soon betterdaysKnapp drei Jahre nach dem Release von „Dead-End Street“ ist die Band mit diesen seltsamen eckigen Klammern wieder zurück auf der Bildfläche, genau gesagt mit einem neuen Studiowerk namens „Better Days“, was vom Wortlaut her um circa 100 Prozent positiver klingt als „Dead-End Street“.

Große musikalische Veränderungen gehen trotz eines neuen Line-Ups der Band hiermit nicht einher, da wo [soon] vorne drauf steht, ist auch nach wie vor [soon] drin, also Düsterrock in der Art von KATATONIA, wobei es natürlich nicht ganz fair ist, eine Band, die nun bereits fünf Studioalben veröffentlicht und über 400 Shows gespielt hat, mit einer anderen zu vergleichen.
Denn die zum Trio geschrumpfte Band aus Hamburg hat auch so ein Alleinstellungsmerkmal und das ist die Art und Weise wie die Songs komponiert werden, [soon] schaffen es wie schon auf dem Albumvorgänger Anspruch in eingängige Songs zu integrieren, was gar keine so einfache Aufgabe ist. Man verdient sich noch nicht den Progressive Stempel, dazu fallen die Songs auch einfach zu kurz aus, man hat aber trotzdem stetig das Gefühl, hier einem Album zu lauschen, das etwas besonderes sein könnte.

In den drei Jahren seit „Dead-End Street“ sind allerdings auch meine Erwartungen an die Band gestiegen und da muss ich sagen, dass [soon] mit ihrem aktuellen Album nur ihre Pflicht erfüllen, nicht mehr und nicht weniger.
Hierfür gibt es zwei prägende Gründe, zu allererst finde ich den Sound, der erneut in Zusammenarbeit mit Eroc gebastelt wurde, nicht "state of the art", die klangliche Abstimmung der einzelnen Instrumente zueinander hätte meiner Meinung nach besser gemacht sein können, zudem ist mir der Schlagzeugsound zu dumpf. Dieser Aspekt mag nun Geschmacksache sein, schwerer wiegt, dass „Better Days“ nicht durchgängig Glanzlichtniveau erreicht.

Die ersten drei Songs zum Beispiel sind alle irgendwie ganz nett, sie packen einen als Hörer aber nicht so wie weite Teile des „Dead-End Street“ Albums, das passiert erst beim Titelstück und dann etwas später wieder bei „Against The Grain“, welches ein Musterbeispiel ist, wie man Härte, Eindringlichkeit, Eingängigkeit und Melancholie miteinander verknüpft.
Vielleicht ist „Against The Grain“ auch einfach nur zu gut und der Rest dann eben verglichen damit zu schwach, aber der Funke will beim Hören von „Better Days“ nur insoweit zünden, dass es ein Feuer gibt und keinen Flächenbrand, mit dem man Schlagzeilen hätte schreiben können; man verzeihe mir bitte diese Metapher.

Vielleicht fehlt es „Better Days“ auch einfach etwas zu sehr an Abwechslung, die abschließende kurze Pianoballade „Out Of Mind“, in der man textlich dem Opener „Rather In Your Mind“ wieder begegnet, ist ein gutes Beispiel für diese Annahme. Tut einfach richtig gut, hebt „Better Days“ aber natürlich auch nicht in den sehr guten Bereich, macht logischerweise am Ende 7,5 Punkte. (Maik)


Bewertung: 

Maik 20167,5 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 40:00 min
Label: Oscillation Music
Veröffentlichungstermin: 23.09.2016

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