amaranthe maximalismIch müsste etwas in den Archiven von Neckbreaker kramen, ich kann mich allerdings nicht daran erinnern und kann es mir auch nicht vorstellen, dass ich in den vergangenen zehn Jahren von einer Band die ersten vier Studioalben allesamt zur Besprechung vorliegen hatte. „Maximalism“ ist nach „Amaranthe“ (2011), „The Nexus“ (2013) und „Massive Addictive“ (2014) somit eine Art Premiere und genauer gesagt sogar bereits vom Titel her ein Statement.

Die veröffentlichungsfreudigen Skandinavier holen aus ihrem vierten Streich nämlich tatsächlich das Maximum des Möglichen aus sich heraus, so dass sich, das sei vorweg verraten, eine schöne Regelmäßigkeit hier fortsetzen kann, denn nach 7,5, 8 und 8,5 Punkten für die drei Vorgängeralben, habe ich dieses Mal gar keine andere Möglichkeit als nochmals einen halben Pluspunkt oben drauf zu setzen.

Die Gründe hierfür sind vielfältiger Natur, was man AMARANTHE hoch anrechnen kann, die sich zwar mehr oder weniger im eigenen Genre wiederholen, aber trotzdem immer wieder neue Akzente setzen können. Einerseits hat das Sextett sein Songmaterial nochmals optimiert, so dass wir erneut zwölf Songs vorliegen haben, die im Genre der melodischen Musik handwerklich und kompositorisch wirklich „state of the art“ sind. Das ist tatsächlich ein Qualitätsmerkmal, denn es gibt eine ganze Reihe von Bands, die sich melodischen Heavy Metal auf die Fahnen geschrieben haben, nur das mit den Melodien halt nicht ganz so gut hinbekomme - AMARANTHE haben's einfach drauf! Vielleicht sollten so genannte Popsternchen zukünftig einfach AMARANTHE covern anstatt sich Songschreibern um den Hals zu werfen, die dann immer das gleiche Produkt wieder und wieder abliefern.

Außerdem steht der Band gut zu Gesicht, dass man das eigene Spektrum noch etwas weiter auslotet, mit „Fury“ und „Faster“ hat man in der Mitte des Albums zwei Songs, die nach wie vor viel von Melodic Death Metal haben, auch „Maximize“ am Anfang ist keinesfalls ein Softie, auf der anderen Seite waren AMARANTHE noch nie so Mainstream wie in „That Song“ (ok, dieser „We Will Rock You“ Groove hätte nicht unbedingt sein müssen) oder „On The Rocks“. „Maximalism“ fällt trotz der ständig vorhandenen Popaffinität in großen Teilen heavy aus und wirkt bedrohlicher und düsterer als Bands wie HAMMERFALL, KAMELOT und STRATOVARIUS, mit denen man bereits auf Tour war, letztere dürfte man kommerziell inzwischen locker überholt haben.

Ein wenig überraschend an „Maximalism“ ist für mich, dass man die so variabel wie nie zuvor agierende Elize Ryd, die ihre Sternstunde in der abschließenden Ballade „Endlessly“ erlebt, nicht noch mehr in den Vordergrund geschoben hat. Für mich waren die beiden männlichen Sänger/Shouter Jake E. und Henrik Englund eigentlich immer nur so eine Art Beiwerk und ich denke das geht nicht nur mir so, aber auf diesem Album fällt auf, dass die unterschiedlichen Parts noch besser und harmonischer unter den dreien aufgeteilt wurden. Das ist nur eine Kleinigkeit, aber eben ein weiteres Steinchen dafür, dass „Maximalism“ eben das Maximum ist, das AMARANTHE für den Moment zu leisten im Stande waren.

Für Puristen ist das hier natürlich nach wie vor nichts, aber wenn ich old-school Heavy Metal haben will, dann höre ich eben die neue von SACRED STEEL und wenn ich Anspruch haben will OPETH oder die kommende von NEAL MORSE, da bin ich flexibel und habe keine Probleme mit. „Maximalism“ wird am Ende des Jahres sicherlich eines der drei am häufigsten gehörten Alben sein, ganz einfach weil die Platte nicht langweilig wird und wie bereits der Vorgäner massiv abhängig macht. (Maik)


Bewertung: 

Maik 20169,0 9 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 39:50 min
Label: Spinefarm Records
Veröffentlichungstermin: 21.10.2016





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