theunity theunityAls ob es nicht schon genügend Bands geben würde, gibt es seit einiger Zeit mit THE UNITY noch eine weitere, deren eigenbetiteltes erstes Album schon bald zum Kauf angeboten wird. Dabei greift auch hier wieder die alte Weisheit, dass es, ganz unabhängig von vorhandener oder nicht vorhandener Qualität, dieser Band gar nicht bedarf, denn das, was sie machen, liefern auch schon genügend andere Anbieter und die einzelnen Bandmitglieder sollten eigentlich mit ihren Hauptbands bereits ausgelastet sein.

Eigentlich ist hier aber nicht, denn Kai Hansen scheffelt lieber ein bisschen zusätzliche Kohle mit einer Nostalgie HELLOWEEN Tour zusammen mit Michael Kiske anstatt die Strömung zu nutzen, die man mit dem starken letzten GAMMA RAY Album bekommen hat. Die beiden GAMMA RAY Musiker Henjo Richter und Michael Ehre haben also erst einmal nichts mehr zu tun, also erinnert man sich daran, dass Ehre mal in einer Band namens LOVE.MIGHT.KILL gespielt hat, deren Debütalbum „Brace For Impact“ ich 2011 sogar besprechen durfte, man wirft beides zusammen und schon hat man THE UNITY, bestehend aus Gianba Manenti, Michael Ehre, Henjo Richter, Stefan Ellerhorst, Jogi Sweers und Sascha Onnen. Also eigentlich sind das LOVE.MIGHT.KILL plus Henjo Richter, also wiederum die Frage, was sind THE UNITY? Eine neue Band, ein Projekt, nur ein neuer Name? Zumal auf „The Unity“ ein Song namens „Super Distortion“ darauf ist, so hätte eigentlich das dritte LOVE.MIGHT.KILL Album heißen sollen.

Eigentlich ist hier halt nicht der Fall und so dürfen wir uns an einem Album erfreuen, das natürlich durchweg professionell und durchdacht klingt und das seine theoretische Daseinsberechtigung daraus zieht, dass es einfach gut ist. Musikalisch orientieren sich THE UNITY auf ihrem Debüt stark an dem, was uns LOVE.MIGHT.KILL auf ihren beiden Alben angeboten haben, mit GAMMA RAY hat man erstaunlich wenig zu tun, die Vermarktung wird vermutlich mit einem einprägsamen Bandnamen wie THE UNITY einfacher.

Die Hamburger Band bewegt sich wenig überraschend im Spannungsfeld zwischen Melodic Metal und Hardrock, mit Power Metal oder Referenzen zu IRON MAIDEN oder JUDAS PRIEST hat man gar nichts am Hut, aufgrund des Gesangs und der sehr melodischen, teils epischen Ausrichtung denkt man häufiger an ASTRAL DOORS. In den kraftvolleren Passagen erinnern THE UNITY gerne auch an MASTERPLAN, wenn man eher in Richtung AOR und Melodic Rock geht an PLACE VENDOME. Ich denke damit ist der Rahmen ganz gut abgesteckt.

Das „The Unity“ Debütalbum bietet dabei in einer Stunde eine gelungene Abwechslung aus mal härteren und mal weniger härteren Stücke, zur ersten Kategorie zählen „Firesign“ und „Killer Instinct“, zur zweiten „Always Just You“ und „Close To Crazy“, beide Seiten beherrschen die Jungs im Schlaf, lediglich der Albumabschluss in Form von „Never Forget“ lässt einen etwas ratlos zurück, da man hier doch arg in Richtung Mainstream unterwegs ist.
Fans der genannten Bands und Genres machen also mit dieser neuen und gleichzeitig alten Formation nichts großartig verkehrt, auch die Band selber liefert hier mehr ab als im Voraus erwartet. Wären THE UNITY Newcomer im eigentlichen Sinne, wäre man als Hörer, Betrachter und Beurteiler vermutlich noch viel euphorischer, so bleibt eben dieser Projektcharakter und die spannende Frage, ob THE UNITY weitere Platten veröffentlichen werden oder ob früher oder später vielleicht GAMMA RAY auseinander brechen werden, weil die rsetlichen Bandmitglieder von den Alleingängen von Kai Hansen genervt sind. (Maik)


Bewertung: 

Maik 20168,0 8 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 58:58 min
Label: Steamhammer/SPV
Veröffentlichungstermin: 05.05.2017

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