Eine der erfolgreichsten deutschsprachigen Rockbands aller Zeiten nimmt ihren Hut, jedoch nicht ohne ihr Abschiedsalbum entsprechend zu promoten. Wochen vor der Veröffentlichung wurde schon die Werbetrommel gerührt und es gab ein großes Interview in einem führenden deutschen Rock-Magazin, ohne dass auch nur ein Ton der neuen Scheibe dem geneigten Fan bekannt gewesen ist. Nun ist "Adios" endlich veröffentlicht und wird wahrscheinlich direkt wieder auf der Eins in allen Regalen stehen. Zum letzten Mal haben die vier Frankfurter es also geschafft.

"Sick Creature Domination" ist das zweite in Eigenproduktion fabrizierte Album der Wittener invoid. und besticht schon mal optisch durch ein ansprechendes und professionell gestaltetes Artwork. Auch gegen die Produktion kann man nichts sagen, zumal es sich um eine Proberaumaufnahme handelt. Also mal schauen, was da so musikalisch geht.

Die seit 1999 existierenden DE/TEST aus dem Raum Hannover bringen dieser Tage mit "Language Of Violence" bereits ihr drittes Demo raus. Das ist schon eine durchaus beachtliche Quote, auch wenn auf diesem Teil nur fünf Tracks mit einer Spielzeit von knapp 20 Minuten enthalten ist.

ZILLION legen mit ihrem selbstbetitelten Debüt ein bemerkenswertes Album vor, das aus einer Mixtur von klassischem/melodischem Hard Rock, einer ordentlichen Portion Heavy Metal und diversen anderen Einflüssen wie beispielsweise einer Prise Blues oder Jazz besteht.
Von den drei Musikern hinter ZILLION hätte man den Ausflug in ein eine neue Band und den Abwechslungsreichtum in melodischeren Gefilden gar nicht erwartet - zum Einen laufen die hauptamtlichen Bands besser denn je und zum Anderen ist das vorliegende Material musikalisch doch ungewohnt anders.

STATETROOPER sind alles andere als Newcomer. Bereits im Jahre 1987 erschien das erste Album der Band um den ehemaligen MICHAEL SCHENKER GROUP-Sänger Gary Barden. Nun hat sich die Band wieder zusammengetan und mit "The Calling" den Nachfolger eingespielt.

Ob man sich von einer Ankündigung "Mischung aus herrlichen Melodien, Dreck und Groove" angezogen fühlt, sei mal dahin gestellt - Fakt ist aber, dass das Trio BOSCO rotzig freche gitarrenlastige Musik mit deutschen Texten fabriziert und diese auf ihrem Debüt "Herzblut" der Welt entgegenbrüllt.
RAMMSTEIN meets TYPE O NEGATIVE, wenn man so will - zugegeben: die herrlichen Melodien sind sehr oft sehr gut versteckt, fahren BOSCO doch weitestgehend das volle Brett auf - das fängt beim Opener "Nicht Allein" an, bei dem die Mischung aus harten Riffs und schnellem, aggressivem Sprechgesang durchaus Eindruck schindet.
Die übrigen neun Titel des Albums schlagen allesamt in dieselbe Kerbe - mal experimentieren die Jungs mit dem Stimmverzerrer ("Alles Von Mir"), mal lassen sie sich mit der knallharten Explosion Zeit bis zum Refrain ("Verlieren") - aber "Tausend Fragen" oder "Ohne Herz" könnten nahtlose Fortsetzungen des Openers sein.
Einzig das tatsächlich etwas sanfter geratene "Traumzeit" schlägt etwas aus der Aggressions-Spur. Ein Hauch von Abwechslungsreichtum kommt bei "Ganz Nah" auf, bevor sich BOSCO mit dem rasanten "Tut Mir Leid" schon wieder verabschieden.

BEEHOOVER ist eine Band aus Süddeutschland, genauer gesagt aus Stuttgart, die sich ganz dem Doom Rock verschrieben hat. Aber um die ganze Sache von der Papierform her etwas ungewöhnlicher zu machen ... also es wird auf eine Gitarre gänzlich verzichtet. Das Trio kommt mit Bass, Schlagzeug und Gesang aus.

"Jericho" ist das dritte Album der 1995 gegründeten MILLENIUM aus Florida. Mastermind dieser Band ist der Gitarrist Ralph Santolla, der bis neulich noch bei ICED EARTH und früher als Live-Klampfer bei DEATH tätig war. Mit im Boot sind außerdem ex-ICED EARTH-Studiodrummer Mark Prator und - nach dem Ausstieg des jetzigen MASTERPLAN-Sängers Jorn Lande – ein gewisser Todd Plant als Frontman, der bislang vor allem als Background-Sänger für Bands wie SAVATAGE und KAMELOT gewirkt hat.

