the monolith deathcult versus 1Es gibt Bands, die in einer gewissen Regelmäßigkeit ein neues Album ankündigen, und dann gibt es Bands, die gleich drei neue Alben vorhersagen. Hintergrund dazu ist ein Themenkonzept, das ähnlich einer Saga oder vorbestimmten Episodengeschichte eine große Story kategorisch getrennt erzählt werden soll. THE MONOLITH DEATHCULT haben sich diese anspruchsvolle Aufgabe zum Ziel gesetzt und erzählen mit „Versus 1“ zunächst mal den Anfang der Geschichte über den Okkultismus zur Nazizeit. Viele Bands schöpfen ihre Ideen aus dem Fundus des Dritten Reichs, und was passt bei einer Death Metal Band besser als die okkulte Seite dieser Thematik?

Ziemlich ungewöhnlich, was die Holländer hier abliefern, doch schon nach einem weiteren Durchlauf weiß man, an welchen Vorgaben man hier teils überdeutlich vorbeischrammt. Der erste Eindruck erinnert stark an STRAPPING YOUNG LAD, und dieser hält sich auch wacker bis zum Ende der Platte. THE MONOLITH DEATHCULT haben aber auch weitere eher ungewöhnliche Legierungen zu ihrem brutalen Todesblei gemischt. Man hört Einflüsse von MINISTRY durch die häufig verwendeten Samples aus diversen Filmen und Reportagen, aber auch die symphonischen und orchestralen Elemente, wie sie schon DIMMU BORGIR oder auch FLESHGOD APOCALYPSE verwendet haben.

So gesehen also nichts wirklich Neues, auch wenn es einem wohl anders verkauft werden soll. Mit einem brutalen Grunzgesang sowie sägenden Gitarrenriffs und einem tighten Schlagzeuggewitter findet man auch in den Standardelementen wenig Neues, denn das kennt man schon einige Dekaden, sogar mitunter eindrucksvoller.
Unterm Strich also eine kleine Mogelpackung, der Bezug zum okkulten Inhalt wird mir bei dieser Aufmachung auch nicht schlüssig, und letzten Endes stehe ich auch einfach nicht mehr auf diesen „Uiuiui-Death“. Das Album wirkt für mich eher unstrukturiert und zusammengewürfelt, ohne Leitbild und klare Strukturen. Da haben die Vorbilder einfach bessere Arbeit geleistet, da man auch nicht mit falschen Erwartungen konfrontiert wurde.

Auf „Versus 1“ gibt es einmal mehr grantigen Death Metal mit starkem Weltkriegsbezug, der aber aufgrund der völligen Überlagerung mit zusätzlichen musikalischen und stilistischen Mitteln hauptsächlich nur auf dem Papier existiert. Fans der harten Stunde werden dennoch hier zugreifen und sich beim Schädelabschrauben erfreuen können. Hoffen wir nur, dass die nachfolgenden zwei Alben etwas mehr Aufschluss und vor allem Konzept hergeben. (Jochen)


Bewertung:

Jochen6,5 6,5 / 10


Anzahl der Songs: 6
Spielzeit: 49:23 min
Label: Hammerheart Records
Veröffentlichungstermin: 19.05.2017

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