wolvespirit blueeyesAlso beim Blick auf das von Debby Craft selbst entworfene Coverartwork braucht man wirklich keine rosarote Brille anzuziehen, denn da ist auch so mehr als genug rosa und rot und auch eine gehörige Portion violett mit dabei. Umso erstaunter ist man dann über den Titel des neuen WOLVESPIRIT Album: „Blue Eyes“. Gleichzeitig auch Titel einer schrecklichen ELTON JOHN Nummer.

Der Albumtitel gestaltet sich damit als relativ aussagelos, das Artwork hingegen vermittelt einen perfekten Eindruck der Musik der Würzburger Band um Sängerin Debby Craft und die beiden Eberlein Brüder; komplettiert wird das Quartett von Daniel Scholz. „Peace, Love And Understanding“ lautet die Maßgabe, die deutsche Band wildert wild zwischen den Jahren 1965 und 1972, irgendwo zwischen Krautrock und dem Wahnsinn alter URIAH HEEP und DEEP PURPLE Großtaten.
Nicht umsonst durfte die Band bereits URIAH HEEP als Support begleiten.

Einerseits sind WOLVESPIRIT damit eine weitere Retro-Kapelle mit einer an JANIS JOPLIN erinnernden Sängerin, andererseits gehen die Würzburger dann doch noch einen Schritt konsequenter zu Werke. Zwar hat man dieses Mal nicht wie bei dem Vorgänger „Free“ mit Michael Wagener als Produzenten zusammen gearbeitet, für die Aufnahmen ist man aber trotzdem wieder über den großen Teich geflogen, um in Nashville die Musik aufs Band zu bringen. Für eine Band, die keine externe Plattenfirma im Rücken hat, ist das schon ein interessantes und gewagtes Unterfangen, das Resultat kann sich aber definitiv hören lassen, „Blue Eyes“ klingt so authentisch wie nur möglich nach der Rolle „50 Jahre rückwärts“.

Einen großen Anteil daran hat natürlich die Sängerin selber, deren extrovertierter und kraftvoller Gesang mehr als nur aufhorchen lässt, einen noch größeren Anteil, und das kommt überraschend, hat Keyboarder und Organist Oliver Eberlein, der seine Arbeitsgeräte mit einer harschen Leidenschaft bearbeitet, die an Ken Hensley oder Jon Lord erinnern lässt. Natürlich kommt die Band qualitativ nicht an die Meisterwerke der Originale aus jener Zeit heran, aber „Blue Eyes“ beziehungsweise die Band insgesamt klingen so ehrlich und so authentisch wie nur möglich.

Die Songs selber kann man dabei ganz gut in zwei Gruppen einteilen, auf der einen Seite stehen härtere Rocknummern wie „You Know That I Am Evil“, „I Want To Love“ oder „Space Rockin Woman“, auf der anderen Seite gibt’s dann die Balladen wie „Soul Burn“ und "Road Of Life", wobei man Ballade als weit gefasste Umschreibung sehen sollte. Alles gut gemacht und gut konzipiert, trotzdem ist irgendwie das Songwriting das Sorgenkind der Band. Insbesondere in der zweiten Albumhälfte kann nicht jede Nummer bedingungslos überzeugen und das müsste eben schon sein, wenn man am Ende mehr als 8 Punkte von mir einheimsen möchte.

Ähnlich wie bei WUCAN kann man sich aber auch bei WOLVESPIRT sicher sein, dass die in Würzburg ansässige Band ihren eigenen Weg in Zukunft weiter gehen wird, man ist sicherlich weiter weg vom Mainstream als BLUES PILLS und in meinen Augen auch nicht ganz so sensationell wie die multinationale Band, dafür aber um einiges mehr authentischer und letztendlich sowohl für Rock als auch für Metalfans interessant oder wenn’s genauer sein soll, Psychedelic, Stoner, Hardrock, Progressive...es passt alles. (Maik)


Bewertung: 

Maik 20168,0 8 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 44:00 min
Label: Spirit Stone Records/Cargo Records
Veröffentlichungstermin: 27.01.2017

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