Die Plattenfirma lobt das Debüt "This Strange World" der Briten HODSON im Vorfeld regelrecht in den Himmel - da ist "exciting" nur eines der Prädikate für das gut einstündige als "Melodic Hard Rock" gepriesene Werk.
Aber das ist ja eigentlich nichts ungewöhnliches - Klappern gehört schließlich zum Handwerk und so wird ja recht häufig ausnehmend blumig von neuen Releases geschwärmt.
Aufhorchen lässt hingegen der Vergleich mit WHITESNAKE, MAGNUM - und vor allem RAINBOW - nicht zuletzt der Sänger soll wie DIO und Graham Bonnet klingen.
Dieser Sänger ist niemand anderes als Paul Hodson, der sich bislang vor allem einen Namen als Keyboarder gemacht hat - insbesondere bei den Veteranen von TEN oder zuletzt mit Bob Catley - aber auch für SLADE oder HARD RAIN stand er bereits an den Tasten. Nun versucht er sich zusätzlich noch als Songwriter und Sänger - mit Unterstützung eines weiteren Bob-Catley-Recken: Vince O'Regan ist es, der in die Saiten greift.
Komplettiert werden HODSON durch die bislang band-technisch nicht in Erscheinung getretenen Josie Vespa (Bass) und Lynch Radinsky (Drums).

Auf Grund der Vielzahl an jungen aber qualitativ durchschnittlichen Bands aus dem Bereich des Progressive Metals die in letzter Zeit debütieren - von denen zudem eine Menge aus Italien stammen - ist eine gewisse Skepsis bei einer neuen vollmundigen Ankündigung durchaus gerechtfertigt.
So auch bei dem Quintett MIND KEY um Keyboarder Dario De Cicco und Gitarrist Emanuele Colella, die sich vorgenommen haben, Musik zu machen, die "einen Sound von SYMPHONY X, DREAM THEATER und ROYAL HUNT in einer moderneren und reiferen Form darstellt" - Ein hochgestecktes Ziel also.

Der Name LANA LANE ist hierzulande noch nicht allzu vielen Menschen bekannt - dabei ist die Dame mit einer äußerst markanten und angenehmen sowie kraftvollen Stimme ausgestattet und hat ihr Debütalbum "Love Is An Illusion" bereits 1995 veröffentlicht - diverse weitere Alben folgten, seit 1998 auch mit Unterstützung der "Lana Lane Band". Besonders beliebt ist die Dame in Japan - spätestens seit ihrer ersten Japan-Tournee 1998 sind die Leute dort von Lana und ihrer Musik begeistert.
So ist es nur konsequent, dass 2002 eine neue Tour, die in die Lokalitäten der ersten dortigen Auftritte führte (z. B. "Club Citta" in Kawasaki) auch "Return To Japan" betitelt wurde.
Die Veröffentlichung des Albums hat sich bis heute hingezogen, da beispielsweise die Band mit dem Tourgitarristen nicht zufrieden war und nachträglich die Gitarrenparts vom eigentlichen Gitarristen Peer Verschuren im Studio hat einspielen lassen...

Während PLEXUS in Brasilien schon einigermaßen bekannt sind und sogar schon einen Auftritt in einem großen TV-Sender hatten, sind sie hier noch ein ziemlich kleines Licht. Das selbstbetitelte Debüt der Band kommt nun via Metal Axe Records in die hiesigen Verkaufsregale.
Stilistisch fährt die Band dabei eher die traditionelle Metalschiene. Aber nicht ohne auf ein paar progressive Elemente zu verzichten.

Ach Du grüne Neune... Gotthilf Fischer (ja, genau der komische Volksmusik-Chor-Fuzzi) hat eine Rock-CD aufgenommen...
Das war der Gedanke, als ich das minimalistische Cover mit dem Konterfei des nicht mehr ganz jugendlichen und etwas fragwürdig in die Kamera grinsenden Billy Cross gesehen habe. "Life Is Good" heißt das Werk - demnach gehört das Cover-Artwork definitiv nicht in die Kategorie "Life", denn das ist ziemlich unterirdisch und wird im Plattenladen sicher wenig dazu animieren, das Scheibchen mal näher anzusehen - oder gar anzuhören.

Im Jahre 1997 wurde in Italien von den beiden Gitarristen Aydan und Jarpen die Band ELVENKING gegründet. Nach ein paar üblichen Line-Up-Wechseln gab es 3 Jahre später mit "To Oak Woods Bestowed" ein erstes Demo und 2001 das erste Album mit dem Titel "Heathenreel". Mit "Wyrd" legt die Formation jetzt das zweite Album nach.

