Crazy Lixx Ruff Justice Cover small

Manchmal legt man eine Platte auf und weiß schon in der ersten Minute, dass einen ein überdurchschnittlich gutes Musikerlebnis erwartet. CRAZY LIXX haben zum 15-jährigen Bandjubiläum ein solches Album vorgelegt. „Ruff Justice“ sind 10 Songs und eine knappe Dreiviertelstunde durchdachte Kompositionen und gut funktionierende Melodien, denen man sich kaum entziehen kann. Die Band beweist damit erneut, dass die Schweden einfach die Sleaze-Master sind und wohl auch bis auf Weiteres bleiben werden.

Im direkten Vergleich mit dem im Vormonat erschienenden „Haunters“ von CONFESS haben CRAZY LIXX meiner Meinung nach - gegen meine Erwartung - ganz leicht die Nasespitze vorn. Ob die schweißtreibende Singalong-Hymne oder die emotionsgeladene Ballade: CRAZY LIXX beherrschen beides gleichermaßen. Sänger Danny Rexon setzt hier Maßstäbe und sorgt für den einen oder anderen Gänsehaut-Moment. Die beiden Gitarristen Chrisse Olsson und Jens Lundgren, die im August 2015 die Nachfolge von Andreas Zäta Eriksson und Edd Liam antraten und sich auch am Songwriting beteiligten, dürften hiermit ihre Album-Feuerprobe bestanden haben.

Bei „Walk The Wire“ ist der Band in meinen Augen etwas ganz Besonderes gelungen, denn zum einen erinnert dieser Song total an den amerikanischen 80er Hardrock a la SKID ROW, um aber gleichzeitig ebenso „schwedisch“ zu klingen. So, in dieser gleichermaßen ausgewogenen Kombination, meine ich das bisher noch nicht gehört zu haben. Hierbei handelt es sich neben „Kiss Of Judas“ um den für mich besten Song der Platte.„Shot With The Needle Of Love“ ist laut Frontmann Rexon ein Cover eines 1989 veröffentlichten Demo-Song der amerikanischen Band PRETTY BOY (später MARIAH). „If It's Love“ ist eine echte Power-Ballade, wie sie genau SO in den 1980ern hätte veröffentlicht werden können – und ziemlich sicher zu einem Hit geworden wäre. Lustigerweise erinnert der Song im Chorus stark an den Popsong „You Raise Me Up“ von ROLF LØVLAND, welcher seit seiner Veröffentlichung zahlreich gecovert wurde (WESTLIFE u.a.). Aber warum auch nicht, für mich ein echtes Highlight. Aber eigentlich gibt es hier nur Highlights, denn alle Songs wissen auf ihrer Art zu überzeugen.

Drei der Songs, „XIII“, „Killer“ und „Live Before I Die“, sind Teil des Soundtracks des (voraussichtlich) im Mai erscheinenden Computer-Spiels „Friday The 13th – The Game“, wobei die ersten beiden spezifisch für das Spiel zu der gleichnamigen Film-Reihe geschrieben wurden. In „XIII“ geht es um den Serienmörder der Filme, Jason Voorhees („There is nowhere to run, nowhere to hide. Ex triple eye, friday night“). Unverkennbar ist der Film-/Spiel-Bezug auch in “Killer” („He is out in the dark, silently watching you“.)

Bei zahlreichen Songs holte sich die Band Unterstützung für den Background-Gesang von befreundeten Musikern. Mit dabei sind u.a. John Elliot (CONFESS), Swan Hellion (BLACK RAIN), Mats Levén (CANDLEMASS), Michael Palace (PALACE) und noch eine ganze Reihe weiterer.

Fazit: „Ruff Justice“ liefert ansteckende Hooks, tolle Gitarrenarbeit und den 80er Hair Metal Spirit, kombiniert mit dem unverkennbaren Schweden-Sound. Irgendwas in mir sagt, dass man die Gelegenheit beim Schopfe greifen sollte, wenn die Fünf irgendwo in Reichweite die Bühne rocken. 15 Jahre CRAZY LIXX sind definitiv noch lange nicht genug. (Manu)


Bewertung:

Manu9,0 9 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 45:13 min
Label: Frontiers
Veröffentlichungstermin: 21.04.2017

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