Airbourne Breakin Outta HellAIRBOURNE-Fans dürften bereits ungeduldig auf den neusten Output der Hardrocker warten. "Black Dog Barking" liegt schließlich schon drei Jahre zurück, und die Band war seitdem fast ununterbrochen auf Tour. Doch können AIRBOURNE mit "Breakin' Outta Hell" ihr hohes Niveau halten und die Fans zufriedenstellen? Oder beginnt die Band zu experimentieren und entwickelt ein neues Genre namens Prog-Hard-Rock?

Allzu viele Experimente wagen AIRBOURNE nicht und demnach bleibt es bei lupenreinem Hard-Rock, also zu 100% das, was man als Fan erwartet. Das mag den einen oder anderen langweilen, und manch einer mag die Band vielleicht schon abgeschrieben haben. Aber weshalb sollten sie versuchen das Rad neu zu erfinden? Das Einzige, was in meinen Augen noch fehlt, ist ein wirklich großer Hit. So richtig findet sich ein solcher auch auf der neuen Platte nicht. Doch ein Hit hat nur bedingt mit einem guten Album zu tun, würde die Band nun die Charts stürmen, wäre das vielen Fans wohl auch nicht recht. Auch wenn man der Band zweifelsohne den Erfolg gönnen würde.

Doch lange Rede kurzer Sinn, AIRBOURNE sind und bleiben eine Album-Band, ähnlich ihrer großen Einflüsse wie z. B. AC/DC. Man neigt natürlich sehr schnell dazu, die Band mit AC/DC zu vergleichen, dennoch unterscheiden sich AIRBOURNE zum Teil deutlich. So spielt die Band z. B. deutlich härter, und auch stimmlich liegt Joel in anderen Sphären als Bon Scott oder Brian Johnson. Auch die Texte von Joel unterscheiden sich deutlich von AC/DC und liegen nicht auf dem Niveau von Bon Scott. Was natürlich äußerst schwierig wäre, denn Bon steht für mich auf einer Linie mit Lemmy. Lemmy hingegen war auch großer AIRBOURNE-Fan, was zeigt, dass auch er den Australiern viel zutraute. Aber ich möchte mich hier nicht um Kopf und Kragen schreiben, entweder man steht auf AIRBOURNE oder man tut sie als AC/DC-Klon ab, fertig.

Das starke Titelstück „Breakin' Outta Hell“, das gleichzeitig der Opener ist, drückt in der Album-Version noch mehr aufs Gaspedal als der vorab veröffentlichte Stream. Mit dem darauf folgenden „Rivalry“ gehen AIRBOURNE ein klein wenig neue Wege. Der Song startet mit einer Art Mitsing-Refrain und mündet anschließend in ein sehr grooviges Mid-Tempo-Riff. Hier werden die Blues-Einflüsse der Band deutlich, ein guter Song, mitunter wohl einer der Außergewöhnlichsten der Platte. „Get Back Up“ hätte auch gut auf das Debütalbum „Runnin' Wild“ gepasst, ein typischer AIRBOURNE-Song, der mit einem coolen Riff glänzt. Mit „It's Never Too Loud For Me“ dürfte Joel allen Konzert-Fans aus der Seele sprechen, die Gehörschutzträger belächeln – coole Nummer, die zum Mitsingen animiert. Mit „Thin The Blood“ drückt die Band ordentlich aufs Gaspedal, eine extrem coole Nummer, die nicht nur durch ein MUDDY WATERS-Zitat („I Got My Mojo Working“) überzeugt. „I'm Going To Hell For This“ kehrt zurück in den Midtempo-Bereich und bietet neben einem recht amüsanten Text einiges an Abwechslung und einen ziemlich geilen Rhythmus. Das anschließende „Down On You“ ist eine 1A-Rock'n'Roll-Nummer, die sicherlich nicht nur bei mir für nervöse Zuckungen sorgen wird.

Ein recht ruhiger Anfang, ein diabolisches Flüstern von Joel „Oh yeahh,....“, willkommen bei „Rocked Like This“. Eine weitere Nummer, die für mich auch gut auf dem Debütalbum gepasst hätte. Gott bewahre, dass ich „When I Drink I Go Crazy“ auf einer Party hören werde. Ein genialer Song, bei dem das Kopfkino bereits ab der ersten Minute einsetzt. Hier zeigen AIRBOURNE deutlich, dass sie mit ihrer Musik gute Laune verbreiten wollen. Auf einer Party könnte der Song allerdings schnell zu einer nie da gewesenen Eskalationsstufe führen. Der wirklich coole Titel „Do Me Like You Do Yourself“ ist Programm, ein anständiger Mid-Tempo-Rocker, dessen Rhythmus so schnell nicht mehr aus der Birne geht. Den Abschluss bestreiten AIRBOURNE mit „It's All For Rock'n'Roll“, der so gesehen auch als Statement für die Band und ihre Musik stehen kann. Damit findet „Breakin' Outta Hell“ zu einem gekonnten Abschluss.

Textlich bewegen sich AIRBOURNE auf „Breakin' Outta Hell“ im altbekannten Schema, die meisten Refrains wiederholen sich und sorgen damit für Partystimmung. Dennoch wäre es schön zu sehen, wenn die Band in den nächsten Jahren an dieser Front noch ein wenig nachlegt, meiner Meinung nach würde sie es damit noch weiter zur Spitze schaffen. Wie die Band selbst in Interviews betont hat, wollten Sie mit der neuen Platte wieder Richtung Ursprung und die Fans aus dem Alltag ausbrechen lassen. Das gelingt auf ganzer Linie, was das Album mitunter dem rohen und erdigen Sound zu verdanken hat. Die Gitarren kommen ordentlich raus, Bass und Drums sind genau dort wo sie sein sollten, und Joel O' Keffee ist verdammt gut bei Stimme. Das ausgiebige Touren trägt ebenfalls Früchte, die Band läuft wie eine gut geölte Maschine, und man merkt deutlich, dass sie nach wie vor mit viel Spaß bei der Sache ist – „It's All For Rock N' Roll“!

„Breakin' Outta Hell“ ist zu 100% das, was man als AIRBOURNE-Fan erwartet. Demnach werden alle Fans mit dem Album mehr als zufrieden sein. Wer mit etwas wirklich Neuem rechnet, wird eher enttäuscht sein. Doch wollen wir mal ganz ehrlich sein, wollen wir wirklich, dass AIRBOURNE anfangen zu experimentieren? Ich für meinen Teil kann mich sehr gut damit zufriedengeben, wenn die Band weiterhin ihren energiegeladenen Hard-Rock abfeuert und damit die Flagge des Rock'n'Roll weiterträgt. „Breakin' Outta Hell“ strotzt nur so vor Energie und Spielfreude, und das macht die Platte zu dem, was sie ist, 100% AIRBOURNEl! (Pascal)


Bewertung:

Pascal8,5 8,5 / 10


Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 39:48 min
Label: Spinefarm Records
Veröffentlichungstermin: 16.09.2016

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