Bereits 1989 gegründet gehören FRONTLINE zu den eher dienstälteren Hardrock Bands. Die Formation hatte es dabei nicht immer einfach. Vor allem die Probleme mit einem Label Ende der 90er Jahre ließen die Band etwas untertauchen. Im Jahr 2002 konnten die Nürnberger mit "Against The World" wieder auf sich aufmerksam machen und nun steht mit "The Seventh Sign" ein neues Album in den Verkaufsregalen.

POSTNUCLEAR DEATHMASS - na so ein Name schlägt doch gleich mal bombig ein... :-)
Ende der 90er gegründet schmeißt die Band aus Süddeutschland jetzt das erste Studiowerk auf den Markt.
Wen der Bandname noch nicht neugierig gemacht hat, der sollte sich mal Pseudonyme wie Hellfire Flail, Chris DeButcher oder Professor Wilder Eber auf der Zunge zergehen lassen ... um mal nur drei zu nennen. Entscheidend ist aber die Musik, also reingehört...

Spätestens seit der Zusammenarbeit mit Ex-BLACK SABBATH-Sänger Tony Martin und deren Ergebnis in Form von zwei THE CAGE-Alben ist Dario Mollo eine bekannte Größe im Musikgeschäft - aber auch abgesehen von diesen Veröffentlichungen ist Gitarrist Mollo bereits seit über 20 Jahren dabei. Nachdem er Ende der Achtziger bereits mit dem jetzigen DEEP PURPLE-Keyboarder Don Airey und den CROSSBONES getourt ist und auch sonst des Öfteren mit Don zusammen gearbeitet hat (u.a. beim ersten THE CAGE-Output), hat sich Mollo bei VOODOO HILL die Fähigkeiten eines weiteren Rockveteranen und (ehemaligen) DEEP PURPLE-Mitglieds gesichert: Niemand anderes als "The Voice Of Rock" Glenn Hughes steht hier am Mikro.
Auch die übrigen Musiker sind - wenngleich weniger prominent - alte Bekannte: Drummer Roberto Gualdi und Keyboarder Dario Patti gehören sozusagen zur Haus- und Hofbesetzung bei Alben von Mollo.

Wenn er nicht gerade Songs für andere alte Hasen des Business wie z.B. HOUSE OF LORDS, QUIET RIOT oder Jonathan Cain (JOURNEY) schreibt, beehrt uns seit Anfang der Achtziger ein gewisser Stan Bush in schöner Regelmäßigkeit mit hochkarätigen Melodic Rock-Alben.
Seit 1998 ist der Gute bei Frontiers unter Vertrag und bringt nun nach "Heaven" und "Language Of The Heart" seinen neuen Output an die Erdoberfläche - kurz und bündig "Shine" betitelt. Nebenbei spielt hier eine Begleitband auf, die es in sich hat: Mit Gitarrist Tim Pierce, Bassist Matt Bissonette und Drummer Kenny Aronoff sind Musiker am Werk, die bereits u. a. mit Rod Stewart, David Lee Roth oder Tony Iommi zusammen gearbeitet haben - da sprechen die Namen für sich.
Produziert wurde "Shine" von Curt Cuomo - und auch der hat hinreichend Erfahrung mit Rock-Dinosauriern wie z. B. KISS.

"Keep Metal Alive" ist bereits die fünfte Veröffentlichung von WOLFS MOON. Stilistische Änderungen sind natürlich nicht zu erwarten, der Albumtitel verrät es ja bereits.

Knapp 30 Jahre im Business und mit mittlerweile sicher 400 bis 500 veröffentlichten Studioalben (ok, ok, gut 20 Stück sind's...) im Gepäck sind MOTÖRHEAD nun wahrlich sicher jedem schon über den Weg gelaufen und ein Begriff.
Das Faszinierende an Lemmy & Co. ist, dass sie zwar die ganze Zeit über ein und denselben Sound spielen - aber doch nicht langweilig werden - und just in dem Moment, wo man denkt, "jetzt fällt ihnen nix mehr ein" hauen sie wieder ein Hammeralbum aus dem Ärmel.
So auch mit dem aktuellen Output "Inferno" - war für mich der Vorgänger "Hammered" ein wenig durchwachsen, so zeigen Lemmy, Drummer Mikkey Dee und Gitarrist Phil Campbell auf dem neuen Silberling, was sie drauf haben und dass sie sogar richtig abwechslungsreich sein können.


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