evergrey thestormwithinDass dieser Text erst jetzt erscheint und nicht bereits vor acht oder zehn Wochen erschienen ist, kann nur mit Überlastung zu tun haben, nicht mit der Qualität von „The Storm Within“. Es mag sein, dass „Torn“ (2008) und „Glorious Collision“ (2011) nicht ganz die großen Bringer waren, aber wenn man auf die inzwischen fast 20 Jahre andauernde Historie von EVERGREY zurückblickt, was beim zehnten Studioalbum durchaus erlaubt sein darf, dann wird man feststellen, dass auf EVERGREY immer Verlass war und die Band von Beginn an eine eigene Identität hatte, die man im Laufe der Zeit nie verloren oder verleugnet hatte; und das können nur wenige Bands von sich behaupten.

„The Storm Within“, das wie bereits erwähnt das zehnte Album von EVERGREY darstellt knüpft, wenn man so will, nahtlos an den Vorgänger „Hymns For The Broken“ (2014) an, welcher mit der Rückkehr von Henrik Danhage und Jonas Ekdahl damals eine kleine Reunion und auch eine kleine Rückbesinnung auf Alben wie „In Search Of Truth“ oder „Recreation Day“ war.
„The Storm Within“ ist stilistisch also ähnlich wie sein unmittelbarer Vorgänger, Unterschiede gibt es allerdings tatsächlich nochmals in qualitativer Hinsicht, denn auf „The Storm Within“ findet sich am Ende keine einzige Nummer, die durchs Raster fallen würde, umgekehrt hat man aber bei aller Homogenität im Songwriting mindestens drei Songs dabei, die einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen können.

Zum einen ist das der Opener „Distance“, der für ein Eröffnungsstück eigentlich zu lang, zu schwermütig und zu doomig daherkommt, aber gerade deshalb eigene Akzente setzen kann inklusive einem Kinderchor. Die beiden anderen Songs, die es verdienen ein Extralob zu bekommen, sind die, bei denen Tom Englund eine gesangliche Unterstützung von zwei Frauen bekommt, und da kann man mal wieder feststellen, dass sich die tiefe Stimme von Tom Englund perfekt mit anderen Stimmen ergänzt, vor allem wenn diese von Floor Jansen (NIGHTWISH, REVAMP, EX-AFTER FOREVER) und Carina Englund stammen.

Dass Floor im gigantischen Song „In Orbit“ eine tragende Rolle einnimmt, ist dabei weniger eine Sensation, schließlich ist der ehemalige EVERGREY Schlagzeuger Hannes Van Dahl der aktuelle Lebensgefährte von Floor Jansen und das Duett zwischen Tom und seiner Frau Carina in „The Paradox Of The Flame“ ist einfach nur atemberaubend, mit dieser emotionalen Halbballade haben sich EVERGREY selbst übertroffen und man fragt sich ernsthaft, warum Carina Englund auf den EVERGREY Alben immer nur ein paar kleinere Momente an Aufmerksamkeit bekommt, denn mit ihrer Performance stellt sie locker 98 Prozent aller Rock- und Metal-Sängerinnen in den Schatten.

Letztendlich ist es dann auch egal, ob „The Storm Within“ nun das beste EVERGREY Album seit „In Search Of Truth“, seit „Recreation Day“ oder seit „The Inner Circle“ ist, es ist eine verdammt starke Scheibe, die EVERGREY in Hochform präsentiert und es bleibt einfach dabei, dass es keine andere Band gibt, die komplexes Songwriting, hymnische Melodien und eine über allem liegende Düsterkeit so perfekt miteinander verbindet wie das die Schweden seit nun fast 20 Jahren machen. (Maik)


Bewertung: 

Maik 20168,5 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 58:24 min
Label: AFM Records
Veröffentlichungstermin: 09.09.2016

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