STATUS QUO bei jedem Konzert alles an die Wand spielen, was man über die Jahre im Metal-Sektor zu sehen bekam, und jetzt das…

Zwei Worte reichen aus, um „Celebration Day“ zu beschreiben: Pure Magie!
Man wird entführt in eine Welt, wie es sie vor langer Zeit einmal gegeben haben muss, eine Welt, an die heute niemand mehr erinnert. Die Welt der Musik.

Ja, „Musik“! Denn nach dem Genuss dieser DVD ist man versaut, das war’s. Die Erkenntnis, dass all das, was in den letzten drei Jahrzehnten in der Musikwelt passiert ist, nichts, aber auch wirklich GAR NICHTS ist gegen das, was in den 60er und 70er Jahren von Bands wie eben LED ZEPPELIN erschaffen wurde. „Celebration Day“ ist pure Magie, pure Musik von echten Musikern, die sich in stundenlangen Jams verlieren können und damit Millionen von Menschen in eine Trance versetzen können, aus der niemand je wieder aufwachen will…
Aber leider ist auch das „Celebration Day“-Konzert nach knapp 2 Stunden zu Ende, und man wird wieder in die kalte, nackte, uninspirierte Welt des Jahres 2012 zurück geworfen, wissend, dass man die beste Zeit des Rock'n'Rolls verpasst hat und nur phasenweise in die magische Zeit eintauchen, aber nicht dort bleiben kann.

Was bleibt nun nach dem Genuss dieser grandiosen Show? Die Erkenntnis, dass eine Band wie LED ZEPPELIN in ihren End-60ern allen, A.L.L.E.N. Bands immer noch eine Nase vorn sind, wenn es um richtige, echte Musik von echten Musikern geht! Diese Band ist nach wie vor unantastbar und nur ganz wenige können sich in ihrer Gesellschaft behaupten, ganz wenige.

Was bleibt, um die Leere der letzten 30 Jahre zu füllen? Immer und immer wieder diese magische Kunst genießen! Eine tägliche Dosis ist äußerst empfehlenswert für Geist und Körper. Und hoffen wir alle inständig, dass Bands wie GRAVEYARD oder RIVAL SONS es schaffen, lange genug am Ball zu bleiben, um groß genug zu werden, um wenigstens einen Bruchteil an Vermächtnis in die nächsten 30 Jahre retten zu können.

„Celebration Day“ = Pure Magie! (Bernie)

 

Es gab genau zwei Möglichkeiten für die ausverkaufte LED ZEPPELIN Show am 27.12.2007 in der Londoner O2 Arena. Entweder das Konzert würde das Denkmal, welches sich die Band vor Jahren selbst gesetzt hat, zerstören, oder es würde ein weiteres gesetzt werden. Der nun erscheinende Konzertfilm „Celebration Day“, zeigt eindrucksvoll, wie LED ZEPPELIN beweisen, dass sie nach wie vor die Band schlechthin ist. 

Nachdem man sich dieses Konzert angeschaut hat, geht man nicht einfach aus dem Kino oder steht vorm heimischen Fernseher auf, um sich noch ein kühles Bier zu holen. Automatisch denkt man etwas mehr über die musikalische Entwicklung der letzten Jahre nach. Vor allen Dingen darüber, ob man LED ZEPPELIN bisher den Respekt gegeben hat, den sie verdient haben, aber auch darüber, was es in letzter Zeit ähnlich Besonderes gab.

In den letzten Jahren kam es zu vielen Reunions, fast immer wurde dabei zuerst angekündigt, es würde nur ein Konzert stattfinden oder eine kurze Tour. Fast immer stellte sich nach einem Jahr aber auch heraus, dass es mehr als nur ein Konzert oder eine Tour werden würde. Doch die einzige, und wirklich die einzige Reunion der letzten 10 Jahre, die einen wirklich vom Hocker wirft, ist die von LED ZEPPELIN. Auf der einen Seite ist es sehr schade, dass es wohl nur bei diesem einen Konzert bleibt. Auf der anderen Seite wird einem nach diesem Konzertmitschnitt aber auch klar, dass LED ZEPPELIN bisher die einzige Band ist, die es wirklich geschafft hat, nicht zu einem Schatten ihrer selbst zu werden und auch hält, was versprochen wurde. 

Was in diesen 2 Stunden auf einen einregnet ist nicht einfach nur Musik, es ist viel mehr. Hier wird deutlich, dass es in den 60ern eben nicht nur um Geld oder, von mir aus, Ansehen ging. Diese Band musiziert aus Überzeugung und hat Spaß an der Musik, dies wird an jeder Stelle von "Celebration Day" deutlich. Man möchte ein Teil sein dieser unglaublichen Zeit. Einer Zeit, welche man sich heute zum einen nur schwer vorstellen kann und zum anderen nur schlecht in Worte fassen kann.

