The wild wild heartAls großer Hard-Rock-Fan müsste ich eigentlich schon wesentlich früher über die Kanadier THE WILD! gestolpert sein, stattdessen stellt ihre neue Platte „Wild At Heart“ für mich den ersten Kontakt mit den wilden Rockern dar.

Und der Name ist bei den Jungs echt Programm; geht man von den Promo-Bildern und ihrer Musik aus, leben diese vier Jungs den Rock’n’Roll richtig. Ob dies nur Show ist oder nicht sei dahingestellt, was zählt, und bei THE WILD! bis in die Haarspitzen überzeugt, ist die Musik. Die zehn Stücke des Albums kommen gerade mal auf 35 Minuten, rocken aber mehr als vieles, was gewisse „Hard-Rock“-Kollegen zurzeit veröffentlichen. Dabei hat es mir die Stimme von Sänger Dylan Villain extrem angetan, der für mich persönlich ein wenig an Bon Scott erinnert. Dennoch klingen THE WILD! nicht wie eine AC/DC-Covertruppe, die Band hat definitiv ihren eigenen Stil. Bereits der Opener „Ready To Roll“ macht dies mehr als deutlich, ein ordentlich nach vorne drückender Opener, der durch seinen Backing-Gesang von Gitarrist „The Kid“ ins Ohr geht und dort auch für lange Zeit bleibt. Die coolen Riffs und die kreischende Lead-Gitarre von Dlyan tun ihr Übriges. Ein klasse Einstand, der mit „Livin’Free“ im Midtempobereich fortgesetzt wird. Die Band versteht ihr Handwerk und haut einen Knaller-Song nach dem anderen raus, die allesamt sofort ins Ohr gehen. Die Hooklines passen, die Refrain-Teile sind markant und die Gitarren rocken was das Zeug hält. So und nicht anders sollte ordentlicher biergetränkter Rock’n’Roll klingen.

Obwohl es im Hard-Rock-Bereich für manchen Musik-Fan schnell eintönig wird, schaffen es THE WILD! auf „Wild At Heart“ eine gewisse Abwechslung rein zu bringen. Und damit meine ich nicht die typische Abfolge langsamer Song - schneller Song - langsamer Song. Das Album überstrapaziert den Hörer mit seinen 35 Minuten sowieso nicht und der Band gelingt durchweg eine gute Dynamik. Der Sound der Platte ist schön roh und authentisch geraten, was der Grundstimmung des Albums sehr zu Gute kommt.

„Wild At Heart“ ist für mich persönlich eine der ersten Überraschungen des Jahres. Man tut sich manchmal schwer damit, unbekannten Bands im riesigen Release-Dschungel genügend Aufmerksamkeit zu schenken. Hier sollte man das als Hard-Rock-Fan in jedem Fall tun, es lohnt sich auf ganzer Linie. Aber Vorsicht, genießt man das Album in entsprechender Lautstärke mit ein paar Kumpels, ist es gut möglich, dass der Bierkasten schneller leer ist als man im 4/4-Takt zählen kann. Darüber hinaus könnte es dann auch zum Streit um die Luftgitarre kommen. (Pascal)


Bewertung:

Pascal8,0 8 / 10


Anzahl der Songs: 6
Spielzeit: 92:17 min
Label: Steamhammer / SPV
Veröffentlichungstermin: 17.02.2017

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