A Throne For Elyas 200x200Nach einiger Zeit gibt’s für mich mal wieder einen Act aus dem Saarland zu reviewen. A THRONE FOR ELYAS haben bereits im September 2016 ihr Debüt „The Path We Chose“ veröffentlicht. Der künstlerische Anspruch geht hier in viele Richtungen gleichzeitig: hart möchte man klingen, aber auch melodisch, und man möchte elektronische Elemente mit progressivem Metal und Metalcore vermischen, um somit einen Sound zu erschaffen, der einzigartig klingt. Also habe ich mir in etlichen Hördurchgängen ein umfassendes Bild von „The Path We Chose“ gemacht, um ein objektives Urteil fällen zu können.

Leicht zugänglich ist das Material schon mal nicht, es wird Arbeit vom Hörer verlangt – sich mal eben zurücklehnen und die Scheibe einfach so an sich vorbeiplätschern lassen bzw. nebenbei noch irgendwas anderes machen kann man gleich vergessen. Die Musik will bewusst wahrgenommen und aktiv gehört werden.

So fällt einem gleich zu Beginn auf, dass die Elektro-Elemente sehr gekonnt in den Sound mit eingeflochten sind, man nimmt sie zwar stets bewusst wahr, aber niemals als störendes Beiwerk – und sie sind auch stets präsent und verstehen sich als essenzieller Baustein des Gesamtkunstwerkes. Auch ansonsten haben die Jungs keinen schlechten Job gemacht, hier werden ganz viele Genres hergenommen und daraus wird dann etwas Neues erschaffen, was man vielleicht am ehesten umschreiben kann mit: „Metalcore trifft Elektro an einer Ecke und beide machen anschließend mit dem Progressive-Taxi einen Ausflug nach Lala-Land“.

Man kennt das ja bereits: ein Riff wird auf einen üblen Knüppelbeat gelegt – voilà, Metalcore. Und leider heben sich A THRONE FOR ELYAS hier auch nicht wirklich von ihren zahlreichen Genrekollegen ab. Jetzt kommt Elektro ins Spiel, und das gefällt mir hier ziemlich gut, denn wie bereits erwähnt, passen sich diese Elemente sehr gut ins Gesamtbild ein und verleihen dem Sound dann etwas eigenes, das man so viel zu selten zu hören bekommt – die Operation ist an der Stelle gelungen, der Patient lebt. Am besten gefallen mir die Jungs in den ruhigen Passagen, in der der Gitarre die Führung überlassen wird, hier klingen immer wieder sehr angenehme Momente durch.

Der Gesang hingegen ist so eine Sache: zum größten Teil genretypischen Shouts, die, so scheint es, immer mit größtmöglichem Kraftaufwand und hart am Limit vorgetragen werden – hier wäre etwas weniger mehr gewesen, aber an sich ist es grundsolide. Die gelegentlichen Wechsel in klassische Death Metal Growls gefallen mir sehr gut, vielleicht sollte man davon zukünftig mehr einbauen. Das alles kann man aber ruhig gerne so stehen lassen.

Jetzt allerdings kommt der Ausflug ins Lala-Land: die cleanen Gesangselemente sind leider gar nicht mein Ding. Hier kommt mir zu wenig Ausdruck, zu wenig Sauberkeit und insgesamt ist mir der Tonfall ein gutes Stück zu weinerlich. Da sollte man auf jeden Fall noch nachbessern. Eventuell liegt es auch an mir, ich bin eben ein ziemlich altmodischer Oldschool-Metalhead und kein expliziter Freund von Metalcore, es sei hier also gesagt, dass Genrefans das vielleicht anders und weniger kritisch wahrnehmen.

Beim Sound wurde anständige Arbeit geleistet, hier gibt es nicht viel zu meckern, außer dass man beim Gesamtbild die einzelnen Elemente noch etwas klarer hätte abmischen können, die Gitarren versumpfen gelegentlich ein bisschen im Dreck, aber insgesamt klingt alles stimmig und bringt ordentlich Druck mit.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „The Path We Chose“ definitiv eigen klingt – insofern haben A THRONE FOR ELYAS ihren Anspruch, anders zu klingen, in meinen Augen und Ohren also durchaus erfüllt. Allerdings wissen die Jungs scheinbar bisher selbst noch nicht hundertprozentig, wo sie genau mit ihrem Sound hinwollen, und so klingt das Debüt insgesamt noch ein wenig unsicher, stellt aber ein solides Erstlingswerk dar. (Dennis)


Bewertung:

Dennis6,5 6,5 / 10


Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 41:00 min
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichungstermin: 16.09.2016

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