An keiner Stelle des Konzertes denkt man darüber nach, welcher Song als nächstes kommen könnte. Stattdessen, ist man einfach nur verzaubert und kann es fast nicht glauben, dass man dieses Ereignis nun doch noch miterleben darf. Erst bei Robert Plants nächster Ansage denkt man kurzzeitig darüber nach, was wohl kommen mag. Mit jedem weiteren Song haut die Band einen dann förmlich um, hierzu ist nicht einmal die Nennung von Titeln notwendig, es reicht nur ein Name "LED ZEPPELIN". (Pascal)

Absolut großartig, absolut! So etwas hat man lange nicht gesehen, und ich dachte, zu "Live In New York City" von BRUCE SPRINGSTEEN gibt es im DVD-Sektor keine Steigerung. Nachdem meine Kollegen ja den Stellenwert von LED ZEPPELIN ausgiebig beleuchtet haben, will ich auf die Feinheiten dieser Aufnahmen eingehen. Da wäre zuerst einmal die Setlist, die ja für viele bei Konzerten ein wichtiges Element darstellt. Nicht so bei diesen Herren, die musikalisch so wandlungsfähig sind, dass jeder Titel zum Erlebnis wird, dass alles gespielt werden kann.
Und doch hat mich die Auswahl gerade am Anfang etwas überrascht. Klar, an "Dazed And Confused", "Rock´n´Roll", "Kashmir", aber vor allem "Stairway To Heaven" und "Whole Lotta Love" kamen sie nicht vorbei, aber gerade auf Standards wie "Gallows Pole" oder "The Rain Song" wurde verzichtet. Dafür bekam der Zuschauer zwei weitere Songs vom "Physical Graffiti"-Meisterwerk, wo mich vor allem die zehnminütige Slide-Orgie "In My Time Of Dying" begeistert hat. Mit "For Your Love" von "Presence" haben auch die wenigsten gerechnet, aber das macht eine Band aus, dass sie nicht blind ihre größten Hits, nicht seit 30, 40 Jahren das gleiche Programm runterleiert.

Technisch gibt es nichts, aber auch gar nichts dran auszusetzen, so dass jeder, der nur einen Funken Verstand für die Rockmusik besitzt, diese DVD haben muss. Beim nicht ganz so zwingenden Opener "Good Times, Bad Times" ist die Stimme von Robert Plant noch nicht zu einhundert Prozent da, aber spätestens bei "Ramble On" erblüht die Galionsfigur des Blues zu voller Größe. Seine Körpersprache, sein Posing, immer noch ausdrucksstärker als alle Nachahmer. Jimmy Page zelebriert sein Spiel, nutzt auch gekonnt die Effekte, ohne sie über sein Feeling zu stellen. John Paul Jones wechselt zwischen prägnantem Bassspiel und den Keyboards hin und her und gibt den Songs genau den Background, den sie brauchen. Und dahinter zerlegt Jason Bonham sein Kit nach allen Regeln der Kunst, so viel Kraft gepaart mit einem unglaublichen Rhythmusgefühl, der einzig legitime Ersatz für seinen Vater.

Soundtechnisch ist das allererste Sahne, jedes Detail ist plastisch heraus gearbeitet und verschmilzt in den Ohren zu einem großartigen Genuss. Gerade im Kino eine schier erdrückende Wucht, die einen förmlich umspült. Es fällt auch auf, dass die Band gar nicht die komplette Größe der Bühne nutzt, sondern eher beieinander steht und wirklich zusammen spielt, eine fast vergessene Tugend. Die Kameras fangen das alles sehr gut ein, die Mimik, die Gestik, alles bringt das unfassbare Verständnis zwischen den Musikern rüber. Dazu spielen die Kameraleute viel mit dem Licht, lassen einzelne Scheinwerfer zwischen den Musikern strahlen, was den Bildern eine besondere Tiefe verleiht. Dazu tragen alle matt-schwarze Overalls, um im Bild so unprätentiös wie möglich zu erscheinen.

Es wurde im Vorfeld viel über dieses Konzert und die DVD gesprochen. Es stellte sich die Frage, ob man damit nicht seine eigene Legende torpedieren würde. Doch das Gegenteil ist der Fall, LED ZEPPELIN stellen einmal mehr unter Beweis, dass alles was sie gemeinsam anfassen pures Gold wird. Eine solche Größe macht nur dann etwas, wenn sie auch weiß, dass es absolut perfekt ist, "Celebration Day" erfüllt diesen Anspruch. (Pfälzer)

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