reactory heavyDie vor 6 Jahren gegründete Berliner Thrash Band REACTORY hat neben einem Demo und einer EP von 2013 bereits ein volles Album namens „High On Radiation“ vorzuweisen. Der 9-Tracker erschien via Iron Shield Records und bot einen starken Einstand. Die Songs knallen ungestüm und schnörkellos, sprich sie überzeugen von der ersten bis zur letzten Minute. Zwar ist hier längst nicht alles perfekt, aber das ist bei einer ordentlichen Thrash Scheibe der alten Schule gar nicht von Nöten.

spiritusmortis theyearisoneFinnlands älteste noch aktive Doomkapelle SPIRITUS MORTIS beehren uns passend zur tristen Jahreszeit mit einem neuen Album. Und dieses hat es in sich. Nie klangen die Finnen bösartiger, beklemmender und überragender als auf diesem Silberling. Fette, zähe Riffgebirge fräsen sich durch das Fleisch, ein unheilvoller Bass lauert im Hintergrund, er bildet mit den mächtigen Beats das Fundament und ein völlig einzigartiger, charismatischer Gesang bringt dich um den Verstand.

dotlegacy totheothers“To The Others” ist ein Album, das bei mir wechselnde Gefühle erzeugt. Und zwar von heller Freude bis zu tiefstem Schock. Und das ist erst der erste Song. Der beginnt mit einer super coolen Hookline im ZEAL & ARDOR-Style und endet mit Sprechgesang und Saxophon-Gitarre im Stile von DOG EAT DOG.

acangry appetiteforerectionEinst zogen die Saarländer aus, um der Rockwelt ihre Geschichten zu erzählen, doch nach zwei durchaus erfolgreichen Alben stellten sie fest, dass der Name TALETELLERS nicht der einprägsamste ist. So erschien ihnen AC ANGRY doch deutlich gefährlicher, denn das haben sich die Vier auf die Fahnen geschrieben, nämlich gefährlichen Rock´n´Roll zu spielen. Mit ihrem Debüt haben sie den „Black Denim“, einen der typischen Insignien des Lifestyles besungen. Seitdem sind drei Jahre und viele Gigs ins Land gegangen, in denen die Truppe bei Steamhammer einen Vertrag unterschrieben hat, einem Label, bei dem schon viele ihrer Vorbilder waren. Mit so viel Rückenwind steigt das Selbstvertrauen, auch wenn man sich aus Zeitgründen von Drummer Sascha Waack verabschieden musste. Da darf man schon mal ein Album vollmundig „Appetite For Erection“ betiteln.

evergrey thestormwithinDass dieser Text erst jetzt erscheint und nicht bereits vor acht oder zehn Wochen erschienen ist, kann nur mit Überlastung zu tun haben, nicht mit der Qualität von „The Storm Within“. Es mag sein, dass „Torn“ (2008) und „Glorious Collision“ (2011) nicht ganz die großen Bringer waren, aber wenn man auf die inzwischen fast 20 Jahre andauernde Historie von EVERGREY zurückblickt, was beim zehnten Studioalbum durchaus erlaubt sein darf, dann wird man feststellen, dass auf EVERGREY immer Verlass war und die Band von Beginn an eine eigene Identität hatte, die man im Laufe der Zeit nie verloren oder verleugnet hatte; und das können nur wenige Bands von sich behaupten.

sirenia dimdaysofdolorAuch wenn sie sich zu Norwegens größter Symphonic Metalformation hochgearbeitet haben, musikalisch blieben sie zuletzt einiges schuldig. Auch die Rückkehr Napalm Records brachte nicht den erhofften Befreiungsschlag, um an die früheren Scheiben bei dem Label anzuknüpfen. Völlig unbeeindruckt davon gehen SIRENIA aber ihren Weg weiter und hauen gerade man eineinhalb Jahre nach „Seventh Life Path“ mit „Dim Days Of Dolor“ neues Material heraus. Der Erfolg gibt ihnen allerdings recht, konnte aber auch nicht verhindern, dass mit der Spanierin Aylin wieder eine Sängerin die Combo verließ. Ersatz suchte man erneut in internationalen Gefilden und wurde in Frankreich bei Emmanuelle Zoldan fündig.

maddermortem redintoothandclawAuf MADDER MORTEM passt das Zitat „Todgesagte leben länger“ aktuell ganz gut. Klar die norwegische Band stand nie so wirklich im Lichte der breiten Öffentlichkeit, dazu ist ihr Stil einfach zu non-konform und zu sprunghaft, aber mit einigen seiner bisherigen Veröffentlichungen wie „Eight Ways“ (2009) oder „Deadlands“ (2002) konnte die Band in den entsprechenden Kreisen für Begeisterung sorgen, auch bei mir.

