battlebeast bringerofpainNach „Steel“ (2011), „Battle Beast“ (2013) und „Unholy Savior” (2015) ist „Bringer Of Pain” bereits das vierte Album dieser speziellen finnischen Band, über das ich ein paar Worte schreiben darf. Ob das nun so eine Art Ehre darstellt, wage ich zu bezweifeln, denn wenngleich die Band aus Helsinki in den letzten Jahren einiges richtig gemacht hat (internationale Charterfolge, Tourneen unter anderem mit NIGHTWISH, SONATA ARCTICA, SABATON), hat sie andererseits mit dem letzten Album „Unholy Savior“ einen großen Schritt weg vom Heavy Metal gemacht in Richtung einer Zielgruppe, die mehr und mehr Zulauf erhält, der man teilweise aber auch vollkommen zu Recht den Respekt abspricht.

Interessanterweise gehöre ich nun selber zu beiden der von mir angesprochenen Zielgruppen, einerseits kann ich auch mit diesen „verpönten“ Bands wie SABATON, POWERWOLF, AMARANTHE etc. etwas anfangen, andererseits schlägt mein Herz nach wie vor für die Wegbereiter des Heavy Metal, also Bands, die wirklich etwas zu sagen hatten, die aneckten, die mutig waren, die Klassiker erschaffen haben, die um es auf den Punkt zu bringen zu Recht verehrt und eben nicht nur belächelt werden.

Wie auch immer, BATTLE BEAST haben sich auf „Bringer Of Pain“ dazu entschieden, den Pop-Metal Anteil nochmals deutlich zu erhöhen, nennen wir es der Einfachheit halber "LADY GAGA Metal", eine Nummer wie das an JUDAS PRIEST erinnernde Titelstück fällt da komplett aus dem Rahmen. Auch der Gastbeitrag von AMORPHIS Sänger Tomi Joutsen bei „Lost In Wars“ ist am Ende nur eine Randnotiz wert, denn was hängen bleibt, sind ausdruckslose und beliebig klingende Songs wie „King For A Day“, „Familiar Hell“ und „We Will Fight“, natürlich alle ausgestattet mit 80er Jahre Hooklines, die man dann halt nicht mehr aus dem Kopf bekommen will.

Songs schreiben, das kann die Band, das hat man zum Beispiel mit AMARANTHE gemeinsam, nur haben diese mit Elize Ryd eine deutlich bessere Sängerin in ihren Reihen und bei aller Popaffinität eben noch dieses Melodic Death Metal Element. BATTLE BEAST hingegen haben ihre auf den ersten beiden Alben noch vorhandenen ursprünglichen Einflüsse wie JUDAS PRIEST, HAMMERFALL, W.A.S.P. inzwischen komplett ad acta gelegt. Bei den bereits genannten Nummern sowie bei der Sleaze Rock inspirierten Hymne „Straight To The Heart“ funktioniert das Schema aus viel Keyboards, einigen ordentlichen Soli, möglichst einfachen Drumgrooves, massentauglichen Ohrwürmern und der dezent schrägen Stimme von Noora Louhimo auch noch ganz passabel, wenn man eben vorab akzeptiert, wie sich BATTLE BEAST über die Jahre entwickelt haben.

Eine Ansammlung von Peinlichkeiten wird „Bringer Of Pain“ dann spätestens gegen Ende hin, die abschließende Ballade „Far From Heaven“ ist so schlecht gemacht, dass man das nur ertragen kann, wenn man es als Ironie nimmt und auch dieses Plastikpopnümmerchen „Dancing With The Beast“ kann man eigentlich nicht Ernst nehmen. Über so etwas braucht man sich noch nicht einmal mehr zu ärgern, denn jede Form der weiteren Beachtung wäre hierfür verschwendete Energie.

Von daher komme ich durchaus an den Punkt, dass man „Bringer Of Pain“ sowohl mit Worten als auch mit Taten in die Mülltonne werfen kann, man kann sich hierüber auch grob ärgern und Verrat an den Ideen des Heavy Metal in die Runde werfen. Auf der anderen Seite wäre das Leben ohne Spaß weit weniger lebenswert und wenn man nur über den lapidaren Kommentar „100 % Heavy Metal – 0 % Bullshit!“ in Gelächter ausbricht, dann ist das auch etwas. Nachdem ich diesen Satz in der Bandbio gelesen habe, kam mir folgender Gedanke: Vielleicht sind BATTLE BEAST auch einfach nur eine Parodie einer Heavy Metal Band geworden, es weiß nur noch niemand. (Maik)


Bewertung: 

Maik 20166,0 6 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 40:00 min
Label: Nuclear Blast
Veröffentlichungstermin: 17.02.2017

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