coalcreek coalcreekSo langsam wird es einseitig, denn mit COAL CREEK schickt sich bereits die nächste Band aus Münster an, nationale Aufmerksamkeit zu erlangen. Die Chancen dazu stehen gar nicht so übel, denn die vier Mann starke Band bewegt sich durchaus kräftig im Hard & Heavy Bereich, besitzt aber auch ein gewisses Mainstreampotential, womit Licht und Schatten bereits vorgezeigt sind.

Und damit meine ich nicht, dass Massentauglichkeit grundsätzlich ein Problem darstellt, moderner Alternative Rock impliziert quasi eine gewisse Mainstreamaffinität, diese Musik ist ohne krachende Riffs und eingängige Refrains kaum konkurrenzfähig. Bei COAL CREEK ist es nun allerdings so, dass die Band es noch nicht durchweg schafft, ihr Potential auszuschöpfen, was bei diesem Album in kurzen, knackigen und temperamentvollen Rocksongs liegt.

Von den heftigeren Nummern kann man bei „Coal Creek“ ganz viele heraussuchen und sagen, dass diese gut gemacht sind, stellvertretend genannt seien „New War“, „From Inside“ und der Opener „Dreaming“. Auch die beiden Balladen „Til We Can Forget“ und „Hold On To Hope“ entwickeln im Laufe der Zeit ihre Daseinsberechtigung, wenngleich beide gerade textlich arg dünn ausfallen, das Problem ist halt, dass das Songmaterial insgesamt wahnsinnig vorhersehbar ist. Und das ist kein positiver Aspekt.

Die 11 Songs, inklusive einer kurzen Interlude, stehen so sehr unter dem Einfluss von Sänger Julian Breucker, dass sie kaum ein Eigenleben entwickeln können. Der Gesangsanteil beträgt gefühlt mehr als 90 Prozent, jedes Stück wirkt permanent ausgerichtet auf einen hymnischen oder emotionalen Refrain und eben den Gesang. Das ist insofern eine logische Entscheidung, da der Kopf der Band ordentlich singen kann und seine Stimme insgesamt gut zu dieser Art der Musik passen mag, es ist aber nun einmal wie bereits angesprochen alles sehr vorhersehbar und weit weniger spannend als bei anderen deutschen Alternative Bands wie STURCH und SURRENDER THE CROWN beispielsweise, die in diesem Bereich die Platzhirsche sind oder gegebenenfalls waren, für den Fall, dass STURCH inzwischen nicht mehr existieren sollten.

Von daher muss man wirklich sagen, dass in Sachen Mut in Zukunft noch mehr kommen muss, „Coal Creek“ kann man für den Moment als sehr solide Berechenbarkeit einordnen, nicht mehr, nicht weniger. Man kann die angenehm kurze Platte problemlos am Stück hören, was ich erstaunlich häufig getan habe in letzter Zeit, man kann bei jedem Durchgang wohlwollend mit dem Kopf nicken und anerkennen, dass hier Potential vorhanden ist, am Ende bleibt aber zumeist nach jedem Durchgang auch das Gefühl zurück, dass das vorliegende Album alles ist, nur nicht etwas Besonderes. (Maik)


Bewertung: 

Maik 20167,0 7 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 37:30 min
Label: Timezone Records
Veröffentlichungstermin: 17.02.2017

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