thenealmorseband thesimilitudeofadreamHat man im November 2016 dieses Doppelalbum mit dem vielsagenden Titel „The Similitude Of A Dream“ in der Hand, dann kann man rückblickend sagen, dass Anfang 2015 „The Grand Experiment“ mit seinen fünf Songs und seinen 52 Minuten Spielzeit lediglich so eine Art „Hors d’ouvre“ für dieses Mammutwerk gewesen ist, das Mike Portnoy im Vorfeld indirekt auf eine Stufe mit „The Whirlwind“ (TRANSATLANTIC) und „Scenes From A Memory“ (DREAM THEATER), eines von drei Alben, die mich persönlich mit am meisten geprägt haben, gestellt hat. „The Similitude Of A Dream“ sei neben den beiden anderen genannten Alben das dritte abendfüllende Epos seiner Karriere und ist zudem das achtzehnte Album, bei dem Neal Morse und Mike Portnoy zusammenarbeiten, für diese Zahl möchte ich allerdings nicht die Hand ins Feuer legen, denn auch als langjähriger Fan von Morse und Konsorten verliert man so allmählich den Überblick.

soundgarden badmotorfinger 25th anniversary editionDen 25. Jahrestag ihres Erfolgsalbums „Badmotorfinger“ feiern SOUNDGARDEN mit einer Anniversary-Edition, die in verschiedenen Ausführungen erscheint. Uns lag die 2-CD Version des Klassikers vor, außerdem erscheint eine 7-Disc-Deluxe Version, eine 1-CD Version und eine Doppel-LP.

grahambonnet thebookGraham Bonnet ist einer der ikonischsten Sänger der Szene, was einerseits seinem hierfür untypischen Auftreten und andererseits seiner unverwechselbar rauchigen Stimme geschuldet ist. Besonders an ihm ist auch, dass er vornehmlich als Sänger bei diversen namhaften Combos in Erscheinung trat und tritt, seine Solo-Platten größtenteils unbeachtet geblieben sind. Ob das auch für das kürzlich erschienen „The Book“ gilt?

icysteel throughtheashesDas mittlerweile vierte Album von ICY STEEL aus Sardinien liegt in Form eines Doppeldeckers vor und hat ein recht sporadisches Schwarzweißcover. Die erste CD bietet Epic Metal voller Pathos, wie wir es seither von der Band gewohnt sind. So Richtung old MANOWAR, BATTLEROAR oder VISIGOTH bekommen wir stimmige Songs auf die Ohren, die allesamt inbrünstig und leidenschaftlich dargeboten werden.

bonjovi thishouseisnotforsaleEs sollte sich etwas ändern, so konnte es nicht mehr weitergehen, die Trennung war also unausweichlich. Zum Abschied für seine alte Plattenfirma Mercury komponierte Jon Bon Jovi mit „Burning Bridges“ noch ein Lied als Abrechnung. Nun ist er wieder bei Island, bei denen er einst seinen ersten Vertrag unterschrieb. In der Tat waren die Leistungen seiner Combo BON JOVI in den letzten Jahren alles andere als erbaulich, „What About Now“ markierte anno 2013 den Tiefpunkt. Umso verwunderlicher, dass eben jenes „Burning Bridges“ betitelte Werk, auf dem bisher unveröffentlichte Stücke Platz fanden, das beste war, was die Herren aus New Jersey seit mehr als zehn Jahren auf den Markt brachten. Doch nicht nur geschäftlich krachte es, auch im Bandgefüge gab es vor „This House Is Not For Sale“ eine gravierenden Einschnitt, denn dies ist nun das erste Album ohne Richie Sambora. Im dem Zuge wurde Aushilfsbassist Hugh McDonald nach einem Vierteljahrhundert zum vollwertigen Mitglied befördert.

Hobbs HeavenBledKaum zu glauben, dass der Australier nach dieser langen Pause immer noch bereit ist, seine musikalische Karriere wieder aufzunehmen. Zumal sein Debütwerk von 1988 auch nicht gerade zu der Speerspitze der damaligen Metalliga zählt und die australische Metalszene ihre besten und wenigen Tage schon lange hinter sich hat.

