houseoflords saintsofthelostsoulsNach einer Vielzahl an Veröffentlichungen unter der Regie von James Christian wurde es in den letzten zwei Jahren ruhiger um den Mann. Nun meldet er sich zwei Jahre nach dem letzten Studioutput seines Hauptbeschäftigungsfeldes wieder zurück. Dabei litt in den letzten Jahren die Qualität von HOUSE OF LORDS etwas, die Versuche härter zu werden fielen nicht immer auf fruchtbaren Boden. Mit "Indestructible" wurde nur halbherzig zurück gerudert, wobei auch hier die ersten beiden Scheiben im aktuellen Line-Up nicht erreicht wurden. Wohin steuert die in den Achtzigern zu spät gekommen Truppe nun mit "Saint Of The Lost Souls"?

Nach einem Keyboardintro macht die Scheibe erstmal dort weiter, wo man zuletzt aufgehört hatte. Die orientalisch angehauchten Synthies bremsen den Melodiefluss, den sich der Hörer von solcher Musik wünscht ziemlich aus, der Chorus wirkt lang gezogen und kann als Auftakt nicht genug packen. Die leicht progressiven Nuancen sind durchaus interessant, ebenso das Gitarrenheldensolo von Jimi Bell, doch als Auftakt könnte man sich etwas anders vorstellen. Da wäre das ähnlich gelagerte "Grains Of Sand" besser geeignet gewesen, dass den Kontrast zwischen härterem Ansatz und süßlichem Refrain noch stärker strapaziert, dadurch aber gewinnt.

Beim zweiten Song "Oceans Divide" wird mehr auf Eingängigkeit gesetzt, die Leads bilden schöne Harmonien und in der Strophe gibt sich Christian ungewohnt gefühlvoll, bevor die knallige Bridge endgültig den Bogen zu den Hochzeiten der Band schlägt. Die Richtung stimmt, wenngleich das mainstreamige "Art Of Letting Go" noch besser reinläuft. Man mag die vielen "Ah Ah"-Cöre im Background nun kitschig finden oder nicht, im melodischen Heavy Rock gehören sie einfach dazu.
In noch größerer Auswahl kann man diese beim folgenden "Hit The Wall" bewundern, nach ruhigem Beginn lassen die Fanfaren im Refrain an selige Achtzigerzeiten von TOTO oder SURVIVOR denken. Und weil es so schön ist setzt die Ballade "The Sun Will Never Set Again" noch einen drauf, das richtige cheesy Futter zum Dahinschmachten. Überhaupt scheinen sich die Herren deutlich der alten Helden im AOR zu erinnern, anstatt ihr Heil weiter in der Moderne zu suchen.

Das flotte "New Day Breakin´" atmet mit seinen Keyboardfanfaren deutlich den Geist von LOVERBOY, der druckvolle Bass könnte ebenfalls von den Kanadiern stammen. Auch im Refrain kommt man an die Süffigkeit der Vorbilder heran, was man bei HOUSE OF LORDS seit "Come To My Kingdom" etwas vermisst hatte. Im rockigen "Reign Of Fire" bringt eine Orgel und andere Tastenspielereien noch mehr Siebzigerspirit hinein. Das etwas schwermütigere "Concussion" kommt atmosphärischer daher und bietet mit eher flächigen Synthesizern eine weitere Klangfarbe.

Auf "Saint Of The Lost Souls" befindet sich die Band weiter auf dem richtigen Weg, auch wenn sie nicht vollständig dem Retrotrip anheim fallen. Vielmehr verbinden sie ursprüngliche Wege mit einer zeitgemäßen Produktion, um diese in die Jetztzeit zu transportieren. Mit dem Titelsong und "The Other Option" hat man noch zwei Up-Tempo-Nummern an Bord, die auch auf dem Vorgänger Platz gehabt hätten. Nur schaffen sie es nicht ganz von Beginn an zu zünden, wie schon auf dem letzten Longplayer braucht es ein paar Durchläufe, bis sich die Melodien so richtig entfalten können. (Pfälzer)

Bewertung:

Pfaelzer7,0 7 / 10


Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 54:18 min
Label: Frontiers Records
Veröffentlichungstermin: 24.03.2017

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