thepicturebooks homeisaheartacheMit ihrem 2014 erschienenen Album “Imaginary Horse” sorgten die beiden sympathischen Gütersloher Fynn Grabke (Gitarre, Vocals) und Philipp Mirtschink (Drums) für einigen Wirbel. So roh, so rauh, so eigenständig kam dieses Werk rüber. Was weniger Leute wissen: Es gab noch zwei Alben davor und zwar in Drei-Mann Besetzung. Aber das ist über 7 Jahre her und mittlerweile nur noch eine Randnotiz.

Die beiden Kumpels Fynn und Philipp verbinden ihre gemeinsame Leidenschaft für Custom Bikes und Skateboards (und offensichtlich auch Bärte) mit modernem Blues-Rock. So konnten die beiden mit ihren intensiven Liveshows auch in der Motorradszene einige Anhänger finden und – was für eine deutsche Band nicht unbedingt selbstverständlich ist – auch schon einige Erfolge in den USA feiern.

Ganze zwei Jahre haben die Westfalen auf Tour für ihr letztes Album verbracht und genau diese Erfahrung reflektieren die Songs des Albums “Home Is A Heartache”. Der offene und luftige Sound, der das vorige Album so prägnant machte, kehrt auch beim aktuellen Silberling wieder zurück. Dieser prägnante Sound kommt vom natürlichen Hall der heimischen Werkstatt, in der sie nicht nur schrauben, sondern auch ihre Alben mit lediglich zwei entfernt aufgestellten Mikrofonen aufnehmen. Auch sonst ist wenig “normal” bei den PICTUREBOOKS. Schlagzeuger Philip hat beinahe sämtlichen Becken abgeschworen was zum offenen und manchmal spartanischen Sound nur noch mehr beiträgt.

Aber was ist mit den neuen Songs? Die können leider das extrem hohe Niveau von “Imaginary Horse” nicht halten. Das Kribbeln kommt nur bei “Fire Keeps Burning” und “On These Roads I’ll Die” zurück. Die Lead Single “I Need That Oooh” hinterlässt irgendwie ein komisches Gefühl. Zu sehr biedert sich der Text und das exzessive “Aaaaah” und “Uuuuh” an und das pflanzt sich durch das ganze Album fort. Natürlich war dies bei “Imaginary Horse” nicht anders, aber vielleicht liegt es daran, dass man im Radio momentan täglich von untextiert vokalisiertem Deutschpop berieselt wird. Ansonsten gibts Musik gewordene Redewendungen wie z.B. “Bad Habits Die Hard” oder “Zero Fucks Given”. Naja.

Aber auch abgesehen von den Texten können die Songs weniger positiv bleibenden Eindruck hinterlassen. Und das obwohl sich eigentlich zum Vorgänger nicht viel geändert hat. Aber auch wenn die Songs nicht auf Anhieb zünden, eines ist über jeden Zweifel erhaben und das ist die großartige Stimme von Sänger Fynn. Eine Rockröhre in Perfektion der seine Songs mit Leidenschaft und der nötigen Schippe Dreck rüberbringt. Und auch der knarzende Fuzz-Sound der Gitarre ist kaum zu übertreffen. In der Richtung haben die beiden alles richtig gemacht. Und auf der Bühne sind sie sowieso eine feste Größe, wen interessiert da schon ein etwas schwächeres Album. (Uwe)


Bewertung: 

Uwe7,5 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 14
Spielzeit: 44:19 min
Label: Another Century Records
Veröffentlichungstermin: 10.03.2017

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