Hierophant MassGraveMit tiefer Saitenlage, Höllenstimme und übelstem Gerappel gehen HIEROPHANT auch auf dem aktuellem Album "Mass Grave" vor. Die Italiener sehen es gar nicht ein, einen Gang oder mehr zurückzuschalten, warum auch? Mittlerweile hat sich der Vierer über die europäischen Grenzen hinaus einen Namen erspielt, und das zu Recht, denn bei aller Härte und Brutalität gibt es immer noch und immer wieder einiges mehr zu hören.

tso theghostsofchristmaseveEs ist inzwischen eine liebgewonnene Tradition, dass ich einmal im Jahr „Christmas Eve And Other Stories“ (1996) und „The Christmas Attic“ (1998) aus dem Schrank hervorhole, um dann immer wieder festzustellen, dass dieses oberkitschige multi-millionen Musikunternehmen TRANS-SIBERIAN ORCHESTRA gar nicht so übel ist, wie der gemeine Metaller immer so gemein meint. Im gleichen Moment erkenne ich dann allerdings auch mit mehreren Tränchen im Auge, dass SAVATAGE trotzdem mindestens hundert Mal geiler sind, das übliche Fluch und Segen Prinzip.

theprettyreckless whoyousellingforDie amerikanische Alternative Rock Band THE PRETTY RECKLESS mag für einige vor allem deshalb interessant sein, weil bei ihr Taylor Momsen singt, eine aktuell 23 Jahre junge „Schönheit“, die sich auch als Schauspielerin einen mehr oder weniger „großen“ Namen machen konnte, unter anderem spielte sie mehrere Jahre lang eine Rolle in der US-Fernsehserie „Gossip Girl“. Mir persönlich ist das „schnuppe“, auch weil ich besagte Serie bereits nach der ersten Folge der ersten Staffel als unfassbar langweilig zu den Akten gelegt habe.

prettymaids kingmakerIn den letzten Jahren haben sich die Dänen nach Meinung ihrer Fans zu sehr in modernen Gefilden aufgehalten. Vor allem der letzte Studiodreher "Motherland" lag einigen schwer im Magen, danach folgte eine unter dem Titel "Louder Than Ever" eine Scheibe mit Neueinspielungen, welche Tracks aus den Jahren 1995-2006 auch im zeitgemäßeren Soundgewand zeigte. Wo war die Melodieseligkeit geblieben schien sich mancher gefragt haben, an der Seite von Erik Martensson von den Labelkollegen ECLIPSE zeigte Sänger Ronnie Atkins wieder mehr davon. Somit blieb also ein wenig Hoffnung für die alten Anhänger, was die neue Scheibe "Kingmaker" anbelangt.

sickofitall whenthesmokeclearsEigentlich müsste man im Lexikon neben dem Begriff New York Hardcore ein Bild von SICK OF IT ALL finden. Prägt die Band doch seit nunmehr 30 Jahren das Gesicht dieser Stilrichtung wie kaum eine andere. Da wäre es nur logisch zum runden Geburtstag ein Album mit den größten Hits auf den Markt zu werfen. Doch Lou Koller (Gesang), Pete Koller (Gitarre), Craig Setari (Bass) und Armand Majidi (Schlagzeug) entschieden sich anders und beschenken sich und die Fans zum dreißigsten Geburtstag mit „When The Smoke Clears“. Einer EP mit gleich 5 neuen Stücken, welche mit einem edlen sechzigseitigen Bildband aus Kunstleder, sowie einer 10“ Vinyl-Scheibe und allen Songs auf CD daherkommt. Das Interessante, neben zahlreichen bisher unveröffentlichten Fotos aus allen Phasen der Bandgeschichte, sind vor allem die von Kollegen wie Davey Havok (AFI), Dennis Lyxzén (REFUSED), Chuck Ragan (HOT WATER MUSIC), Arthur Smilios (GORILLA BISCUITS) und Matt Kelly (DROPKICK MURPHYS) verfassten Linernotes.

tschaika2116 tantecrystaluffcrackamreckWenn man schon musikalisch nicht ganz so viel zu bieten hat, dann muss man als Band eben versuchen mit anderen Mitteln auf sich aufmerksam zu machen. Die Berliner Band TSCHAIKA 21/16, bestehend aus „Bauer Tim“ von ROTOR (eine nicht ganz unbekannte Berliner Stoner/Psychedelic Band) und „Onkel“ (unter anderem bei ALLIGATOAH tätig) tun dies, indem sie unter anderem ihrem Debüt einen auffälligen Namen geben, „Tante Crystal Uff Crack Am Reck“, was bei mir wiederum die Frage aufwirft, warum man das Ding nicht gleich „Tante Crystal Uff Meth Am Reck“ genannt hat.

Robert Pehrssons Humbucker Long Way To The LightWem Robert Pehrsson kein Begriff sein sollte, der bekommt nach dem erfolgreichen Debütalbum von 2013 nun eine zweite Chance. Auch auf "Long Way To The Light" frönt der Schwede seiner Liebe zum Classic-Rock.


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